Chronik

Sie schützen Menschen und Orte vor Unwetterereignissen

Mittels hochmoderner Messdaten analysieren Experten der Wildbachverbauung Wetterdaten. Markus Moser - Leiter des Fachbereichs Wildbach-Prozesse - gibt im LN-Gespräch Einblick in seine Arbeit.

Lange vor digitalen Aufzeichnungen gab es intensiven Austausch mit Bauern und Ansässigen vor Ort. Heute läuft vieles anders: "Heute gibt es neben Bodenstationen im Talbereich auch hochauflösende Wetter-Radar-Daten für kurzfristige Vorhersagen und zum Analysieren der Ereignisse", sagt Markus Moser.

Seit 2011 ist er Leiter des Fachbereichs Wildbach-Prozesse. "In jeder der sieben Sektionen gibt es Fachexperten, die sich mit Prozessen, Analysen und der Behebung von Ereignissen beschäftigen. Dabei werden auch Bewegungsszenarien hinsichtlich Hochwasser, Geschiebe und Murgang simuliert." Die Daten werden immer detaillierter: "Die Klimaveränderung wird durch genaue Messdaten immer klarer sichtbar. Auf Basis dieser Daten können wir unsere Schutzmaßnahmen entsprechend optimieren", sagt der 45-Jährige.

Zwei Großprojekte werden in Zederhaus im Ortsteil Bruckdorf finalisiert. Dort waren im Herbst 2017 Murbrecher und Filterbauwerke im Marislbach und Rosadiergraben aufgrund von Vermurungen bis zur Gänze gefüllt. Hätte es diese Schutzbauten nicht gegeben, wären die Autobahn und die darunterliegenden Siedlungen vermurt gewesen.

Rund 1,1 Millionen Euro wurden jetzt für noch mehr Sicherheit investiert: "Es sind Ergänzungsprojekte zur schnelleren Räumung. Außerdem wurden die Filterkonstruktionen adaptiert."

Die Projektierung erfolgt in Eigenregie. "Man lernt aus den Ereignissen und entwickelt sich dadurch in der Planung weiter. Wir beobachten die Bauwerke und führen im Ernstfall nach Beauftragung Anpassungen der Konstruktionen durch." Die Wildbach- und Lawinenverbauung bewertet das öffentliche Interesse an Schutzprojekten. Die Ausführung erfolgt mit dem Eigenbaubetrieb der Gebietsbauleitung Lungau. Die Finanzierung wird auf Interessent - meist Gemeinden oder Genossenschaften -, Land und Bund aufgeteilt.

Und was sind die größten Gefahren? "Gefährliche Zutaten sind kleinräumige, sehr intensive Niederschläge mit Hagel. Die Aneinanderreihung von Ereignissen wird heutzutage stärker. Möglichkeiten zur Verbesserung des Schutzes gibt es durch Schutzbauten, Ergänzungen von bestehenden Schutzbauten und durch lenkende Planung im Gefahrenzonenplan." Aktuelles Großprojekt ist ein Hang- Muren- und Steinschlagschutz in Tweng. Dort werden auf 600 Meter Länge Steinschlagnetze errichtet. Investitionssumme: Rund 900.000 Euro.

Seit 2005 arbeitet der Flachgauer im Lungau. Seit 2007 hat er gemeinsam mit Thomas Eckerstorfer die Gebietsbauleitung inne. 21 Arbeiter im Baubereich und neun Mitarbeiter in der Verwaltung sind für das Gebiet Lungau/Ennspongau von Ramingstein bis Filzmoos im Einsatz. Ende 19. Jahrhundert wurden im Lungau erste Hochwasserschutzbauten im Leisnitzgraben in St. Margarethen und beim Burgbach in Thomatal umgesetzt.

Aufgerufen am 15.12.2018 um 05:23 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sie-schuetzen-menschen-und-orte-vor-unwetterereignissen-41810248

Seit 20 Jahren haben sie die Lösung

Seit 20 Jahren haben sie die Lösung

Innovative Systeme für Hotellerie, Gastronomie und Kliniken entwickelt die Firma GMS. Alle Lösungen und Updates werden zuvor im eigenen Gastronomiebetrieb auf Herz und Nieren getestet. Mit neun Jahren ging es …

Lungauer Tanne wurde zur Marke

Lungauer Tanne wurde zur Marke

Die Familie Petzlberger in St. Margarethen sichert ihre Landwirtschaft mit Tausenden Christbäumen. "Die Stadt-Salzburger halten viel von Lungauer Produkten", freut sich Martin Petzlberger, "so ist unsere …

Erstmals über 1,5 Millionen Nächtigungen

Erstmals über 1,5 Millionen Nächtigungen

Ihren 20. Geburtstag feiert heuer die Ferienregion Salzburger Lungau. Das geschärfte Profil der Region trifft bei Urlaubsgästen ins Schwarze. Leicht hat man es als Touristiker nicht. Es allen recht zu machen: …

Schlagzeilen