Chronik

Serbe in Salzburger Park niedergeschossen: Lange Haftstrafen für zwei Italiener

Ein 36-jähriger Serbe war im Hans-Lechner-Park durch drei Revolverschüsse schwer verletzt worden. Am späten Freitagabend erhielt der Schütze  nun  14 Jahre Haft wegen Mordversuchs; ein Mitangeklagter muss wegen Beteiligung an der Bluttat zwölf Jahre in Haft. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Spurensicherer am Tatort im Hans-Lechner-Park. Dort wurde am 14. August 2018 ein Serbe von drei Revolverschüssen getroffen. Er überlebte dank Notoperation.  SN/fmt/wolfgang moser
Spurensicherer am Tatort im Hans-Lechner-Park. Dort wurde am 14. August 2018 ein Serbe von drei Revolverschüssen getroffen. Er überlebte dank Notoperation.

Sie hatte für enormes Aufsehen gesorgt - die Schießerei im Hans-Lechner-Park in Salzburg-Schallmoos am späten Abend des 14. August 2018. Ein Serbe (36) war kurz nach 22 Uhr von drei Revolverschüssen in Bauch, Schulter und Unterschenkel getroffen worden. Er überlebte dank einer Notoperation.

Bald darauf wurde ein 32-jähriger, in Salzburg lebender Italiener als mutmaßlicher Schütze ausgeforscht und von Staatsanwalt Mathias Haidinger wegen Mordversuchs angeklagt. Laut Haidinger hat der 32-Jährige (Verteidiger: RA Leopold Hirsch) aus kurzer Distanz in Tötungsabsicht auf den Serben gefeuert. Im Hintergrund der Tat standen Kokaingeschäfte. Der Staatsanwalt klagte aber auch noch einen weiteren, 23-jährigen Italiener an - wegen Beteiligung am Mordversuch. Demnach soll der 23-Jährige (Verteidiger: RA Hermann Bogensperger) im Park dabei gewesen sein und den Schützen "zumindest psychisch unterstützt" haben: "Er hat dem 32-jährigen Landsmann bei dessen Schussabgabe den Rücken freigehalten und die Schüsse gutgeheißen."

Der Geschworenenprozess wurde bereits im Mai eröffnet. Beide Angeklagte bekannten sich nicht schuldig. Der Ältere räumte zwar ein, geschossen zu haben, sprach aber von Notwehr: Das - spätere - drogensüchtige Opfer habe plötzlich ein Messer gezogen und Suchtgift gefordert. Er, so der 32-Jährige, habe darauf in seinen Rucksack gegriffen und mit der Pistole durch diesen geschossen. Der jüngere Angeklagte beteuerte, von den Schüssen des Landsmanns völlig überrascht worden zu sein. Am Freitag, im Prozessfinale, wurde der Jüngere aber von zwei Zeugen belastet. Die beiden, derzeit auch in Haft, sagten vor dem Geschworenensenat (Vorsitz: Richter Günther Nocker), dass der 23-Jährige einen Tag vor den Schüssen bei einem Kokaindeal ihnen gegenüber geäußert habe, er wolle den 36-jährigen Serben töten.

Spätabends erkannten die Geschworenen beide schuldig - den 32-jährigen Schützen wegen Mordversuchs mit 5:3-Stimmen und seinen jüngeren Landsmann wegen Beteiligung am Mordversuch mit 8:0-Stimmen. Der Schütze erhielt 14 Jahre Haft, sein Landsmann zwölf Jahre wegen Mittäterschaft. Nicht rechtskräftig.

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