Chronik

Salzburgs Schützen im Dienst der Gemeinschaft und des Brauchtums

Salzburgs Schützenkompanien trafen sich in Erinnerung an den Freiheitskämpfer Anton Wallner zu ihrem Jahrestag. Heuer in Mauterndorf.


"Die Salzburger Schützen sind ein wesentlicher Bestandteil des heimischen Vereinswesens und Träger des Brauchtums in unserem Bundesland. Mit ihren vielfältigen sozialen und karitativen Aktivitäten sind sie maßgeblich am Zusammenhalt unserer dörflichen und städtischen Gemeinschaften beteiligt und in vielfacher Weise in die Gesellschaft eingebunden", so Landeshauptmann und Schirmherr der Salzburger Schützenkompanien und Garden Wilfried Haslauer am , Sonntag, 19. Februar, bei der 58. Anton Wallner Gedenkfeier in Mauterndorf. Bei der Festveranstaltung wurden auch sechs verdiente Schützen mit dem Verdienstzeichen des Landes ausgezeichnet.

Pallauf: Lösung bei EU-Feuerwaffen-Richtlinie

"Unsere kulturellen und historischen Einrichtungen sind ein essentieller Bestandteil unserer Salzburger Traditionen. Besonders bei den historischen Schützenkompanien und Festschützenvereinen zählen Geschichte, Heimat, Gemeinschaft und Glaube zu den grundlegenden Werten. Sie leben unsere Traditionen tagtäglich und halten sie hoch. Nicht zuletzt deshalb haben wir den von der Europäischen Kommission vergangenes Jahr vorgelegten Vorschlag zur Änderung der EU-Feuerwaffen-Richtlinie von Anfang an verfolgt und kritisch hinterfragt. Denn dieser hätte ursprünglich ungerechtfertigter Weise auch die Prangerstutzen getroffen. Wir sind froh, mit hohem Einsatz gemeinsam mit den Schützen und auch anderen betroffenen Regionen eine Lösung im Sinne unserer Traditionen erreicht zu haben", so Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf.

Schellhorn: Beeindruckendes Engagement

"Das Schützenwesen im Land Salzburg hat eine lange Tradition und ist fixer Bestandteil des Jahres- und Lebensbrauchtums. Dadurch bekommen die Feste und Veranstaltungen einen besonderen Stellenwert und eine ausdrucksstarke Umrahmung. Es ist beeindruckend, wie viel Engagement und persönlichen Einsatz die Schützenkompanien für ihre Auftritte investieren. Ich freue mich, dass auch die Schützen stets junge Menschen für Traditionen begeistern können. Es wurde eine neue Schützenkompanie in Mauterndorf anlässlich der 800-Jahr-Feier der Marktgemeinde Mauterndorf gegründet - dazu gratuliere ich herzlich", betonte Landesrat Heinrich Schellhorn.

Verdienstzeichens des Landes Salzburg verliehen

Landeshauptmann Wilfried Haslauer zeichnete sechs besonders verdiente Schützen mit dem Verdienstzeichen des Landes aus. Das Verdienstzeichen des Landes erhielt Peter Gahr aus Tamsweg. Gahr ist seit dem Jahr 2003 Bezirksfähnrich im Lungau und Fähnrich des Bürgerlichen Schützenkorps Tamsweg. Weiters ausgezeichnet wurde Franz-Josef Gmachl aus Salzburg, Gmachl ist seit 2005 Schützenhauptmann der Historischen Prangerschützen Aigen und seit 2011 Bezirkskommandant-Stellvertreter der Stadt Salzburg. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Josef Gramlinger aus Straßwalchen, der seit dem Jahr 2004 Hauptmann der Historischen Leonardireiter und Schützen zu Irrsdorf ist. Das Verdienstzeichen des Landes erhielt weiters Manfred Jung aus Elixhausen, Jung ist seit 2004 Hauptmann der Prangerstutzenschützen Elixhausen. Wolfgang Schett aus Maishofen, seit 2010 Obmann der Falkenbachschützen Kaprun, wurde ebenfalls ausgezeichnet wie Johann Walchhofer aus Altenmarkt, seit 2002 Schützenhauptmann der Historischen Struckerschützen in Altenmarkt.

Schützenwesen hat lange Tradition

Das Schützenwesen im Land Salzburg hat eine lange und große Tradition, die aus der Geschichte des Fürsterzbistums Salzburg resultiert und sich nachweislich bis zum Jahr 1278 (Gründungsurkunde des Oberndorfer Schiffer-Schützen-Corps) zurückverfolgen lässt.

Landesschützenfeier zum Gedenken an Freiheitskämpfe

Mit der Anton-Wallner-Gedenkfeier wird alljährlich der Freiheitskämpfe 1809 der Tiroler und Salzburger gegen die Franzosen und Bayern gedacht. Wallner wurde vom Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer mit der Organisation der Salzburger Landesverteidigung gegen die Bayern und Franzosen beauftragt. Der gebürtige Pinzgauer und unermüdliche Schützenkommandant verstand es, die Schützen und Bauern im Land Salzburg zusammenzubringen, um sich dem Vordringen der feindlichen Truppen entgegenzustellen. Anton Wallner wurde um 1768 als neuntes Kind der Bauern am Hinterlehenerhof in Oberkrimml geboren und heiratete 1785 die Wirtstochter Therese Egger aus Wald im Pinzgau. Mit ihr hatte Wallner 16 Kinder. Er kaufte in Windisch Matrei (heute Matrei in Osttirol) das Aichberger Wirtshaus, das jedoch bei den Freiheitskämpfen geplündert und vernichtet wurde.

Am 13. Februar 1810 erhielt Anton Wallner von Kaiser Franz I. für seine Treue ein Landgut und eine Pension geschenkt. In Wien kursierte jedoch das Gerücht, Wallners Frau und seine Kinder seien währenddessen von fremden Soldaten ermordet worden. Diese Nachricht, die sich als falsch herausstellte, traf Anton Wallner so schwer, dass er zwei Tage später in Wien verstarb.








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Quelle: SN

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