Chronik

Schule wird zur Medienwerkstatt

Mit Profis aus der Praxis wird in der HBLW Saalfelden im neugestalteten Zweig Medieninformatik unterrichtet. Die Tipps fließen in die Produktion einer Jugendzeitung ein.

Begeistert vom Medienschwerpunkt in der HBLW Saalfelden: Sarah Hagn (l.) produziert mit ihrem Team der dritten Klasse derzeit eine eigene Jugendzeitung, Nadine Breitfuss (vierte Klasse) arbeitet an einem Audioguide für Leogang. A. Rachersberger
Begeistert vom Medienschwerpunkt in der HBLW Saalfelden: Sarah Hagn (l.) produziert mit ihrem Team der dritten Klasse derzeit eine eigene Jugendzeitung, Nadine Breitfuss (vierte Klasse) arbeitet an einem Audioguide für Leogang.

Spannung aufbauen, Leser fesseln, mit Geschichten beeindrucken: Michael Minichberger, stellvertretender Chefredakteur des Salzburger Verlagshauses, lieferte jungen Zeitungsmacherinnen kürzlich umfassende Antworten. Zwei Nachmittage lang.

Und da ein guter Text ohne starkes Bild nur halb so viel wert ist, gab's einen Crashkurs mit Fotograf Peter Kühnl aus Saalfelden. Er organisierte mit den Medieninformatikerinnen der 3C ein professionelles Shooting. Es entstanden Bilder für einen Wettbewerb der Tageszeitung "Die Presse" zum Thema "Bewusste Ernährung".

Jetzt wird es ernst: Die Produktion der Schülerzeitung nimmt Fahrt auf. Ein Vorschlag, der mit Minichberger diskutiert wurde: "Strange Paper" als Titel der Zeitung. Es solle "eine etwas andere Jugendzeitung" werden, daher der Gedanke, sagt die Weißbacherin Sarah Hagn, Teil des 16-köpfigen Teams. Doch letztlich riet der Fachmann davon ab. Zu undurchsichtig, wohl etwas zu "strange". So ging die Suche in die Verlängerung.

Ende Mai muss das Projekt präsentiert werden, bis dahin wird recherchiert, getextet, fotografiert, ein Layout erarbeitet - und eine Anzeigenabteilung muss eine solide finanzielle Basis für die Druckkosten aufstellen. Vergangenes Jahr sei eine schulinterne Zeitung entstanden, nun gehe der Blick darüber hinaus. Hagn: "Wir wollen mit unserer Jugendzeitung 13- bis 19-Jährige ansprechen, auch aus anderen Saalfeldener Schulen." Mit einer Umfrage, verbreitet über soziale Medien, sei die Gruppe gefragten Themen auf die Spur gekommen. So solle eine Festival-Checkliste (was es zu beachten gilt) genauso Platz finden wie Berichte über Sport und Partyspiele. Auch mit Geschichten über Restaurants, Bücher und Sprachreisen werde ein interessanter Mix entstehen. "Sie haben gute Tipps von Experten bekommen. Jetzt müssen sie selber schwimmen", sagt Lehrer Robert Kalss.

Was ist noch von den beiden Nachmittagen mit Minichberger hängengeblieben? Hagn: "Wichtig ist, mit Titel und Vorspann Spannung zu erzeugen, aber nicht gleich alles hineinzuschreiben und zu verraten. Außerdem soll sich dabei nichts wiederholen." Sie könne sich gut vorstellen, einmal als Journalistin oder Fotografin zu arbeiten. "Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich diesen Zweig gegangen bin." Bis zur Matura bekommen die Schüler auch umfassende Einblicke in den Audio- und Filmsektor, große Bedeutung hat stets das Projektmanagement.

Eine Exkursion führte vor Weihnachten nach Wien in die Redaktionen der Tageszeitungen "Kurier" und "Standard." Durch gläserne Räume bekam die Gruppe am Rande mit, wie Redaktionskonferenzen ablaufen. Außerdem: Über den Verein "Zeitung in Schule" bekommt die HBLW täglich 30 Exemplare der SN und 20 vom "Standard" geliefert. Mit der Produktion der Schülerzeitung solle das Interesse an gedruckten Nachrichten weiter geweckt werden. "Ein Ziel des Projekts ist, dass junge Leute öfter zur Zeitung greifen. Speziell das Regionale ist interessant", sagt Hagn.

Insgesamt seien die Schülerzahlen der HBLW durch neue Angebote wieder gestiegen, schildert Kalss - auch die Hemmschwelle für Burschen sei deutlich gesunken. Derzeit seien rund 30 der 500 Schüler männlich. "Eine Quote von zehn Prozent ist das Ziel."

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