Chronik

Seekirchen macht das Rennen ums Hallenbad

Für den Bau eines Hallenbades im Seenland hat der Regionalverband nun die Weichen gestellt und will weitere Gemeinden dafür gewinnen.

Von der Dimension her soll das neue Hallenbad für den Flachgau vergleichbar mit dem Salzburger AYA-Bad (Bild) sein und für den Schulsport, die Vereine, aber auch die Öffentlichkeit entsprechende Schwimmmöglichkeiten bieten.Bild: /Info-Z/Killer SN/sw
Von der Dimension her soll das neue Hallenbad für den Flachgau vergleichbar mit dem Salzburger AYA-Bad (Bild) sein und für den Schulsport, die Vereine, aber auch die Öffentlichkeit entsprechende Schwimmmöglichkeiten bieten.Bild: /Info-Z/Killer

Im Salzburger Seenland soll bald auch im Winter geschwommen werden können. Der Regionalverband gab vergangene Woche grünes Licht für den Bau eines Hallenbades und legte sich auf den Standort Seekirchen fest. Damit folgt man der Empfehlung des Gutachtens der kplan AG. Zuletzt war neben Seekirchen noch Neumarkt mit dem Schulzentrum bzw. der Wallersee-Ostbucht als Standortgemeinde im Rennen gewesen.

"Es gibt noch keinen offiziellen Beschluss, den müssen die Gemeindevertretungen fassen. Vorgesehen ist, dass dies bis 31. März 2020 geschieht", so Regionalverbandsobmann Simon Wallner, Bürgermeister von Obertrum. Er hoffe, dass sich die positive Stimmung für das Projekt auf die Gemeindevertretungen überträgt. Auch Neumarkts Bürgermeister Adi Rieger (ÖVP) habe die Entscheidung akzeptiert. Zum Regionalverband Salzburger Seenland gehören die zehn Mitgliedsgemeinden Berndorf, Henndorf, Köstendorf, Mattsee, Neumarkt, Obertrum, Schleedorf, Seeham, Seekirchen und Straßwalchen.

Für Seekirchen spreche, dass am Standort neben dem Sportzentrum Aug bereits gewidmete Flächen zur Verfügung stehen, die komplett aufgeschlossen sind. Auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr sei optimal.

Seekirchens Bürgermeister Konrad Pieringer (ÖVP) freut sich über die Entscheidung: "Vom Regionalverband war alles sehr gut vorbereitet. Seekirchen ist der Standort, wo alles passt. Wir haben auch die größten Schulen im Ort. Klar ist, dass relativ hohe Kosten auf uns zukommen. Natürlich geht das nur, wenn die anderen Gemeinden das mittragen." In Seekirchen selbst haben bereits SPÖ und FPÖ ihre Zustimmung zu dem Projekt bekundet. Walter Artbauer von der SPÖ forderte gleichzeitig einen weiteren Ausbau der Verkehrsanbindung. FPÖ-Stadtrat Hermann Kirchmeier sieht bei einer zeitnahen Realisierung eine riesige Chance für die Region.

Von den geschätzten Baukosten von zwölf Millionen Euro soll das Land etwa zwei Drittel übernehmen, so der Wunsch. Den Rest müssten sich die Gemeinden teilen. Das gilt auch für den jährlichen Abgang von etwa 425.000 Euro. Hier rechnet der Regionalverband mit rund zehn Euro pro Einwohner, was Seekirchen mit 11.000 Einwohnern am stärksten treffen würde. Wie Pieringer hofft auch Regionalverbandsobmann Simon Wallner, noch weitere Flachgauer Gemeinden für das Projekt gewinnen zu können. "Wenn weitere 5000 Einwohner dazukommen, sinkt der Pro-Kopf-Betrag um 1,50 Euro", rechnet Wallner vor. Mit dem Land gibt es positive Gespräche, Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) hat bereits vor einem Jahr das Ziel formuliert, noch in dieser Legislaturperiode ein Hallenbad im Flachgau zu errichten.

"Wenn alles gut läuft, könnte nächstes Jahr die Planung abgeschlossen und 2021 mit dem Bau begonnen werden", so Bgm. Simon Wallner. Er stellt klar, dass vor allem ein Hallenbad für die Flachgauer Schulen und Vereine entstehen soll. "Natürlich wird es aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Deshalb planen wir acht 25-Meter-Bahnen, von denen immer zwei für die öffentliche Nutzung bereitstehen. Es soll ein Bad gebaut werden, das mit dem Salzburger AYA-Bad vergleichbar ist." Geplant sind neben einem Sportbecken ein kleineres Therapiebecken, ein Planschbereich für Kleinkinder und eine Sauna. Ein Hubboden im Hauptbecken soll die Wassertiefe für unterschiedliche Sportarten anpassen können.

SPÖ fühlt sich in ihrer Forderung bestätigt

Bestätigt fühlt sich die Flachgauer SPÖ, die in der Vergangenheit vehement ein Hallenbad für den Bezirk gefordert und die Diskussion ins Rollen gebracht hat.

"Die Sicherheit der Kinder war dabei immer unsere Triebfeder. Zu viele Flachgauer Kinder hatten nicht die Möglichkeit, schwimmen zu lernen, und waren aufgrund der Vielzahl an Seen gleichzeitig einer großen Gefahr ausgesetzt. Jetzt muss Landesrat Schnöll möglichst schnell mit der Umsetzung beginnen", fordert SPÖ-Sportsprecher LAbg. Max Maurer. Neumarkts SPÖ-Vizebürgermeister David Egger hätte das neue Bad gern in seiner Gemeinde gesehen: "Ein Bau in der Ostbucht, kombiniert mit einer Attraktivierung des Seebetriebs, wäre unsere erste Präferenz gewesen. Aber auch für uns ist stets die Sicherheit der Kinder im Vordergrund gestanden. Wenn das Hallenbad in Seekirchen möglichst schnell gebaut wird, können wir in Neumarkt daher gut damit leben." Gemeinderat Bernhard Weiß aus Köstendorf will, dass das Land die Gemeinden auch bei eventuellen Abgangskosten finanziell unterstützt.  

Aufgerufen am 29.01.2020 um 01:01 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/seekirchen-macht-das-rennen-ums-hallenbad-80230912

Kommentare

Schlagzeilen