Chronik

Schnelle Hilfe von Bauern für Bauern

In Salzburg waren die Bauern des Saalachtals am stärksten vom Hochwasser betroffen. Die Landwirte helfen bei den Aufräumarbeiten zusammen. Offen ist, wie viel der Katastrophenfonds den Bauern zahlt.



Albert Haitzmann hat nicht mit der Tatkraft der Jungbauern aus Wals-Siezenheim gerechnet. Bereits nach einem halben Tag waren die zehn Männer mit der gröbsten Arbeit auf seinen vom Hochwasser beschädigten Wiesen fertig. "Letzte Woche hätte ich noch hundert Helfer brauchen können", sagt Haitzmann.

Zwischen 15 und 20 Hektar seiner Flächen in Weißbach bei Lofer waren bei dem Hochwasser von der Saalach überschwemmt worden. Der Fluss spülte feinen Sand gemeinsam mit Hölzern in allen Größen auf seine Wiesen. Jetzt liegt die sandige Erde fest wie Beton auf den Flächen. Normalerweise schneidet Haitzmann hier Gras für seine Kühe. Die erste Mahd fällt ihm nun mehr oder weniger aus. "Drei Viertel des ersten Schnitts habe ich wohl verloren", sagt Haitzmann.

Wie viel Heu Haitzmann heuer noch erntet kann er noch nicht sagen. Jetzt schaffen die Jungbauern kleine Hölzer und dicke Baumstämme von den Wiesen. Mit dabei ist auch Georg Reiter, Sohn des Bauernbundobmannes, der den Einsatz organisert hat. "Das gröbste haben wir raussortiert. Den Sand muss man jetzt in die Erde einarbeiten, damit wieder etwas wachsen kann", sagt Reiter. Eigentlich sei der Sand ja gut für den Boden. "Aber das hier ist zu viel des Guten." Albert Haitzmann ist den Jungbauern jedenfalls dankbar für die Hilfe. Allein wäre er wohl monatelang mit den Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen.

Die Bauern im Saalachtal zwischen Saalfelden und Lofer beklagen, dass der Fluss hier immer öfter über die Ufer trete. Franz Wieser, Sprecher von Agrarlandesrat Sepp Eisl (ÖVP), sagt: "Wir sind schon länger mit den Bauern dort in Kontakt und haben eine Abmachung. Wenn Felder öfter überflutet werden, dann gibt es für diese Bauern höhere Leistungen aus dem Katastrophenfonds." Wir groß die Schäden in der Salzburger Landwirtschaft nach dem Hochwasser sind, werde derzeit von Sachverständigen erhoben.

Die Bauern im Saalachtal waren von diesem Hochwasser in Salzburg am stärksten betroffen. Das sagt Christian Hallinger, Landesleiter der Salzburger Hagelversicherung. Seine Sachverständigen seien ununterbrochen unterwegs, um Schadensmeldungen zu überprüfen. "Meistens ist alles kaputt und wir zahlen den Pauschalpreis." Der betrage 200 Euro pro Hektar. Seine Versicherung decke nur die neue Einsaat und nicht die Aufräumarbeiten oder den Ernteausfall ab. Das zahle zum Teil der Katastrophenfonds. Laut der Hagelversicherung wurden in Salzburg rund 170 Landwirte und 500 bis 600 Hektar landwirtschaftlicher Fläche vom Hochwasser beschädigt.

((SN).)

Aufgerufen am 24.06.2018 um 04:32 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/schnelle-hilfe-von-bauern-fuer-bauern-4819780

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