Chronik

Sie bringt den Elch in die Stadt

Stephanie Platajs versucht, die skandinavische Lebensweise den Salzburgern näherzubringen.

Stephanie Platajs in ihrem Restaurant Smørrebrød. An der Wand hängt das Fell eines Rentiers.  SN/sw/privat
Stephanie Platajs in ihrem Restaurant Smørrebrød. An der Wand hängt das Fell eines Rentiers.

Wenige Tage vor dem Lockdown eröffnete Stephanie Platajs aus Bürmoos ihr Lokal "Smørrebrød" auf dem Müllner Hügel. Die 25-Jährige serviert in dem Restaurant ausschließlich Speisen aus Skandinavien. Die Rezepte kommen aus Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark, manche auch aus Island. Besonders beliebt sind Speisen mit Elch- und Rentierfleisch, das die Restaurantbesitzerin über einen Lieferanten vor allem aus Schweden bezieht. Die Beilagen wie Gemüse oder Eier kauft sie entweder bei den Bio-Bauern, auf der Schranne oder beim Großhändler. "Anfangs war es schwierig, Getränke wie Bier oder Gin aus dem skandinavischen Raum zu beziehen, aber auch das klappt mittlerweile", sagt sie. Auf nur fünf Quadratmetern bereitet ihr Koch die Speisen in der kleinen Küche zu. Insgesamt hat Platajs 28 Plätze in ihrem Restaurant, das einen gemütlichen Eindruck macht. Ihre Liebe zu den skandinavischen Ländern entdeckte sie Anfang 2019. Damals bereiste sie zum ersten Mal die Länder im hohen Norden. Den Anfang machte der finnische Teil von Lappland. Später kamen die restlichen Gebiete Skandinaviens hinzu. "Die Menschen dort achten viel auf den Umgang mit ihren Lebensmitteln und deren Verwendung", sagt die Bürmooserin Stephanie Platajs. Daher wollte sie diese kulinarische Lebensweise auch den Salzburgerinnen und Salzburgern näherbringen.

Der Lockdown im März, kurz nach der Eröffnung des Lokals, hat auch die Jungunternehmerin hart getroffen.

"Diese Situation war für uns sehr schwierig. Ich habe einige Zeit die Speisen selber ausgefahren, aber da war der Aufwand schlussendlich zu groß. Wir werden auch in Zukunft auf keinen Lieferdienst setzen, weil ich da vor allem die Qualität nicht garantieren kann", sagt die Restaurantfachfrau, die davor in der Reisebranche tätig war.

Der Name ihres Lokals "Smørrebrød" ist vielen Menschen ein Begriff. Er kommt aus der dänischen Sprache und heißt übersetzt Butterbrot, das man je nach Geschmack weiter belegt. "Ich mag Butterbrot sehr gerne und das Wort Smørrebrød hat einen guten Wiedererkennungswert, daher habe ich diesen Namen für mein Restaurant gewählt." Die neuen Maßnahmen rund um Corona findet sie vor allem für andere Lokalbetreiber unfair.

"Die Sperrstunde um 22 Uhr trifft mich nicht wirklich, da ich meinen Umsatz davor mache. Aber für alle anderen Lokale, die davon betroffen sind, ist das natürlich eine Katastrophe", sagt Stephanie Platajs, die davon ausgeht, dass es vor der Wintersaison einen weiteren Lockdown geben wird, um die Skisaison zu retten.

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