Chronik

Sie haben ohne zu zögern geholfen

"Orte des Respekts": Die Plattform "Lungauer_innen für Menschen" wurde zum Landessieger gekürt.

Magdalena Schrempf (l.) und Ines Fingerlos.  Karl Grabherr
Magdalena Schrempf (l.) und Ines Fingerlos. 

In Österreich engagieren sich viele Tausende Menschen für ein besseres Zusammenleben. Die Orte, wo diese Menschen etwas Besonderes für das Zusammenleben tun - egal ob in einer Region, Gemeinde, Straße oder online -, sind "Orte des Respekts". Der Verein Respekt.net hat es sich gemeinsam mit der Raiffeisen Bank International zum Ziel gesetzt, diese Projekte sichtbar zu machen und die Menschen, die dahinterstehen, vor den Vorhang zu bitten. Alle zwei Jahre werden "Orte des Respekts" prämiert. Die Plattform "Lungauer_innen für Menschen" wurde zum Landessieger gekürt. Über 350 Projekteinreichungen waren es österreichweit.

Als 2015 die Flüchtlingswelle über Österreich rollte, zögerten Ines Fingerlos und Magdalena Schrempf keine Sekunde: "96 Flüchtlinge kamen damals nach Tamsweg. Für uns war und ist es notwendig, vor Ort als kompetente Ansprechpartnerinnen aufzutreten und uns sehr schnell ein gutes Netzwerk aufzubauen. Dafür mussten wir uns in kürzester Zeit viel Wissen aneignen, um Fragen der Flüchtlinge beantworten zu können, aber auch für Gemeinden oder Institutionen vor Ort. Es ist eine Herausforderung, Menschen, die Hilfe benötigen - insbesondere Asylbewerber -, im Lungau zu unterstützen."

Themen wie Freizeitbeschäftigung, Ausbildung, gemeinnützige Beschäftigung, Begegnungsmöglichkeiten, Sport und therapeutische Behandlung seien wesentliche Herausforderungen gewesen, um das Leben der Asylbewerber zu verbessern. Aus der Notwendigkeit, Kleidung zu organisieren, entstand der Tauschladen "Kleiderkasten". Seit 2015 wird dieser mit etwa zwölf Ehrenamtlichen ohne laufende finanzielle Unterstützungen betrieben. "Wir sind sehr stolz, weil er von den Lungauern gut angenommen wird und schon lange nicht mehr ausschließlich ein Tauschladen für Asylbewerber ist."

Warum engagieren sie sich? "Wir sehen unsere Arbeit präventiv und pragmatisch: Wir unterstützen Flüchtlinge in ,asylwerberspezifischen Herausforderungen' wie in der Vor- und Nachbereitung des Interviews und der eventuellen Begleitung zu der alles entscheidenden Befragung. Viele unserer Angebote, die die Wartezeit abwechslungsreicher gestalten sollen, sowie viele Gespräche und Begegnungsmöglichkeiten mit Österreichern geben Flüchtlingen einen Einblick in das System Österreich und erleichtern das Zusammenleben." Sie profitieren aber auch persönlich: "Wir bekamen persönlichen Einblick in das Leben und haben sehr viele wertvolle Menschen aus verschiedenen Ländern mit anderen Religionen und Kulturen kennengelernt. Wir haben erlebt, was weltweite Vernetzung bedeutet und haben erfühlen dürfen, was Familie bedeuten kann. Wir sind beeindruckt davon, wie Menschen, die quasi nichts zu tun haben, trotzdem relativ gelassen bleiben können. Wir haben gelernt, was gelebtes Gottvertrauen ist. Wir haben gelernt, was großzügige Gastfreundschaft bedeutet - von Menschen, die fast nichts haben. Wir haben dadurch Menschen im Lungau kennengelernt, die dieselbe Weltanschauung mit uns teilen und die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir dürfen uns vom System nicht zerreiben, nicht von den Umständen entmutigen lassen. Wir müssen uns weiterhin an den kleinen Dingen erfreuen können und der festen Überzeugung sein, dass Menschlichkeit etwas Selbstverständliches, Alltägliches sein muss!"

Quelle: SN

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