Chronik

Salzburgs Polizei wird "demenzfreundlich"

Die Polizeiinspektion Alpenstraße ist die erste Dienststelle, in der Beamte im Umgang mit Demenzkranken geschult sind. Der Bedarf ist groß.

AI Roland Mörtenböck vor der ersten demenzfreundlichen Polizeidienststelle in Salzburg. SN/schmid
AI Roland Mörtenböck vor der ersten demenzfreundlichen Polizeidienststelle in Salzburg.

Der Einsatz kam über Funk: "Im Bereich Volksgarten ist eine offensichtlich verwirrte ältere Frau, bekleidet mit Schlapfen und Morgenrock, unterwegs." Es waren der 45-jährige Abteilungsinspektor Roland Mörtenböck - er ist stellvertretender Kommandant der Polizeiinspektion Alpenstraße - und seine Kollegen, die sich in unmittelbarer Umgebung befanden und sich der Sache annahmen. "Dies war ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig auch für Polizeibeamte eine Schulung im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen ist", sagte Mörtenböck. Später habe sich herausgestellt, dass die Seniorin aus einem Altenheim abgängig war. "Die Herausforderung in einer solchen Situation ist, zu erkennen, ob die betreffende Person an Demenz leidet, und ihr zu erklären, was passiert ist und wie es weitergehen soll."

Amtshandlungen mit Menschen mit Demenz gehörten für die Polizei mittlerweile zum Berufsalltag, heißt es aus dem Innenministerium. Um die Beamten auf derartige Situationen auch gut vorbereitet zu wissen, bietet die Sicherheitsakademie des Innenministeriums in Zusammenarbeit mit der Donau-Uni Krems ein dreiteiliges E-Learning-Tool an.

In der Polizeiinspektion Alpenstraße haben 36 Beamte diesen Lehrgang im Selbststudium erfolgreich absolviert. "Somit sind wir in Salzburg die erste demenzfreundliche Polizeinspektion. Als solche darf man sich bezeichnen, wenn mindestens 70 Prozent der Beamten einer Dienststelle diesen Lehrgang positiv absolviert haben. Hier ist auch der Bedarf aufgrund zahlreicher Senioreneinrichtungen im Bereich Salzburg-Süd gegeben", sagte Mörtenböck. Im Alltag seien es jedoch nicht nur erkrankte Menschen, die von Betreuungseinrichtungen weglaufen. "Es kommt immer wieder vor, dass solche Menschen überzeugt sind, bestohlen worden zu sein, wenn sie gewisse Dinge nicht mehr finden", so Mörtenböck. In diesem Lehrgang lerne man Menschen mit Demenz zu verstehen, auch dass Ungeduld seitens eines Polizeibeamten Aggression beim erkrankten Menschen provozieren könne. "Freundlichkeit, zuhören können und sich Zeit nehmen sind die wichtigsten Faktoren im Umgang mit derart Erkrankten. Man muss diese ernst nehmen und darf ihnen nicht mit Unverständnis begegnen."

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