Chronik

Sie geben jetzt im Tennengauer Musikum den Ton an

Kein Schülerschwund trotz Corona: Die beiden neuen Musikum-Direktoren im Tennengau starten gut gelaunt in das neue Schuljahr.

Neue Chefs im Tennengauer Musikum: Alexander Rainer (l.) leitet seit März den Musikum-Sprengel Hallein, Christian Hörbiger seit 1. September den Sprengel Kuchl. SN/sw/petry
Neue Chefs im Tennengauer Musikum: Alexander Rainer (l.) leitet seit März den Musikum-Sprengel Hallein, Christian Hörbiger seit 1. September den Sprengel Kuchl.

Mehr Kooperation zwischen beiden Sprengeln, das haben sich Alexander Rainer und Christian Hörbiger unter anderem auf die Fahnen geschrieben. An den neuen Sprengelleitern selbst wird es nicht scheitern: Sie musizieren gemeinsam (u. a. beim Trombone Art Quartett), sind privat befreundet und beim gemeinsam TN-Gespräch rennt der Schmäh zwischen dem Schlagwerker Rainer und dem Blechbläser Hörbiger.

Denn auch beruflich verbindet sie viel: Rainer war 15 Jahre lang Kapellmeister in seiner Heimatgemeinde Schwarzach, Hörbiger leitete zwölf Jahre die Trachtenmusikkapelle Taxenbach, seit 2011 ist er Kapellmeister in Kuchl und war von 2012 bis 2020 auch Landeskapellmeister. Beide waren im Musikum als Fachgruppenleiter bereits über den regulären Unterricht hinaus aktiv, Rainer für Musikkunde, Hörbiger für Blechblasinstrumente. Und beiden gemeinsam ist auch ein Bildungsweg abseits der Musik - Rainer maturierte an der Halleiner HTL für Maschinenbau, bevor er sein Schlagwerk-Studium am Mozarteum begann. Hörbiger wiederum ist nicht nur Mozarteum-Absolvent, sondern auch gelernter Rauchfangkehrer.

"Es gab schon die Befürchtung, dass die Schülerzahlen einbrechen"

"Es wird ein spannendes Jahr, wir alle werden flexibel bleiben müssen", meinen beide. Sie freuen sich aber, dass der Zuspruch der Kinder und Jugendlichen nach einer Ausbildung am Musikum ungebrochen stark ist: "Das ist nicht selbstverständlich", betont Rainer. Derzeit werden im Sprengel Hallein (Adnet, Hallein, Krispl, Oberalm, Puch, St. Koloman, Bad Vigaun) knapp 800 Schüler von 45 Lehrern unterrichtet, im Sprengel Kuchl (Abtenau, Annaberg, Golling, Kuchl, Rußbach, Scheffau, St. Martin a. Tgb.) gut 430 von 31 Lehrern.

"Wir konnten uns ja nicht präsentieren, hatten im Frühjahr keine Konzerte mehr, konnten in den Schulen keine Werbung machen. Da war schon die Befürchtung, dass die Schülerzahlen einbrechen." Dass das nicht passiert ist, sei den engagierten Lehrern zu verdanken, die statt im persönlichen Unterricht im Corona-Lockdown mit Videokonferenzen, Audio- oder Videoaufnahmen etc. arbeiten mussten: "Das ist ein Zeichen, dass sie das Distance Learning gut umgesetzt haben. Sie haben wirklich von heute auf morgen ihre Methodik umgeschaltet, sie waren sehr aufgeschlossen und erfinderisch." Man müsse allerdings derzeit auch Schüler und Eltern um viel Flexibilität bitten, betont Rainer: "Alle sind gefordert."

Distance Learning hatte auch Vorteile

Und das "Distance Learning" habe durchaus auch Vorteile gehabt: "Zum Beispiel mussten sich die Schüler teilweise selbst aufnehmen, das macht kritischer. Sie hatten Spaß daran, mit dem Handy zu arbeiten. Aber es ist natürlich nicht für alle super, der normale Präsenzunterricht ist einfach nicht zu ersetzen, dafür ist das Zwischenmenschliche viel zu wichtig", sagt Hörbiger.

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