Chronik

Salzburgs Dächer sind nicht überall gleich belastbar

Für jede Gemeinde wurde eine Normschneelast definiert, auch die Seehöhe ist zu berücksichtigen. Die Bandbreite reicht von nicht einmal 200 bis mehr als 1000 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche.

Unzählige Dächer im Bundesland mussten in den vergangenen Tagen vorsorglich von der Schneelast befreit werden. SN/robert ratzer
Unzählige Dächer im Bundesland mussten in den vergangenen Tagen vorsorglich von der Schneelast befreit werden.

Regen und Schneefall in der Nacht auf Montag haben die Last auf Gebäudedächer noch einmal erhöht. Ein Kubikmeter Schnee kann bei diesen Bedingungen mehr als 500 Kilogramm wiegen. Seit Tagen wird deswegen dazu geraten, den Schnee vorsorglich abzuschaufeln, um Schäden zu vermeiden. Was die Dächer im Bundesland aushalten müssen, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Und selbst innerhalb einzelner Orte gibt es Unterschiede.

"Die Schneelast ist geregelt in einer entsprechenden Norm. Für jeden Ort in ganz Österreich ist eine Regelschneelast zu berücksichtigen, wobei es auch einen Höhenzuschlag (weil manche Ortsteile höher, andere tiefer liegen, Anm.) gibt", erklärt Rudolf Wernly, Präsident der Ziviltechnikerkammer für Oberösterreich und Salzburg.

Die Unterschiede sind eklatant

Im Zentrum der Stadt Salzburg müssen beispielsweise die Dächer eine Krafteinwirkung von 1,75 Kilonewton (1 kN entspricht gerundet 102 Kilogramm) pro Quadratmeter aushalten. Das sind knapp 180 Kilogramm Schneelast. Rund 15 Kilometer weiter südlich, in Hallein, sieht die Norm bereits 340 Kilogramm vor. Von den Bezirkshauptstädten müssen die Dächer in Tamsweg am meisten aushalten, dort sind es knapp 400 Kilogramm. In Abtenau, das gemeinhin als "Schneeloch" gilt, verlangt die Norm eine Belastungsgrenze von rund 600 Kilogramm. Das ist allerdings noch immer vergleichsweise wenig im Vergleich zum Wintersportort Obertauern, das auf 1650 Metern Seehöhe liegt: Dort sieht die Baunorm eine Belastbarkeit von gut 1000 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche vor.

Gefährlicher Mix aus Schnee und Regen

"Die Gefahr in der jetzigen Wetterlage liegt darin, dass es immer wieder regnet und dann darauf schneit", sagt Wernly. Wie erkennen Hausbewohner nun, dass diese in der Norm festgelegten Belastungsgrenzen womöglich überschritten werden? "Wenn es deutliche Verformungen im Dach gibt, ist das vielleicht schon ein Hinweis, dass die Grenzwerte erreicht wurden", meint der Ziviltechniker. Auch Geräusche könnten darauf hinweisen, dass die Konstruktion der Schneelast nicht mehr lang standhält. Dächer frühzeitig abzuschaufeln sei jedenfalls sinnvoll - auch inneralpin.

Besondere Vorsicht sollten Bewohner von Häusern mit Flachdächern walten lassen. "Es ist gerade bei Regenfällen darauf zu achten, dass die Abläufe funktionieren." Ansonsten könne sich unbeobachtet unter der Schneedecke Wasser ansammeln, was bei weiteren Niederschlägen gefährlich werden könnte. In den kommenden Tagen sollten zumindest größere Neuschnee- und Regenmengen ausbleiben.

Quelle: SN

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