Chronik

Schüsse auf Kater: Mutmaßlicher Tierquäler vor Gericht

Zwei Mal wurde in Hallwang auf Kater Ernst geschossen. Der mutmaßliche Täter, ein pensionierter Arzt, streitet die Vorwürfe ab.

Schüsse auf Kater: Mutmaßlicher Tierquäler vor Gericht SN/robert ratzer
Einem 71-jährigen pensionierten Hausarzt wird vorgeworfen, auf einen Kater geschossen zu haben. Symbolbild.

Schoss ein 71-jähriger Pensionist zwei Mal auf Kater Ernst? Mit dieser Frage war am Montag das Salzburger Landesgericht befasst. Dem pensionierten Hausarzt wird vorgeworfen, er habe mit einem Luftdruckgewehr im Dezember 2015 und im Juni 2016 auf den Nachbarkater gefeuert. Dass er die Tat im Juni gegenüber der Polizei gestanden habe, wollte der Angeklagte am Montag aber so nicht stehen lassen. "Die Polizisten haben mich zur Befragung beim Mittagsschlaf überrascht. Zudem stand ich wegen einer akuten Erkrankung unter Medikamenteneinfluss". Freilich habe er ein Gewehr zu Hause, habe er den Beamten gesagt. "Dann hat die Polizistin gesagt hat, dass bereits fest steht, dass mit der Waffe auf die Nachbarkatze geschossen wurde. Da habe ich ausgesagt, dass mir das Leid tue und ich für die Tierarztkosten aufkommen würde."

Angeklagter: "Ich habe auf den Baum gezielt"

Erklären habe er sich die Vorwürfe aber nicht so ganz können, sagt er zu Richter Christian Hochhauser. Von dem ersten Vorfall, der bereits im Dezember 2015 geschah, wisse er gar nichts. Als im Juni 2016 zum zweiten mal auf den Kater geschossen wurde, habe er zwar tatsächlich einen Schuss mit seinem Luftdruckgewehr abgegeben. "Ich habe das Gewehr aber nur ausprobiert, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich habe es seit Jahren wieder einmal hergenommen, geölt und auf Blätter meines Nussbaumes im Garten gezielt."

Nachbar entdeckte Blutspur vor der Garage des Angeklagten

Belastet wird der 71-Jährige von seinem 26-jährigen Nachbarn. Der Kellner ist auch der Besitzer von Kater Ernst. Diesen fand der Zeuge im Dezember 2015 hechelnd auf seiner Terrasse vor. Der Tierarzt fand schließlich heraus, dass die Wunde von einer Gewehrkugel verursacht wurde. Zudem entdeckte der 26-Jährige eine Blutspur, die von der Garage seines Nachbarn, dem Angeklagten, zu seiner eigenen Wohnung führte. Da der Kellner damals aber noch keinen konkreten Verdacht hatte, habe er auch noch keine Anzeige erstattet. Diese folgte dann im Juni dieses Jahres, als der Kater zum zweiten Mal eine Schusswunde erlitten hatte. Diesmal gab es keine Blutspuren, Schüsse hatte der 26-Jährige in keinem der Fälle gehört.

Gutachter soll Gewehrkugeln untersuchen

Urteil gab es am Montag noch keines. Die Röntgenbilder der Tierärzte lagen dem Gericht nicht vor. Zudem soll nun auch noch ein Gutachter klären, ob die Gewehrkugeln zu dem beschlagnahmten Luftdruckgewehr des Angeklagten passen. Die Kugeln selbst können nicht untersucht werden. Sie stecken immer noch in Kater Ernst. Er habe laut dem Tierarzt in beiden Fällen Glück gehabt hat, dass keine lebenswichtigen Organe getroffen wurden, sagte sein Besitzer.

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