Chronik

Sie vertritt Österreich für mehr Klimaschutz

Am kommenden Freitag finden wieder weltweite Großdemonstrationen der "Friday for Future"-Bewegung statt. Die Radstädterin Anika Dafert engagiert sich dabei an vorderster Front für mehr Klimaschutz.

Anika Dafert engagiert sich für mehr Klimaschutz SN/sw/riedler
Anika Dafert engagiert sich für mehr Klimaschutz

"Ich mache das, weil es dringend und wichtig ist und weil jemand das einfach machen muss."

Seit gut eineinhalb Jahren engagiert sich Anika Dafert österreichweit und setzt sich für mehr Maßnahmen zum Klimaschutz ein. Ursprünglich war ihr Plan, Musik zu studieren, doch nun startet sie in Wien mit "Umwelt- und Bioressourcenmanagement" an der Boku. Die Matura hat die leidenschaftliche "Altgriechin" zuvor im Privatgymnasium St. Rupert mit Auszeichnung hingelegt.

Die 18-Jährige traf bereits beeindruckend viele politische Würdenträger: Dafert konnte im vergangenen Jahr gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen nach New York zum UNO-Klimagipfel reisen. Sie war dort Teil der österreichischen Delegation und "es war alles viel chaotischer, als ich mir das vorgestellt habe". Der Bundespräsident sei jedoch "sehr authentisch und man hat nach seinem Treffen mit Trump gesehen, wie ihn das emotional mitgenommen hat".

Dass Klimapolitik Politikern auch ans Herz gehe, das "war mir wichtig zu sehen". Getroffen hat sie dort auch Greta Thunberg, mittlerweile bereits drei Mal: "Sie hat einen unglaublich coolen Humor, ist selbstironisch und sehr witzig." Und mit ihr zu diskutieren, sei sehr bereichernd, denn "Greta führt sehr sachliche Diskussionen". Diskussionen zum Thema Klimaschutz führte Dafert ebenso schon mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler: "Wir haben auf alle Fälle Gehör gefunden."

Die Corona-Pandemie hätte dazu beigetragen, dass in den Medien in den vergangenen Monaten "viel zu wenig Berichterstattung zu Klimaproblemen" zu lesen gewesen sei.

Dafert bedauert dazu, dass die Klimakonferenz verschoben wurde, "jetzt verzögern sich essenzielle Entscheidungen wieder um ein weiteres Jahr. Es gehen uns insgesamt zu viele Jahre verloren."

Mittlerweile gebe es genügend ausgearbeitete Pläne für dringende politische Entscheidungen: "Was gar nicht mehr geht, ist, dass man immer wieder betont, dass es an unserem Konsumverhalten liegen würde, wie und ob sich das Klima verändere." Als Beispiel führt sie etwa das Plastiksackerlverbot oder eine geplante Kerosinbesteuerung an: "Die Konsumenten glauben, dass damit Großes verändert wird. Dabei geht es um ganz andere wichtige Entscheidungen mit enormen Auswirkungen, etwa wenn Banken in Deutschland in Kohlekraftwerke investieren. Und das ist unfair, wenn gesagt wird, dass Konsumenten weniger Fleisch essen sollten, weil das besser fürs Klima ist. Es geht in Wirklichkeit darum, was mit unserem Geld gemacht wird, und das kann nur die Politik beeinflussen. Man darf uns Wähler nicht für dumm verkaufen." Der Greenpeace-Klimareport hätte erst wieder eindrucksvoll gezeigt, dass die reichsten zehn Prozent der österreichischen Bevölkerung doppelt so viel Treibhausgase wie Durchschnittsbürger erzeugen würden. "Klafft das Einkommen weiter auseinander, wird auch die Kluft noch größer: Die Superreichen verursachen mehr als vier Mal so viel Treibhausgas-Ausstoß wie die ärmsten zehn Prozent des Landes." Nun würde von "Fridays for Future" eben erneut zu Massendemonstrationen gegen die politische Untätigkeit und für eine verantwortungsvolle und engagierte Klimapolitik aufgerufen.

"Bei der Coronapandemie zeigt sich, dass die Politik Krisen ernst nehmen kann und handelt, wenn es darauf ankommt. Das muss auch für die Klimakrise gelten, bevor die Folgen unumkehrbar werden." Um den Druck auf die Politik zu erhöhen, wird nun wieder in großen Städten, aber auch kleineren Gemeinden gestreikt. "Die Demonstrationen werden natürlich der Corona-Pandemie angepasst durchgeführt werden."

Aufgerufen am 26.10.2020 um 08:53 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sie-vertritt-oesterreich-fuer-mehr-klimaschutz-93163489

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