Chronik

Schneidermeisterin liebt die Abwechslung

Angefangen hat sie mit Kindersachen, jetzt schneidert sie alles, vom Trachtenjanker über das Brautkleid bis zur Bettwäsche. Auch Stoffdrucke für die individuelle Gestaltung macht Anna-Maria Gaberscik selbst.

Der Dauergebrauch der Nähmaschine im Atelier von Anna-Maria Gaberscik ist nicht zu übersehen. "Diese Pfaff ist eine alte, schwere Maschine, ein sogenannter Schnellnäher, die nur gerade nähen kann. Aber sie ist enorm solide und robust. Ich habe sie gebraucht gekauft und habe sie selbst schon seit gut 20 Jahren. Für meine Arbeit brauche ich gutes Werkzeug", betont sie.

Favorit: Mühlviertler Leinen

Besonders gerne fährt Schneidermeisterin Gaberscik auf Stoffmessen. "Ich lege großen Wert auf die Qualität der Ware", sagt sie. Bevorzugtes Gewebe ist ihr derzeit Mühlviertler Leinen erster Güte, das sie selbst mit Stoffdrucken veredelt. "Ich habe einige Stoffdruck-Kurse absolviert und mir entsprechende Druckmodeln besorgt", klärt sie auf und verweist auf die dezent bedruckten Leinenschals, die sie für die Salzburger Land-Tourismus GmbH gefertigt hat. "Besonders Kinderkleider lassen sich mit den Stoffdrucken sehr individuell gestalten und das gefällt meinen Kundschaften sehr gut", freut sie sich.

Die gebürtige Oberösterreicherin hat ihre Lehr- und Gesellenjahre in Linz verbracht und dort auch die Meisterklasse besucht. "Damals habe ich von Andreas Enzenhofer, dem großartigen Mode-Designer, gehört. Ich wollte unbedingt bei ihm arbeiten, weil mir sein Stil so gut gefallen hat. So bin ich nach Salzburg gekommen und habe insgesamt mehr als 20 Jahre bei ihm gearbeitet."

Alles, was in einem Kleiderkasten hängt

Gelernt habe sie auf diese Weise alles, was ihr jetzt, nachdem sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, zugute kommt. "Alles habe ich gemacht, Damen- und Herrenbekleidung, Abendroben, Dirndlkleider, sozusagen all die Stücke, die sich in einem Kleiderkasten finden", berichtet die Schneidermeisterin. Eine schöne Aufgabe bei Enzenhofer sei ihr noch in Erinnerung. "Ich durfte für das Marionettentheater Puppen umgestalten, die anlässlich des Life-Balls mit dem Motto ,Sound of Music' gefragt waren." Dabei ließ sie ihrer Fantasie freien Lauf und gestaltete die Kleider im Miniformat.

Diese Vielfalt an Erfahrung kommt ihr insofern sehr entgegen, als sie selbst bei der Arbeit die Abwechslung liebt. "Das ist das spannende, weil ich immer wieder etwas anderes nähen kann." Vor knapp zwei Jahren hat sie ihr eigenes Atelier in Leopoldskron gestartet. Vor allem in der Corona-Zeit habe sich bei vielen der Wunsch nach hochwertiger Kleidung sehr verstärkt, viele Kundschaften kommen aus der direkten Nachbarschaft. "Die Selbstständigkeit war die beste Idee, die ich je hatte, es macht mir enorm viel Freude."

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