Chronik

Salzburger soll unmündigen Cousin sexuell missbraucht haben: Schuldspruch

39-Jähriger zeigte sich am Mittwoch vor einem Schöffensenat in Salzburg zum Teil geständig. Er erhielt eine bedingte Haftstrafe sowie eine unbedingte Geldstrafe (nicht rechtskräftig).

Symbolbild.  SN/APA/BARBARA GINDL
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Ein 39-jähriger Salzburger ist am Mittwoch in Salzburg wegen sexuellen Missbrauchs sowie wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen vor Gericht gestanden. Er soll auf seinen Cousin aufgepasst und dabei an dem Buben mehrmals geschlechtliche Handlungen vorgenommen haben. Der bisher unbescholtene Angeklagte war zum Teil geständig.

Laut Anklage soll der Beschuldigte im Jahr 1999, als der Bub zwölf Jahre alt war, mit den Taten begonnen haben. "Er hatte zu seinem Cousin ein gutes Verhältnis", sagte Staatsanwalt Filip Grubelnik. Das Kind habe sich dem älteren Verwandten anvertraut und ihm Fragen gestellt, die es sich seinen Eltern nicht zu stellen getraut habe.

Dieses Vertrauensverhältnis habe der Salzburger ausgenützt und den unmündigen Buben, der noch unter 14 Jahre alt war, sexuell auch schwer missbraucht. Weil das Kind unter seiner Aufsicht gestanden sei, habe er das Autoritätsverhältnis missbraucht, erläuterte der Staatsanwalt vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Thomas Tovilo-Moik.

Im Jahr 2003, als der Angeklagte in eine eigene Wohnung gezogen war, durfte sein Cousin des öfteren bei ihm übernachten. Auch da sei es zu sexuellen Übergriffen gekommen, warf der Staatsanwalt dem ledigen Mann vor. Das Opfer sei zwar bereits über 14 Jahre, aber immer noch minderjährig gewesen und von dem Beschuldigten beaufsichtigt worden.

Der 39-Jährige bekannte sich zum Teil als schuldig. Er sei zum sexuellen Missbrauch geständig, nicht aber zum schweren sexuellen Missbrauch, sagte Strafverteidiger Alexander Swancar. Als der Cousin zwölf, 13 Jahre alt gewesen sei, sei es zu "Kontakten" beim Kuscheln gekommen, erklärte der Anwalt. Bei den relevanteren geschlechtlichen Handlungen sei der Cousin bereits 16 Jahre alt gewesen.

Der Angeklagte wurde am Mittwochnachmittag schließlich "nur" wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen schuldig erkannt. Er erhielt eine bedingte Haftstrafe von acht Monaten sowie eine unbedingte Geldstrafe in Höhe von 2640 Euro. Zudem muss der Salzburger 1000 Euro Teilschmerzensgeld an das Opfer zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Den Freispruch vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen begründete der Schöffensenat damit, dass "nicht nachweisbar" sei, ob das Opfer zum Tatzeitpunkt der angeblich schweren Missbrauchshandlungen unter 14 Jahre alt gewesen sei.

Quelle: APA

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