Chronik

Schneechaos: Nachtzug steckte stundenlang in Leogang fest

Für den ÖBB-Nightjet von Graz nach Zürich gab es in der Nacht kein Weiterkommen mehr: Die Oberleitung war blockiert, 300 Passagiere steckten fest. Der Schaden führt auch am Sonntag zu Verspätungen auf der Strecke.

300 Passagiere des ÖBB-Nachtzugs von Graz nach Zürich steckten in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Stunden lang ohne Strom fest. Zu dem Unglück kam es kurz vor 5.00 Uhr. Wegen der starken Schneefälle war ein Baum auf die Oberleitung gestürzt. Der Zug krachte in den Baum und schleifte diesen einige Meter mit, bevor die Zuggarnitur im Leoganger Ortsteil Sonnrain zum Stehen kam. Der Baum kam schlussendlich auf einem Waggon zum Liegen, rund 100 Meter der Oberleitung wurden so beschädigt, dass der Zug stromlos war. Alle Passagiere blieben bei dem Zwischenfall unverletzt.

Zuerst war geplant, die Reisenden aus dem Zug zu evakuieren. Schließlich gelang es jedoch, mit Hilfe eines Diesel-Triebfahrzeuges und eines Turmwagens die Fahrleitung anzuheben und den Zug zurück in den Bahnhof Saalfelden zu ziehen. "Das hat knapp vier Stunden lang gedauert. Die Heizung hat im Zug aber immer funktioniert", erklärt ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair.

Die Feuerwehr Leogang war mit 15 Mitgliedern und drei Fahrzeugen im Einsatz. Sie führte die Aufräumarbeiten zusammen mit Technikern der ÖBB durch. Die Reisenden konnten im Zug bleiben und wurden durch das Rote Kreuz betreut.

Auswirkungen auf Reisende: Strecke gesperrt

Die Bahnstrecke zwischen Saalfelden und Hochfilzen bleibt aufgrund der Witterungsverhältnisse voraussichtlich bis Montag, 7. Jänner am Nachmittag unterbrochen. Hatte es nach dem Oberleitungsschaden in der Nacht auf Sonntag zunächst noch so ausgesehen, als ob zumindest ein Gleis wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, hat sich die Lage inzwischen verändert. Bei den Reparaturarbeiten und Räumfahrten hat sich herausgestellt, dass durch steigende Temperaturen zahlreiche Bäume und Sträucher aufgrund der Schneelast in die Strecke hineinragen und damit einen sicheren Zugverkehr nicht möglich machen. ÖBB-Mitarbeiter sind bereits mit Hochdruck dabei, die Hindernisse zu beseitigen. Der Nightjet 464, der in der Nacht vom Oberleitungsschaden betroffen war, wurde in den Bahnhof Saalfelden zurückgezogen. Dort werden die Fahrgäste von den ÖBB und Einsatzkräften mit Essen und Trinken versorgt. Der Zug wird nach Salzburg zurück und von dort über die Korridorstrecke ("deutsches Eck") verkehren. Für den Zug 515 mit zahlreichen Skisprung-Fans wurden Busse zur Weiterfahrt ab Hochfilzen nach Bischofshofen bestellt.
Weiters ist aktuell wegen Lawinengefahr kein Zugverkehr zwischen Scharnitz und Mittenwald möglich. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten kann dort auch kein Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten werden.
Aufgrund akuter Lawinengefahr mussten die ÖBB zudem den Zugverkehr zwischen Stainach-Irdning und Schladming einstellen. Für die Züge des Fernverkehrs wurde in diesem Streckenabschnitt ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Für Reisende im Nahverkehr steht ein Schienenersatzverkehr zwischen Stainach-Irdning und Öblarn zur Verfügung. Da die Busse des Ersatzverkehrs eine Umleitungsstrecke befahren müssen, ist mit einer Verlängerung der Reisezeit zu bis zu 120 Minuten zu rechnen.

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