Chronik

Sie drückten bis 1960 zusammen die Zeller Hauptschulbank

Sie erlebten die "Sechziger" als blutjunge Menschen. Kürzlich trafen sie sich wieder und erinnerten sich an früher - vor allem an die Schulzeit, aber auch an die "wilden Jahre".

"Griaß di, i bin da Herbert Jakober" - Klaus Kübler staunte, er hatte seinen ehemaligen Mitschüler Jahrzehnte nicht gesehen. So erging es den meisten der 18 Herren, die sich beim Metzgerwirt trafen. Sie waren zusammen in die Hauptschule Zell am See gegangen, 1960 hatten sich ihre Wege getrennt. Einen, der seit vielen Jahren in Tirol lebt, packte die Sehnsucht nach den alten Freunden - Eckehard Werner. "Ich habe im August einige zusammengetrommelt und wir haben beschlossen, ein Schülertreffen zu organisieren."

"Schulbeginn" am Donnerstag voriger Woche war um 8.30 Uhr. Alle waren pünktlich - bis auf Fred Bacher. "So wie früher", bekam er zu hören. Fred nahm's gelassen. Mit viel Hallo wurde auch ein früherer Lehrer begrüßt: Philipp Herzog. Der bald 90-Jährige hatte damals Englisch und Turnen unterrichtet.

"Es war eine strenge Schule", sagte Werner - "Sepp Eder war Direktor, Fridolin Raschke unser Klassenvorstand. Wir waren 36 Schüler, zeitweise über 40, es war eng, man musste über Bänke und Tische klettern."

Sepp Hörl, Seniorchef des Metzgerwirts, begrüßte so: "Sog amoal, ihr seid's oid worn." In seinem Gasthaus hatten Schüler damals eine Suppe bekommen, um einen Schilling. "Die war super", sagt Werner, der aus Uttendorf stammt. Er und Heini Brennsteiner mussten in aller Herrgottsfrühe aus den Federn. "Um drei viertel fünf, der Bus fuhr um viertel nach fünf ab."

Ähnlich ging es Sepp Kröll, der aus dem Glemmtal nach Zell pendelte. Schultage waren damals von Montag bis Samstag. "Der Sepp war einer der besten Schüler", verrät Werner. Und wer waren die Schlimmsten? "Na ja, schon ich - und der Heini. Wir haben die Lehrer gepflanzt, gelärmt, viel geschwätzt. Sie haben uns dann getrennt, ich musste das letzte halbe Jahr nach Mittersill in die Schule." Was wiederum ein Glück gewesen sei, so kam Werner in den Genuss der obligatorischen Wien-Fahrt - im Gegensatz zu den Zellern. Deren Klassenvorstand hatte diese verweigert, weil es ein Jahr zuvor Ärger gegeben habe. "Wir fuhren nur nach Innsbruck." Auch das war abenteuerlich, "denn der Bus begann zu brennen, aber wir sind alle heil geblieben", so Kröll.

Erinnert wurde an die Autorennen auf dem Zeller See, Skijöring mit Motorrädern und Rössern, Flugzeuge, die auf dem Eis landeten, und an die Zeiten nach der Schule. Werner: "Ich hatte lange Haare und Koteletten. Die Alten sagten: ,Die heutige Jugend, aus der wird nie was.' Die Blechmusik hat uns nicht interessiert." In den Lokalen gab es Tanzmusik. "Da haben wir auch Benehmen gelernt. Man machte eine Verbeugung und fragte: ,Darf ich bitten', das hatte schon Stil." Oft sei es spät geworden. Werner, er wohnte in der Schneiderau, musste mangels Auto in den Morgenstunden oft zehn Kilometer von Uttendorf nach Hause gehen. Manchmal nahm ihn der Milchwagen mit. "Der fuhr um fünf Uhr früh."

Für Manfred Stifter, nach Selbsteinschätzung "ein mittelmäßiger Schüler, aber ein guter Sportler" war es eine "geile Zeit". Er lernte Autolackierer, war mit 21 der jüngste Meister in Österreich, machte auch die große Frächterprüfung - und ließ es gerne krachen: "Ich war Tag und Nacht unterwegs. Es gab ja tolle Lokale: die Pinzgauer Diele, den Seekeller, die Almbar, den Latinikeller, das Piccadilly und noch einige Möglichkeiten. Der Tourismus hat alles belebt, damals kamen die Franzosenmädels und später die Schwedenmädels. Es war schon einiges los."

Die ehemaligen Schüler haben verschiedene Lebenswege eingeschlagen, darüber wurde eifrig gesprochen. Sepp Kröll fasste zusammen: "Es ist schön zu sehen, wie alle ihr Leben gemeistert haben, auch solche, die in der Hauptschule nicht unbedingt gut waren." So einer war Eckehard Werner. Er hat nach der Schule "die Kurve gekratzt", machte eine Lehre, bildete sich in der Abendschule weiter, absolvierte die HTL. In finanziell engen Zeiten hielt er sich mit Pfuschen und Skilehrern über Wasser. "Ich bin zum Toni Arnsteiner gegangen und er hat mir Blizzard-Skier geschenkt."

Es wurde viel erzählt von den mittlerweile älteren Herren. Und sie waren sich einig: "Es waren tolle Zeiten, die 60er-Jahre."

Aufgerufen am 18.11.2018 um 09:52 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sie-drueckten-bis-1960-zusammen-die-zeller-hauptschulbank-49470607

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