Chronik

Selbstfahrender Bus hält wieder in Koppl - erstmals nach Fahrplan

Der Digibus ist werktags zwischen neun und 13.30 Uhr unterwegs und ergänzt die Linie 152, wodurch ein Halbstundentakt zwischen dem Ortszentrum und der Haltestelle an der B158 zur Verfügung steht.

Martin Köhnken (ÖBB), Cornelia Zankl und Siegfried Reich (Salzburg Research) sowie Manfred Maier (Postbus) beim Teststart. SN/thomas sendlhofer
Martin Köhnken (ÖBB), Cornelia Zankl und Siegfried Reich (Salzburg Research) sowie Manfred Maier (Postbus) beim Teststart.

Im September 2019 war der selbstfahrende Digibus erstmals ohne einen Bediener unterwegs - auf einem abgesperrten Gelände am Salzburgring. Am Montag hat auf der 1,4 Kilometer langen Strecke zwischen dem Ortszentrum von Koppl und der Wolfgangsee-Straße (B158), wo die Buslinie 150 (zwischen Salzburg und Bad Ischl) hält, neuerlich ein Test begonnen. Weil der Bus auf einer öffentlichen Straße unterwegs ist, muss aber weiterhin ein Operator an Bord sein. Und den braucht es, wie der Lokalaugenschein zeigte: Wenn Autos überholen oder Bäume und Sträucher über die Straße ragen, bremst der Bus mitunter abrupt von 15 km/h auf null ab.

Cornelia Zankl, Projektleiterin bei Salzburg Research, spricht von einer "defensiven Programmierung, weil die Sicherheit an erster Stelle steht". Bis ein Bus tatsächlich fahrerlos unterwegs sein könne, müsse die Technik noch zuverlässiger werden. Beim Test, der zwischen 10. und 28. August sowie zwischen 21. September und 16. Oktober läuft, solle die "Integration in ein regionales Mobilitätssystem" erprobt werden, sagt Zankl. Der Digibus ist werktags zwischen neun und 13.30 Uhr unterwegs und ergänzt die Linie 152, wodurch ein Halbstundentakt zwischen dem Ortszentrum und der Haltestelle an der B158 zur Verfügung steht. Es ist der erste Test, in dem der Bus nach einem Fahrplan verkehrt. Zehn Minuten dauert die Fahrt - zwangsläufige Verzögerungen wurden großzügig eingerechnet.

"Wir erhoffen uns Rückmeldungen und Eindrücke von den Koppler Bürgern", sagt die Projektleiterin auf die Frage nach ihren Erwartungen für den Test.

Auf eine Passagierzahl, die in den sieben Wochen befördert werden soll, will sich Zankl nicht festlegen. Sie verweist auch auf die Vorgaben zur Eindämmung des Coronavirus - es dürfen statt sechs Personen nur drei aus unterschiedlichen Haushalten bzw. vier zusammenlebende Personen im Bus Platz nehmen. Fahrgäste müssen wie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Quelle: SN

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