Chronik

"Schneckenpost" sorgt in Puch für Ärger

Bürgermeister Helmut Klose ist verärgert über die zu späte Zustellung von Gemeindezeitungen.

Normalerweise lautet der Slogan der Post: Die Post bringt allen was. In der Tennengauer Gemeinde Puch ist dem nicht so - zumindest mussten einige Haushalte länger auf bestimmte Zustellungen warten als andere.

"Es ist schon eine Frechheit", echauffiert sich Puchs Bürgermeister Helmut Klose und fährt fort: "Ich habe vor Weihnachten - genauer gesagt am 17. Dezember - das Heft pro!Puch bei der Post in Hallein aufgegeben. Dafür habe ich 1500 Euro gezahlt. Einige Haushalte haben ihr Exemplar erst 22 Tage nach meiner Aufgabe erhalten. Wir hoffen, dass uns insofern kein Schaden entstehen wird, da ja viele Werbeeinschaltungen auf Weihnachten und das neue Jahr bezogen waren. Nach Heiligen Drei Könige Weihnachts- und Neujahrswünsche zu bekommen, das ist sehr makaber." Dasselbe gelte auch für die Gemeindezeitung "Wir im Dorf", in der wichtige Informationen für die Gemeindebürger enthalten sind.

Sprecher der Post entschuldigt sich

Auf Nachfrage bei der Pressestelle der Post hieß es durch David Weichselbaum: "Wenn das alles stimmt, dann müssen wir uns entschuldigen. Es ist nicht nachvollziehbar, weil wir kaum Rückstände in der Zustellbasis hatten. Wir sind noch am Prüfen, aber es ist schwer, alles genau nachzuvollziehen."

Es sei logisch, dass vor Weihnachten immer größere Mengen von Paketen und Briefen aufgegeben werden. Darum sei normalerweise bei der Post zu dieser Zeit auch 25 bis 30 Prozent mehr Personal eingestellt. Auch laut dem sogenannten "Trace and Track"-System sollte es im Prinzip möglich sein, Sendungen nachzuverfolgen.

Mittlerweile hat sich Franz Reischl von der Post mit Bürgermeister Klose in Verbindung gesetzt. Bei einem Treffen hörte sich Reischl Kloses Beschwerden an: "Es ging ja nicht nur um die Gemeindezeitungen, sondern auch andere Einschreiben und Sendungen, die nicht zeitgemäß an die Haushalte geliefert wurden. Da gab es allerhand Beschwerden von einzelnen Bürgern."

Einen Entschädigungsantrag stellen wäre eine Möglichkeit

Laut Klose war der Vertreter der Post sehr bemüht und verständnisvoll, während die verschiedenen Bereiche besprochen wurden. Nun würde die Post stichprobenartig ein paar Bewohner anrufen und nachfragen, ob sie das Heft pro! Puch bekommen hätten. Rückmeldungen gebe es dann an den Bürgermeister bzw. an die Gemeinde.

Was könnte Klose rückwirkend tun? "Ich müsste wegen der verspäteten Zustellung der Zeitungen Regress einfordern. Das bedeutet: einen Entschädigungsantrag stellen und dann um Vergütung ansuchen." Fakt ist, dass die Post sieben Werktage Zeit habe, Sendungen zuzustellen. Alles, was danach ankomme, sei schon verspätet.

Laut Auskünften der Post ist es am wahrscheinlichsten, dass es einen technischen Fehler im Verteilerzentrum gab. Man sei sich aber nicht ganz sicher und noch an der Ursachenforschung. Unerklärlich sei, dass die Sendungen an einige Haushalte geliefert wurden und an andere wiederum nicht.

Um den Bürgermeister zu beschwichtigen und um ihm den Ablauf in einem Verteilerzentrum zu zeigen, kam ein Angebot vonseiten der Post: Klose und Gemeindebedienstete dürfen eine Führung im Postzentrum in Wals mitmachen. Auch eine einschlägige Schulung zu Themen wie Einschreiben oder zukünftige Vorhaben der Post wäre angeboten worden. "Es waren alle sehr bemüht. Die Geschichte ist jedoch noch am Laufen und daher nicht abgeschlossen. Wichtig ist mir, den Gemeindebürgern mitzuteilen, dass der Fehler nicht bei der Gemeinde liegt," so Klose.

Wie funktioniert die Zustellung per Post?

Nachdem man den Brief oder das Paket am Postamt aufgegeben hat, kommt dieses in eines der Verteilerzentren.


Es gibt sechs Verteilerzentren für Briefe und sieben für Pakete in Österreich.


Im Bundesland Salzburg gibt es das Briefzentrum Salzburg und das Paketzentrum in Wals-Siezenheim.


Von dort geht die Sendung in die jeweilige Zustellbasis - wie zum Beispiel jene in Puch/ Urstein.


Der Postbote/Zusteller holt die Sendung und verteilt diese an die Haushalte.




Aufgerufen am 19.02.2020 um 08:59 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/schneckenpost-sorgt-in-puch-fuer-aerger-82408441

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