Chronik

Section Control in Zell am See geht in Betrieb

Ab kommender Woche wird im Schmittentunnel gemessen. Es ist die zweite Anlage in Salzburg. Die erste bei Schwarzach hat sich bewährt.

Die Section-Control-Anlage in Zell am See ist bereit. SN/anton kaindl
Die Section-Control-Anlage in Zell am See ist bereit.

Die Kästen der Section-Control-Anlage stehen seit gut zwei Monaten bei den Portalen des Zeller Schmittentunnels. Sie allein sollen schon dafür gesorgt haben, dass in der sechs Kilometer langen Röhre nicht mehr so schnell gefahren wird. Tatsächlich scharf geschaltet werde die Anlage, die die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer misst, aber erst in der kommenden Woche, sagt Verkehrslandesrat Hans Mayr.

Die Kästen wurden schon im Herbst aufgestellt, weil für die Arbeiten eine mehrtägige Tunnelsperre nötig war, die für Zell am See und die Autofahrer nur in der verkehrsarmen Nebensaison zumutbar ist. Dann musste die Anlage noch eingestellt werden. Vor Weihnachten hätte man starten können, sagt Mayr. Das habe man aber vermieden, weil es keinen guten Eindruck mache. "Wir beginnen, wenn nach den Ferien wieder Normalbetrieb ist."

Mayr beteuert, dass es dem Land nicht darum gehe, die Autofahrer zu ärgern und abzuzocken. Die Einnahmen aus den Strafen würden zur Gänze an den Bund gehen und man habe keinen Spielraum gehabt. Der Schmitten- und der Schönbergtunnel bei Schwarzach seien rund 20 Jahre alt und nicht mehr auf dem neuesten Stand. "Wir haben Auflagen von der EU zur Verbesserung der Sicherheit." Eine Möglichkeit wären bauliche Maßnahmen gewesen, die viele Millionen Euro gekostet hätten. "Eine andere mögliche Maßnahme ist die Überwachung der Geschwindigkeit. Sie ist am günstigsten."

Die Anlage in Zell am See kostet 170.000 Euro und ist damit wesentlich günstiger als jene im Schönbergtunnel, für die das Land noch 560.000 Euro bezahlte. Der Unterschied ist leicht erklärt: Für den Schmittentunnel werden keine eigenen Kameras angeschafft, sondern jene aus Schwarzach verwendet. Sie sollen in Zukunft regelmäßig den Standort wechseln.

Eine Besonderheit des Schmittentunnels ist, dass er in der Mitte eine dritte Ausfahrt hat, über die man in das Stadtzentrum gelangt. Gemessen werden aber nur Fahrzeuge, die die gesamte Strecke zwischen Süd- und Nordportal zurücklegen. Der Grund dafür ist, dass auf der Ausfahrt Zen trum im Gegensatz zur Hauptstrecke, wo 80 km/h erlaubt sind, Tempo 50 gilt. Eine Messung wäre aufwendiger und teurer, weil man zusätzliche Kameras benötigen würde.

Bezirkshauptmann Bernhard Gratz sagt, laut der Tunnelwarte Bruck, die den Schmittentunnel mit Kameras überwache, wurde teilweise sehr schnell gefahren. "Und es passieren auch immer wieder Unfälle." Im Schönbergtunnel, wo seit Dezember 2015 gemessen wird, habe die Section Control im Großen und Ganzen zu einer Verbesserung geführt, sagt der Pongauer Bezirkshauptmann Harald Wimmer. "2016 gab es insgesamt 6769 Strafen. In den ersten Monaten waren es je 600 bis 800, danach 250 bis 300. Im September und Oktober waren es wieder an die 500 und im Dezember nur mehr 89." Bußgelder in der Höhe von 250.000 Euro wurden verhängt.

Wimmer sagt, er fahre selbst jeden Tag durch den Tunnel und habe auch den subjektiven Eindruck, dass es gesitteter zugehe. Für Friedrich Schmidhuber, Leiter der Verkehrsabteilung der Salzburger Polizei, hat die Section Control den Vorteil, dass sie nicht nur für eine punktuelle Reduktion der Geschwindigkeit sorge wie ein stationäres Radar, sondern über eine längere Strecke wirke. Weitere Anlagen sind in Salzburg derzeit nicht geplant.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 04:38 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/section-control-in-zell-am-see-geht-in-betrieb-560683

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