Chronik

Schwere Unwetter im Pongau und Pinzgau: Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren

Am späten Samstagnachmittag machten schwere Unwetter vor allem der Feuerwehr in der Region Wagrain, St. Johann, Großarltal zu schaffen, aber auch im Oberpinzgau. Mehr als 100 Einsätze waren notwendig, mehr als 400 Männer und Frauen von 18 Feuerwehren im Dienst.

Umgestürzte Bäume müssen weggeräumt, verklauste Bäche ausgeräumt und vermurte Straßen freigebaggert werden. Gleich am Sonntag in der Früh wurde mit den Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten begonnen. Die B 163 im "Graben" zwischen Wagrain und St. Johann bleibt vorläufig gesperrt. Seitens der Feuerwehr heißt es, von beiden Seiten, also von St. Johann und Wagrain, werde daran gearbeitet, im Lauf des Sonntags den "Durchbruch" zu schaffen. Die Straße ist gleich mehrfach vermurt worden. Auch Autofahrer wurden zwischen Muren eingeschlossen, ihre Fahrt abgeschnitten. Ersten Informationen nach wurde niemand verletzt, die Einsatzkräfte konnten rund 50 Autoinsassen in Sicherheit bringen. Ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos erklärte, dass auch einige Häuser evakuiert werden mussten. Verletzt wurde niemand.

Personen mit Baggerschaufel in Sicherheit gebracht

Wagrains Bürgermeister Axel Ellmer war als Ortstellenleiter der Bergrettung selbst im Einsatz. Er berichtet, dass ab 17 Uhr ein schweres Gewitter mit Sturmböen, Hagel und starkem Regen wütete. "Wir hatten Hochwasser an Stellen, wo es normalerweise keines gibt." Es gebe viele kleinere Schäden durch Hochwasser und Muren. Am stärksten war aber die B163 zwischen Wagrain und St. Johann bei einem kleineren Graben betroffen. "Dort wurde die Straße meterhoch verschüttet. An der Stelle hat es schon jahrelang nichts mehr gegeben." Einige Autos konnten weder vor noch zurück, weil die Straße an mehreren Stellen nicht mehr befahrbar war. Feuerwehr und Bergrettung befreiten rund 50 Personen aus ihrer misslichen Lage. Eine kleine Gruppe wurde mit einer Baggerschaufel über einen Bach gehoben. "Wir haben ihnen Klettergurte angelegt und konnte sie über den Bach in Sicherheit bringen." Später wurde eine Nebenstraße freigeräumt sodass andere Personen mit einem Bergrettungsfahrzeug abgeholt werden konnten. Bürgermeister Axel Ellmer geht davon aus, dass die Autos im Laufe des Sonntag abgeholt werden können.

Feuerwehr konnte über Forstwege zu eingeschlossenen Personen

Auch die Feuerwehr St. Johann wurde kurz vor 17 Uhr an die selbe Stelle zu einem Einsatz geschickt. Über den Notruf wurde gemeldet, dass ein Auto, in dem sich auch Kleinkinder befinden, von einer Mure erfasst worden war. Wie sich herausstellte, war der Pkw zwar auf der Straße eingesperrt, war aber nicht von dem Geröll erfasst worden. Das Ausmaß der größten Mure ist aber dennoch beträchtlich: Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Hofstetter schätzt, dass einige 100 Kubikmeter Gestein auf die B163 niedergingen. Er erkundete zu Fuß die Lage und konnte feststellen, dass für die eingeschlossenen Fahrzeuge keine akute Gefahr bestand. "Die Leute waren aber alle geschockt: Das ist keine angenehme Situation wenn du zwischen zwei Muren festhängst und nicht mehr rauskommst. Der Bach führte ja auch sehr viel Wasser." Hofstetter fand schließlich eine Möglichkeit, wie man mit Fahrzeugen zu den Leuten vordringen konnte: Über mehrere Güter- und Forstwege konnte man mit geländegängigen Fahrzeugen zu den Personen gelangen. "Wir brauchten dafür allerdings relativ lange. Bis wir an der Stelle waren, waren einige Personen schon von der Wagrainer Bergrettung in Sicherheit gebracht worden." Gegen 21.30 Uhr waren alle Personen unverletzt und in Sicherheit und konnten bei der Sammelstelle in Wagrain registriert werden.

Großarltal: Denkmal "Alte Wacht" wurde von Mure gestreift

Eine mächtige Mure im Wachtergraben hoch über der Liechtensteinklamm streifte auch die ehemalige Mautstelle am Eingang des Großarltals. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Alte Wacht dürfte noch einmal Glück gehabt haben. Die Freiwillige Feuerwehr Großarl konnte noch am Samstag die gröbsten Arbeiten beim Großarler Wahrzeichen durchführen. Wie groß die Schäden an dem historischen Gebäude sind, kann noch nicht abgeschätzt werden. Zudem verlegte eine Mure die Straße ins hintere Ellmautal.

Die Feuerwehr Großarl war bei der Alten Wacht hoch über der Liechtensteinklamm im Einsatz.  SN/freiwillige feuerwehr großarl
Die Feuerwehr Großarl war bei der Alten Wacht hoch über der Liechtensteinklamm im Einsatz.

Auch im Pinzgau sind gleich mehrere Feuerwehren im Einsatz gewesen, darunter in Mittersill, Uttendorf, Stuhlfelden, Maishofen, Viehhofen. Dabei sind ebenfalls Keller und Straßen überflutet worden. Jedoch "nicht so schlimm wie im Pongau", wie es seitens des Landesfeuerwehrverbands hieß.

Quelle: SN

Aufgerufen am 29.11.2020 um 12:38 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/schwere-unwetter-im-pongau-und-pinzgau-die-aufraeumarbeiten-laufen-auf-hochtouren-91836271

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