Chronik

Schlittenhunde: Eisblaue Augen, das Fell voller Schnee

Für die meisten der gut 500 Schlittenhunde war es am vergangenen Wochenende in Werfenweng das erste Rennen auf Schnee. Ihre Freude darüber war im ganzen Ort unüberhörbar.

Jaulen, winseln, bellen, kläffen und vor allem heulen: Die rund 500 Schlittenhunde - größtenteils Siberian Huskys, Alaskan Malamutes und Grönlandhunde - machen sich am Wochenende in Werfenweng kräftig bemerkbar.

Kein Wunder: Ist es doch für sie und ihre Musher (Schlittenhundeführer) das erste Rennen der Wintersaison auf Schnee. Nach dem Sommertraining eine willkommene Abwechslung für die Teams. Sie stammen aus ganz Europa, von Österreich und Deutschland über die Schweiz bis Italien, Tschechien, die Niederlanden, Polen und Russland.

Die Hunde können es kaum erwarten loszulegen. Die Startzeiten sind in allen Klassen fix vergeben. Eine halbe Stunde vorher beginnt die Vorbereitung: Gurte anlegen, Pfoten eventuell in schützende Patschen bugsieren, denn der viele Neuschnee bleibt zwischen den Pfoten kleben und manche Hunde beginnen durch die Klumpen zu humpeln. Da die Rennstrecke nur 15 Kilometer beträgt, haben die Musher keine Zeit stehen zu bleiben und die Pfoten ihrer Tiere zu reinigen.

Je näher der Start rückt, desto aufgeregter werden auch die Hunde. "Sie spüren unsere eigene Anspannung und sind total am Ausflippen", sagt Martin Brandt aus Bayern. Er ist der "Dog Han dler" (Hundebetreuer) für Musher Jürgen Stolz, der drei Mal Weltmeister und zwei Mal Europameister war. "Ich trainiere die Hunde das ganze Jahr über und bereite sie auf die Rennen vor, helfe beim Start und achte auf das Equipment", erzählt Brandt.

Die Hilfe ist auch dringend nötig. In den letzten Sekunden vor dem Start springen die Hunde in ihren Gurten wie auf Sprungfedern in die Höhe und wären für einen Menschen allein nicht mehr zu bändigen. Dass man auch bei anderen Teams aushelfe, sei selbstverständlich: "Das sind ja alles Freunde hier", sagt Brandt.

Das bestätigen auch Andrea Meir und Peter Pfrüner. Sie unterstützen ihren Musher Uli Wagner, der mit Alaskan Malamutes am Start ist. "Am Beginn der Saison geht es noch sehr freundschaftlich zu", bestätigen sie. Denn es gehe (noch) nicht darum, Titel oder Meisterschaften zu gewinnen. Wagners Malamutes sind am Start relativ gelassen und ziehen nicht viel am Geschirr. "Malamutes sind Lokomotiven, die erreichen über 35 km/h. Man muss sie daher sehr gut erziehen, damit man sie bändigen kann", erklärt Peter Pfrüner.

Weniger ausgelassen sind die Hunde, wenn sie nach 15 Kilometern ins Ziel traben. Manchen hängt die Zunge fast bis zu den Pfoten.

"Das ist die Kunst des Mushers, die Hunde gleichmäßig zu trainieren", sagt der Werfenwenger Rupert Hafner. Er ist für Zeitnehmung und Auswertung zuständig. "Wirklich gute Hunde kommen mit demselben Tempo ins Ziel, mit dem sie gestartet sind."

Zum Beispiel das Gespann von Lisa Klaushofer. Sie geht mit elf Siberian Huskys an den Start. "Das Rennen ist für meine Hunde nur Training, wir laufen normalerweise 50 oder 60 Kilometer. Das heißt, ich komme nie an diese Spitzengeschwindigkeiten heran, aber dafür sind sie ausdauernder", erklärt die 26-Jährige. Sie stammt aus Königswiesen (Bezirk Freistadt, OÖ) und ist eines der wenigen jungen Gesichter unter den Mushern. Darauf angesprochen, muss die junge Frau schmunzeln: "Ja, es gibt wenig Nachwuchs. Die meisten Musher haben einfach mehr Hunde als Kinder", erklärt sie und krault einem ihrer Huskys das verschneite Fell.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 01:26 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/schlittenhunde-eisblaue-augen-das-fell-voller-schnee-548713

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