Chronik

Salzburger soll Stiefkind sexuell missbraucht haben: Zehn Jahre Haft

Laut Anklage hat der 51-Jährige das Mädchen ab dem zwölften Lebensjahr mehrfach vergewaltigt. Der Beschuldigte zeigt sich vor Gericht geständig - das Urteil ist nicht rechtskräftig.

 SN/alswart - Fotolia


Mit massiven Vorwürfen ist ein 51-Jähriger am Montag bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg konfrontiert worden. Der Salzburger soll seine Stieftochter ab ihrem zwölften Lebensjahr fast sieben Jahre lang sexuell missbraucht und mehrfach vergewaltigt haben. Er soll auch Fotos von den Übergriffen angefertigt haben. Der geständige Angeklagte wurde zu zehn Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das nunmehr 19-jährige Opfer leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Das Urteil des Schöffensenats ist nicht rechtskräftig. Weder der Staatsanwalt noch die Verfahrenshelferin gaben eine Erklärung dazu ab. Die Strafdrohung für den bisher unbescholtenen Mann betrug fünf bis fünfzehn Jahre Haft.

Beschuldigter zeigt sich geständig

Der Fall flog auf, nachdem die Betroffene einem Internetfreund aus Schweden davon erzählt hatte und dieser sie davon erfolgreich überzeugen konnte, den Salzburger anzuzeigen. Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, ob er geständig sei, nickte der Angeklagte. Dann entschuldigte er sich für sein Verhalten. Es tue ihm schrecklich leid, er könne es nicht mehr gutmachen, und er wisse nicht, warum das alles passiert sei. "Ich möchte mich aufrichtig entschuldigen."

Tatort soll eine Wohnung im Tennengau gewesen sein, wo der Salzburger mit seiner Lebensgefährtin wohnte. Während die Frau zwei Mal in der Woche am Abend auswärts arbeitete, habe sich der Mann immer wieder an ihrer Tochter vergangen, erklärte der Staatsanwalt. Bereits ab dem Jahr 2009, als das Mädchen sieben Jahre alt war, soll er Aufnahmen von ihrem Geschlechtsbereich gemacht und mit ihr dann auch Strip-Poker gespielt haben.

Die Palette der vorgeworfenen Delikte ist lang: sexueller und schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen, Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung, pornografische Darstellungen Minderjähriger, Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses.

Einem Gutachten zufolge leidet das Opfer an Angststörungen und Zwangssymptomen. "Es ist emotional zerstört", sagte Opferanwalt Stefan Rieder. Er forderte für das erlittene Martyrium ein Teilschmerzensgeld in Höhe von 40.000 Euro. Das Gericht sprach dem Mädchen 30.000 Euro zu.

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