Chronik

Salzburgs Spitäler planen Rückkehr zum Normalbetrieb

Der Spitalsbetrieb in Salzburg wird Schritt für Schritt wieder hochgefahren. Sollte eine zweite Infektionswelle eintreten, will man flexibel bleiben.

Die erste Anstiegsphase bei den Corona-Fällen haben Salzburgs Spitäler hinter sich. SN/wildbild
Die erste Anstiegsphase bei den Corona-Fällen haben Salzburgs Spitäler hinter sich.

Salzburgs Spitäler haben die erste Anstiegsphase bei den Corona-Fällen gemeistert. Die Kapazitäten waren zu jedem Zeitpunkt ausreichend. Jetzt wird die Rückkehr zum Normalbetrieb geplant. Für eine neuerlichen Covid-19-Anstieg bleiben die Spitäler allerdings bereit.

Salzburgweiter Gleichschritt

"Wir sind gerade dabei, in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit allen Krankenhäusern in Salzburg, den Spitalsbetrieb wieder Schritt für Schritt hochzufahren. Mich erinnert das an die Anfangsphase der Coronakrise, als wir alle gemeinsam mit allen Einrichtungen in Salzburg innerhalb weniger Tage die Versorgung der Covid- wie auch Nicht-Covid-Patienten auf die Beine gestellt haben, sodass wirklich jeder bestmöglich medizinisch versorgt war. Genau so müssen wir das jetzt im salzburgweiten Gleichschritt hinbekommen", sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl. Die Phase sei jetzt wieder sehr arbeitsintensiv und brauche die Zusammenarbeit aller Krankenhäuser im Land. "Einen Zusatzpunkt müssen wir jetzt aber immer im Hinterkopf haben: Dass eine weitere Infektions-Welle kommen könnte und wir sehr flexibel und schnell auch darauf wieder reagieren müssen", betont Stöckl.

Franzose auf dem Weg der Besserung

Vorsichtig positive Nachrichten gibt es aus dem Covid-Haus am Uniklinikum Campus LKH: So konnte einer der ursprünglich drei Patienten, die am 1. April aus der Moselregion in Frankreich nach Salzburg überstellt wurden, extubiert werden. "Das heißt, der 77-Jährige kann wieder selbstständig atmen und befindet sich auf dem Weg der Besserung", teilt Primar Richard Greil, Leiter des Krisenstabs Medizin Covid-19, mit.

"Akt der europäischen Solidarität"

Ein weiterer Patient aus Frankreich (68) wurde nach zwei negativen Corona-Tests bereits am Dienstag dieser Woche zurück nach Metz überstellt. Der dritte Patient aus Frankreich (67) wird weiterhin auf der Intensivstation des Covid-Hauses beatmet. "Wir hatten die Kapazitäten und haben mit großer Sorge die Lage in Italien, Spanien und auch Frankreich beobachtet. Für mich war und ist die Aufnahme der drei Patienten aus Frankreich ein Akt der europäischen Solidarität und wir haben damit Leben gerettet", erklärt Christian Stöckl.

Erstmals Plasma-Therapie

Erstmals wurde in Salzburg auch ein Patient im Rahmen einer experimentellen Therapie mit Covid-Rekonvaleszenten-Plasma behandelt. "Der Patient konnte selbst keine Antikörper bilden, hat daher zwei Beutel erhalten und zeigt deutliche Anzeichen einer Besserung", berichtet Alexander Egle, der medizinische Leiter des Covid-Hauses. Hergestellt wurde das Rekonvaleszenten-Plasma im Universitätsinstitut für Transfusionsmedizin. "Die Kooperation mit dem Covid-Team ist sehr gut, die Spenderinnen und Spender sind motiviert, das Rote Kreuz und die Medien waren bei der Suche sehr unterstützend", betont Institutsleiterin Eva Rohde.

Bislang jüngster Corona-Intensivpatient extubiert

Außerdem konnte der mit 38 Jahren bislang jüngste Salzburger Intensiv-Patient extubiert und von der Intensiv- wieder auf die Normalstation verlegt werden. Dass sein Krankheitsverlauf kein Einzelfall ist, stellt Primar Greil klar: "Die Corona-Patienten auf der Intensivstation sind fast um zwölf Jahre jünger als jene, die im Covid-Haus sind. Die Vorstellung, dass nur besonders betagte Patienten beatmet werden müssen, ist ein Irrtum.

Quelle: SN

Aufgerufen am 29.11.2020 um 05:54 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburgs-spitaeler-planen-rueckkehr-zum-normalbetrieb-86401909

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