Chronik

Sie wollen an Frauen im NS-Widerstand erinnern

Personenkomitee richtet Antrag an Gemeinderätinnen zur Erweiterung des Hofmann-Denkmals

Was den Menschen widerfuhr, die sich gegen das NS-Regime zur Wehr setzten, verdient nur eine Bezeichnung: Unrecht. Doch es gibt eine Steigerung. Während Männer zumindest ein Gerichtsverfahren bekamen, wurden viele der widerständigen Frauen nach ihrer Verhaftung innerhalb kürzester Zeit in eines der Konzentrationslager deportiert und ermordet.

So erging es 1942 den Salzburgerinnen Rosa Bermoser, Maria Bumberger, Anna Frauneder, Marianne Innerberger, Anna Prähauser, Anna Reindl sowie der Halleinerin Josefine Lindorfer.

Die sieben Frauen wurden vom Polizeigefängnis Salzburg nach Auschwitz deportiert, als gegen ihre Ehemänner noch Gerichtsverfahren liefen. Auf dieses "Unrecht im Unrecht" will der KZ-Verband Salzburg hinweisen, "denn Erinnerungskultur ist Prävention", sagt die grüne Nationalratskandidatin Christine Steger, die sich im KZ-Verband gemeinsam mit dem Historiker Patrick Bohn engagiert. Symbolisch für die sieben ermordeten Frauen stehen sieben Patinnen: Birgit Buchinger (Sprecherin Frauenrat), Luitgard Derschmidt (Mauthausenkomitee), Sylvia Hahn (Vizerektorin Uni Salzburg), Karin Hofer (GKK-Sprecherin), Katharina Krawagna-Pfeifer (Journalistin), Katharina Schmid (Obfrau Frauengesundheitszentrum) und Barbara Wolf-Wicha (Politikwissenschafterin).

Sie wollen erreichen, dass das Rosa-Hofmann-Denkmal im Stölzlpark in Maxglan erweitert wird, um für alle Frauen im NS-Widerstand zu stehen.

Der KZ-Verband und das Frauen-Personenkomitee wollen alle Gemeinderätinnen für das Anliegen gewinnen. "Das wäre ein schönes Zeichen." Die Kosten solle die Stadt übernehmen. Salzburg könne mit dem ersten Memorial für Frauen im NS-Widerstand "über die Stadtgrenzen hinweg wichtige Akzente in der Erinnerungskultur setzen" - vor allem im Hinblick auf das Gedenkjahr 2018 - "80 Jahre Anschluss an Hitlerdeutschland."

Weiterführende Artikel und Biografien

In der Zeitschrift der Uni Salzburg für Gender Studies:

Teil 1 ab Seite 15

Teil 2 ab Seite 10

Biografien der Opfer auf der Homepage des Personenkomitees Stolpersteine Salzburg

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