Chronik

Sie bringt Witwen im Kongo Arbeit

Flüchtlingen in ihrer Heimat helfen: Das fordern Politiker seit Jahren. Eine Jungunternehmerin will das jetzt umsetzen - von Salzburg aus.

Auf Kleider im Afro-Look hat sich Firmengründerin Patricia Atilaiso-Lelo spezialisiert. SN/hödlmoser
Auf Kleider im Afro-Look hat sich Firmengründerin Patricia Atilaiso-Lelo spezialisiert.

"Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen": Das ist seit Ausbruch der Flüchtlingskrise vor drei Jahren zu einem Stehsatz der Innenpolitik geworden. In der Praxis freilich hat Österreich die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zuletzt drastisch gekürzt.

Wie Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika im kleinen Rahmen aussehen könnte - das will Patricia Atilaiso-Lelo von Salzburg aus zeigen. Die 34-jährige Kongolesin lebt seit 1998 in Salzburg. Mit Spenden hat sie bisher Straßenkinder und Witwen, die im Kongo oft von ihren Familien im Stich gelassen werden, geholfen. Jetzt will sie diese Hilfe auf eine kommerzielle Basis stellen: In ihrem soeben eröffneten Geschäft in der Paracelsusstraße verkauft sie traditionelle Kleidung, die Witwen in Kinshasa nähen. Das sei besser, als nur zu spenden, sagt sie. "Arbeit gibt einem Selbstwert. Wenn man Geld geschenkt bekommt, kann man nichts aus sich machen."

Die Kleider sind aus typisch afrikanischen Stoffen - Dashiki und Liputa - gefertigt. Die weit geschnittenen Kleider würden sich vor allem anbieten, "wenn man ein Problem um die Hüfte hat", sagt die gelernte Bürokauffrau mit einem Augenzwinkern.

Mit dem Geschäft sei ein "Traum von 15 Jahren" in Erfüllung gegangen, so die gläubige Christin, die in Freien Kirchen immer wieder als Predigerin unterwegs ist. "Gott hat alles geleitet. Er hat mir die Kraft gegeben, dass ich nicht aufgebe. Es war am Anfang nicht einfach, als Schwarze hier zu leben." Ihr Sortiment will sie noch um afrikanische Holz-Skulpturen erweitern. In ihrem Laden, den sie gemeinsam mit einer Friseurin führt, kann man sich bei Gospel-Musik auch Rastazöpfe anfertigen, die Haare verlängern oder eine Dauerwelle machen lassen. "Wir haben hier zwei Kontinente in einem."

Atilaiso-Lelo ist eine von 29 Staatsbürgern/-innen aus der Demokratischen Republik Kongo, die derzeit in der Stadt Salzburg leben. "Ich fühle mich aber als Österreicherin - in afrikanischer Haut." Die größte Bevölkerungsgruppe aus Afrika sind die Somalier - knapp 500 leben in der Landeshauptstadt. Die Liste der ausländischen Staatsbürger führen im Land Salzburg zahlenmäßig die Deutschen an, vor den Bosniern, Serben, Türken, Kroaten, Ungarn, Rumänen, Syrern und Afghanen.

Aufgerufen am 21.10.2018 um 10:29 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sie-bringt-witwen-im-kongo-arbeit-38827357

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