Chronik

Schüsse in Zell am See: Die Täter feuerten mindestens vier Mal auf ihr Opfer

Nach dem Angriff haben sie den 39-jährigen Verletzten mit einem Lieferwagen zu einem Feldweg gebracht und dort abgelegt. Die Polizei spricht von einem komplexen Fall.

Weil vermutlich noch mehrere Verdächtige auf der Flucht sind, gibt sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen und um Beamte und Opfer zu schützen bedeckt. Fest steht: Am Mittwoch kurz vor 2.30 Uhr fielen in der Franz-Josef-Straße im Stadtzentrum von Zell am See mehrere Schüsse. Angestellte eines benachbarten Hotels sprachen von vier bis fünf Schüssen. Es könnten auch mehr gewesen sein. Um 2.27 Uhr ging der Notruf beim Roten Kreuz ein.

Polizeisprecherin Nina Laubichler sagte am Mittwochnachmittag, bei dem Opfer handle es sich um einen 39-jährigen Österreicher aus Wien. Der Mann war am Mittwoch wegen seiner schweren Verletzungen nicht vernehmungsfähig. Einer der mutmaßlichen Täter, ein 30-jähriger Niederländer, sei in den frühen Morgenstunden im Ortsgebiet von Zell am See festgenommen worden. "Die Befragungen des Verdächtigen laufen. Eine Fahndung nach weiteren Tätern ebenso." Um wie viele weitere Verdächtige es sich handelt, wollte die Polizei vorerst nicht bekannt geben. Ebenso wenig, ob sie wie in Medien kolportiert mit einem schwarzen Ford Tourneo geflüchtet seien. Auch zur Tatwaffe bzw. den Tatwaffen wollte die Polizei am Mittwoch keine Einzelheiten bekannt geben. Dass sich die Verdächtigen noch im Pinzgau aufhalten, damit rechnet man nicht. Es wird europaweit gefahndet.

Zu den Hintergründen der Tat meinte Laubichler, es sei ein "komplexer" Fall. Die Vorgehensweise lässt auf eine Abrechnung schließen. Das Opfer soll in der Nähe des Tatorts unmittelbar vor dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen ein Geschäft besitzen. Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, fanden sie nur Patronenhülsen und Blutspuren, aber kein Opfer. Die Täter sollen den Verletzten in einen Lieferwagen geladen und weggebracht haben. Offenbar gelang es dem Mann, während der Fahrt die Polizei anzurufen. Mittels einer Handypeilung konnte man ermitteln, von wo er angerufen hatte. Wenig später fand man ihn neben einem Feldweg im Piesendorfer Ortsteil Aufhausen, wo ihn die Täter aus dem Wagen geworfen haben. Gegen 5 Uhr lieferte das Rote Kreuz den Angeschossenen in das Tauernklinikum Zell am See ein, wo er erstversorgt wurde. Er soll vier Schusswunden im Bauch, in der Hand und im Oberschenkel aufgewiesen haben, war aber ansprechbar. Eine offizielle Bestätigung gibt es für all das nicht.

Nach dem Anschlag rückte die Einsatzeinheit Cobra aus, die das Opfer auch im Krankenhaus bewachte. Dieses wurde nach der Erstversorgung um 7 Uhr in ein anderes Krankenhaus geflogen und dort operiert. Wo, wollte man aus Sicherheitsgründen nicht bekannt geben, solange ein Teil der Täter noch auf der Flucht ist. Am Vormittag sperrte die Polizei zur Spurensicherung die Franz-Josef-Straße ab.

Die Polizei sperrte den Tatort ab, das Landeskriminalamt sicherte Spuren. SN/anton kaindl
Die Polizei sperrte den Tatort ab, das Landeskriminalamt sicherte Spuren.

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