Chronik

Salzburgs Wanderwege sind nach Rekordwinter zu "drei Viertel beschädigt"

Der schneereiche Winter hat Spuren der Verwüstung hinterlassen. Viele Routen sind noch gesperrt.

Der schneereiche Winter hat nicht nur in den Wäldern für enorme Holzbruchschäden gesorgt, ebenso sind zahlreiche Wanderwege im Bundesland Salzburg durch Steinschlag arg in Mitleidenschaft gezogen worden. "In unserem Gebiet sind rund drei Viertel aller Wege mehr oder weniger durch den Schneedruck und den nun aufgeweichten Boden sanierungsbedürftig", sagte Franz Mayrhofer, Tourismusobmann in St. Gilgen. Man hoffe, nach Feststellung der Schäden Hilfe aus dem Katastrophenfonds zu bekommen.

In der Fuschlseeregion sieht es nicht viel anders aus: "Die Wege vom Schober zum Frauenkopf, der Mühlenwanderweg im Bereich Pölz, der Weg über Lospichl-Kreuzstein sowie über den Serpentinenweg und der Rundwanderweg Nocksteinschlucht und der Weg zum Plötz-Wasserfall sind derzeit nicht begehbar", so die Auskunft im Tourismusbüro. In Hintersee könne man die Schäden noch nicht erkennen, dort lägen noch bis zu 40 Zentimeter Schnee.

Auf dem Gaisberg in Salzburg ist der Rundwanderweg noch bis Juni gesperrt, ebenso gesperrt ist die Glasenbachklamm in Elsbethen. Ähnlich stellt sich die Situation auch in den anderen Salzburger Bezirken dar.

Für die Sanierungen dieser Wanderwege in Salzburg sind prinzipiell die Wegerhalter zuständig. Das können Gemeinden, Bundesforste, private Grundeigentümer, der Alpenverein für Wege über 1500 Metern Seehöhe sowie Landwirte sein. Ob für private Firmen, Gemeindearbeiter der Bauhöfe oder auch Mitarbeiter der Lawinenverbauung - für die kommenden Wochen ist Auslastung pur angesagt. Der Salzburger Alpenverein konnte am Mittwoch kurz vor der Wahl eines neuen Vorstands keine detaillierten Auskünfte über bislang gemeldete Schäden geben.

Spezialisten in Sachen Felsräumung sind die Mitarbeiter der Salzburger Höhenwerkstatt in Salzburg-Gnigl. "Wir sind beispielsweise rund um die Salzburger Stadtberge auf privatem Gelände sowie am Wolfgangsee tätig", sagte Michael Muttenthaler. Erst kürzlich habe man den schwer beschädigten Fürbergweg in St. Gilgen reparieren können. Das Salzburger Unternehmen ist nicht nur selbst operativ tätig, sondern bildet auch in Kursen in firmeneigenen Trainingszentren aus: "Ob Mitarbeiter der Salzburger Felsputzer des Magistrats, Feuerwehrmänner, Mitarbeiter von Straßenmeistereien, Wildbachverbauung oder Gemeindearbeiter: Hier geht es um die Sicherheit der Menschen, die im steilen Gelände arbeiten müssen", so Muttenthaler. Dabei werde nicht nur das sichere Arbeiten im exponierten Gelände trainiert, sondern auch die Anwendung notwendiger Rettungsmaßnahmen, sollte es zu einem Unfall kommen.

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