Schneechaos

Obertauern: Urlauber flüchten scharenweise vor Schneemassen

Lawinenwarnstufe 4, starke Schneeverwehungen, massenweise Neuschnee: Weil die Straße ins Tal bald gesperrt werden könnte, verlassen viele Urlauber fluchtartig den Wintersportort Obertauern.

Der stürmische Wintereinbruch hält Salzburgs Gebirgsgaue im Griff. Zum Wochenende soll es einen weiteren Meter Neuschnee geben, es drohen etliche Straßensperren. Bereits jetzt gesperrt ist der Gerlospass (B165) nach einem Lawinenabgang. Bald gesperrt werden könnte die Tauernstraße (B99). Im Bereich der Radstädter Tauern herrscht Lawinenwarnstufe 4. Wird Warnstufe 5 ausgerufen, kommt es zu einer Sperre. "Wir beobachten die Situation rund um die Uhr. Derzeit transportieren Bagger, Traktoren und zahlreiche Lastautos die Schneemassen ab". sagt der amtsführende Bürgermeister von Tweng, Heribert Lürzer. Kommt es zur Sperre, würden in Obertauern etliche Urlauber festsitzen. Viele Gäste verließen den Ort am Freitagvormittag fluchtartig. "Es gibt eine behördliche Genehmigung, damit die Lkw auch am Wochenende fahren dürfen, damit wir den Schnee wegbekommen", sagt Lürzer.

Sperre auf der Tauernautobahn

Die Salzburger Lawinenwarnzentrale hat das Bundesheer um Assistenz gebeten. "Die Lawineneinsatzzüge Saalfelden, Tamsweg, Hochfilzen und St. Johann sind in Bereitschaft gesetzt worden", berichtete am Donnerstag Norbert Altenhofer vom Land Salzburg. Die Autobahnmeisterei muss am Freitagnachmittag die Tauernautobahn im Bereich Flachau sperren, da Lawinen gesprengt werden müssen.

Warnstufe 4 - der aktuelle Lawinenlagebericht

Schon am Donnerstag galt im Bereich der Radstädter Tauern für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Kettenpflicht, stürmischer Wind peitschte zudem streckenweise den Schnee derart massiv auf, dass die Sichtweite praktisch bei null lag. Jene Gäste, die in Obertauern keinen Platz in einer Tiefgarage fanden, mussten ihre oft meterhoch zugewehten Autos mühsam freischaufeln. "Da infolge des starken Windes viele Lifte stillstehen, versuchen vor allem deutsche Gäste jetzt früher abzureisen", hieß es in einigen Hotels. Weniger aus Furcht vor einem Stau zum Wochenende, vielmehr wegen eines möglichen Wintereinbruchs bei der Heimreise in Deutschland, so der Tenor.

Hoteliers und Personal in Obertauern nehmen die Situation dennoch gelassen und können von manch skurrilen Situationen erzählen. So habe ein Gast aus Hamburg erfolglos gefordert, dass ihm der Hausmeister des Hotels den Mercedes freischaufle. Der Hamburger musste selbst zwei Stunden lang Hand anlegen, um dann festzustellen, dass er nicht freikommt. Die ihm zur Verfügung gestellten Schneeketten habe er dann auf die falschen, nicht auf die Antriebsräder montiert. Zu guter Letzt sei er mit einem Traktor "befreit" worden.

Im Hotel Sailer sehen Rudi und Alexandra Sailer den im Volksmund genannten "Tauernsturm" entspannt, auch wenn die Balkone und Fenster meterhoch zugeweht sind. "Die Gäste entspannen im Wellnessbereich und wissen ihre Autos in unserer neuen Tiefgarage sicher."

Ebenso im Fünf-Sterne-Hotel Seekarhaus: Während einige dick eingemummte Gäste mit Skibrillen durch das Schneegestöber wandern, genießen andere die großzügige Spa-Landschaft im Haus.

Zurück in die Stadt Salzburg: Hier sei man auf die intensive Niederschläge vorbereitet, versichert Michael Wanner, Leiter des städtischen Bauhofs.

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Aufgerufen am 23.01.2019 um 10:16 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/schneechaos-obertauern-urlauber-fluechten-scharenweise-vor-schneemassen-63482845

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