Chronik

Salzburger Wirte kämpfen um ihr Image in der Gstättengasse

Die Stadtpolitik stimmt am Montag über ein Alkoholverbot auf der Lokalmeile ab. Die Gastronomen fürchten um ihren Ruf.

Salzburger Wirte kämpfen um ihr Image in der Gstättengasse SN/robert ratzer

"Grundsätzlich sei festzuhalten, dass in den vergangenen Jahren die Anrainerbeschwerden wegen Lärmbelästigungen, langen Öffnungszeiten, Anstandsverletzungen, sicherheitspolizeilich relevante Vorfälle und Verschmutzungen deutlich zugenommen haben. Aus diesem Grund solle eine Durchführungsverordnung nach dem Salzburger Landessicherheitsgesetz erlassen werden, die ein Alkoholverbot zum Inhalt hat." So steht es im Amtsbericht, der am Montag im Stadtsenat sowie am Mittwoch im Gemeinderat diskutiert und die Verordnung beschlossen werden soll. Konkret soll es an Wochenenden sowie an Feiertagen in der Zeit von Mitternacht bis sechs Uhr in der Früh verboten sein, in der Gstättengasse, am Anton Neumayr sowie Ursulinenplatz im öffentlichen Raum Alkohol auszuschenken, mitzuführen oder zu trinken. Verstöße sollen mit Strafen in der Höhe von 300 Euro geahndet werden. Kontrolliert werden soll die Einhaltung der Verordnung durch Magistratsbeamte. Die Polizei solle bei Überschreitungen von Sperrstunden sowie bei Lärmerregungen und Anstandsverletzungen tätig werden.

Einige der derzeit 19 an der Lokalmeile etablierten Gastwirte versuchen nun, um ein besseres Image zu kämpfen: "Wir haben mit der Stadtverwaltung das Gespräch gesucht, einen Runden Tisch mit Anrainern angeboten. Aber dazu ist es seitens des Magistrats nicht gekommen", sagte Heinz Russ, Inhaber der "Russ Bar". Ähnlich sieht es Franz Grubinger, der das "Flip" und den "SodaClub" betreibt: "Bis auf eine bestimmte Anrainerin hat es bislang keine Beschwerden gegeben." Es gebe zahlreiche Unterschriften von Bewohnern, die keine Probleme in der Gstättengasse sehen. Siegfried und Birgit Ursprunger, die kürzlich in der Gstättengasse eine Bäckerei eröffnet haben, die in der Nacht als Imbiss inklusive Getränkeausschank fungiert, beteuerten: "Unser Imbiss wird keine Partymeile werden. Wir werden darauf achten, dass in der näheren Umgebung keine Flaschen geworfen werden. Nur durch Eigenverantwortung können wir Gewerbetreibende die Gstättengasse etwas sicherer machen."

Nun wollen die betroffenen Wirte auf den Beschluss eines Alkoholverbots warten und im positiven Fall eine Interessengemeinschaft bilden. Sie wollten nicht als "die Bösen" in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Einerseits gehe es um zahlreiche Arbeitsplätze, andererseits sei man bemüht, durch den Einsatz von Security unliebsame Szenen unmittelbar vor den Lokalen zu unterbinden, ebenso das Mitnehmen von Getränken ins Freie zu verhindern.

Detail am Rande: Als Reaktion auf zahlreiche Raufereien und Anstandsverletzungen besteht seit 2007 ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum an der Lokalmeile am Rudolfskai zwischen Staatsbrücke und Mozartsteg. Dieses gilt an den Wochenenden schon ab 22 Uhr.

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