Chronik

Saniertes Salzachufer in Kuchl schuf mehr Lebensraum

In Kuchl ist durch die Ufersanierung ein neuer Naherholungsraum entstanden - und "nebenbei" auch ein besserer Hochwasserschutz und mehr Platz für die Natur.

Robert Loizl, Leiter des Referats Schutzwasserbau beim Land, und Landesrat Josef Schwaiger besichtigten die renaturierte Salzach in Kuchl.  Bild:  SN/sw/lmz
Robert Loizl, Leiter des Referats Schutzwasserbau beim Land, und Landesrat Josef Schwaiger besichtigten die renaturierte Salzach in Kuchl.  Bild:

Von Jänner bis Juni 2019 wurde das Salzachufer in Kuchl saniert. "Mittlerweile hat die Natur dieses kleine Paradies schon zu großen Teilen zurückerobert. Kinder spielen hier wieder im Wasser und Erwachsene nutzen den Platz zur Erholung", sagt Landesrat Josef Schwaiger über das Projekt. Die Ausgangssituation vor der Sanierung: Der ehemals geradlinige Uferverbau war unterspült oder steil abgebrochen, insgesamt in einem desolaten Zustand. Im Rahmen der Arbeiten wurden zahlreiche Maßnahmen für Mensch, Tier und Natur gesetzt.

Insel als Rückzugsort für Vögel

Übergangsbereiche von Seitenbächen bieten selten gewordenen Pflanzen und Tierarten einen wertvollen Lebensraum. Die Mitterbachmündung wurde wieder naturnah gestaltet. Vor der Sanierung stürzte der Bach zwei Meter tief in die Salzach ab, dadurch konnten einige Fischarten nicht zum Laichen vom Fluss in den Bach gelangen, was jetzt wieder möglich ist. Zudem wurde eine Insel, die für Menschen nicht zugänglich ist, als Rückzugsort vor allem für Vögel geschaffen. Für Projektleiter Günther Huber ein schönes Beispiel dafür, "dass wir vor allem in ländlichen Regionen die Möglichkeit haben, Gewässern ihren ursprünglichen, natürlichen Zustand wiederzugeben und so gleichzeitig etwas für die Natur, die Menschen und den Hochwasserschutz zu tun."

Salzach wurde um bis zu 70 Meter verbreitert

Die Salzach erhielt im Rahmen der Bauarbeiten deutlich mehr Platz. "Vor einigen Jahren konnten wir ein Ufer-Grundstück erwerben. Das hat uns ermöglicht, den Fluss an dieser Stelle um bis zu 70 Meter zu erweitern, sodass er bei Hochwasserereignissen mehr aufnehmen kann. Der breitere Querschnitt verlangsamt auch die Fließgeschwindigkeit. Das schont die Uferbereiche und bremst die Eintiefung des Flussbettes. Insgesamt eine nachhaltige Investition, da keine aufwendige Instandhaltung notwendig ist", sagt Robert Loizl vom Schutzwasserbau des Landes und ergänzt: "Der wichtigste Fluss des Landes hat an dieser Stelle Raum bekommen, in dem er leben, sich bewegen und verändern kann."

Ein kleines Paradies für relativ wenig Geld

Die Gesamtkosten für die Bauarbeiten betragen 200.000 Euro, davon kommen 70 Prozent vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, 30 Prozent vom Land Salzburg. "Für verhältnismäßig wenig Geld konnten wir in Kuchl ein kleines Paradies schaffen, das die Salzach ökologisch aufwertet und den Menschen in der Region über Generationen ermöglichen wird, Wasser zu erleben", sagt Schwaiger. "Viele erinnern sich daran, wie sie als Kind schon in Bächen und Flüssen gespielt haben, dass ist hier wieder Realität geworden."

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