Chronik

Sieben neue Covid-Fälle in Salzburger Seniorenheimen

In fünf von 75 Seniorenheimen wurden bisher in Salzburg alle Bewohner und Mitarbeiter auf Covid-19 getestet. In Lofer und Anif gibt es neue Infizierte. Sozialstadträtin Anja Hagenauer dauert das alles viel zu lang. Sie fordert eine schnellere Testung in den Heimen.

Die Stadt Salzburg beklagt, dass sie keine Information darüber habe, wann die städtischen Seniorenheime zur Durchtestung an die Reihe kommen.  SN/APA/BARBARA GINDL
Die Stadt Salzburg beklagt, dass sie keine Information darüber habe, wann die städtischen Seniorenheime zur Durchtestung an die Reihe kommen.

Altenmarkt, Mittersill, Thalgau, Lofer und am Samstag Anif. Fünf der insgesamt elf Seniorenwohnhäuser in Salzburg, die bisher von Covid-19-Fällen betroffen waren, sind diese Woche durchgetestet worden. Am Montag folgen Bergheim und Uttendorf und bis Ende der Woche die restlichen vier Häuser.

"Beruhigend für das Arbeitsklima"

Am Freitag wurden Personal und Bewohner des Seniorenwohnhauses Unteres Saalachtal in Lofer durchgetestet, insgesamt wurden dabei 133 Abstriche genommen. Dass die Einrichtung komplett durchgetestet wird, begrüßt auch Bürgermeister Norbert Meindl: "Dadurch wird Klarheit geschaffen und es ist auch beruhigend für das Arbeitsklima sowie für die Bediensteten und Bewohnerinnen und Bewohner."

Die Ergebnisse der Testungen wurden am Sonntag veröffentlicht und zeigen drei neue Fälle in Lofer. Seit Anfang April sind somit insgesamt fünf Bewohner positiv getestet worden. Vier Personen befinden sich vorsorglich im Uniklinikum Salzburg. Ein Bewohner ist zwischenzeitlich verstorben. Eine Mitarbeiterin, die am 5. April positiv getestet wurde, ist wieder gesund. Insgesamt wurden 133 Personen, davon 63 Bewohner und 70 Mitarbeiter getestet.

Weiterbetrieb in Anif gesichert

Im Seniorenwohnhaus Anif sind nach der Abnahme von 88 Abstrichen vier Bewohner positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Ein Bewohner ist bereits am Donnerstag verstorben. Umgehend sind alle notwendigen Maßnahmen gesetzt und die Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Zimmern isoliert worden. Der Weiterbetrieb des 55-Plätze-Hauses wurde damit sichergestellt. Das Personal arbeitet in Schutzkleidung.

Damit sind in Summe in Salzburgs Seniorenpflegeeinrichtungen 62 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden - 46 Bewohner und 16 Mitarbeiter. Zwölf Bewohner sind verstorben.

Stadträtin dauert das alles zu lange

Die Durchtestungen der Betreuungseinrichtungen erfolgen auf Basis einer klaren Prioritätenreihung: Bis Ende nächster Woche kommen in einem ersten Schritt jene elf dran, die von Covid-19 am stärksten betroffen waren. Schritt zwei betrifft dann Häuser mit bisherigen Verdachtsfällen, insgesamt 47 Einrichtungen, die dann bis circa 10. Mai getestet werden. Danach kommen, je nach Größe, die restlichen 17 Seniorenwohnhäuser an die Reihe.

Salzburgs SPÖ-Stadträtin Anja Hagenauer dauert das alles viel zu lang. "Meine anfängliche Freude über die Testungen ist verflogen. Vor nunmehr zehn Tagen hat Minister Anschober die flächendeckenden Testungen angekündigt. Seither warten Mitarbeiter und Bewohner darauf - und sitzen dabei auf Nadeln. Noch immer haben wir keine Information, wann unsere Seniorenwohnhäuser dran sind. Ich denke den anderen Betreibern geht es ähnlich. Die mobilen Dienste wissen wahrscheinlich noch weniger."Sie fordert LH-Stv. Heinrich Schellhorn dringend auf, die Testungen zu beschleunigen. Spätestens mit 30. April sollen alle Häuser durchgetestet sein, damit man Anfang Mai mit einem Wochen-Rhythmus beginnen könne.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.09.2020 um 11:22 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sieben-neue-covid-faelle-in-salzburger-seniorenheimen-86410612

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