Chronik

Skigebiet Gaißau-Hintersee: Betrieb geht weiter

Bei der Tagsatzung am Freitagvormittag wurde der weitere Betrieb vor Gericht genehmigt. Bis 26. März sollen die Lifte fahren.

Die Lifte sind offen. SN/robert ratzer
Die Lifte sind offen.

Am Landesgericht Salzburg fand am Freitag um 9 Uhr eine Tagsatzung im Insolvenzverfahren der Gaißauer Bergbahn GmbH statt. Der Andrang war riesig, Gerichtsmitarbeiterinnen mussten zusätzliche Bänke und Sessel herbeischaffen.

Masseverwalter Wolfgang Hochsteger teilte den Anwesenden mit, was bisher im Jänner erwirtschaftet wurde. "Das hat den vom Eigentümer aufgestellten Finanzierungsplan weit übertroffen, es war der beste Jänner seit vielen Jahren", sagte Hochsteger.

Grundsätzlich seien die Erwartungen auch für den Februar sehr hoch. In diesem Monat wird - nach dem Weihnachtsgeschäft - üblicherweise in Gaißau-Hintersee der zweitbeste Umsatz erzielt. "Die Pisten sind in Top-Zustand, es ist genügend Naturschnee vorhanden", erklärte Hochsteger.

Hochsteger kontrolliert jeden Beleg

Das Gericht genehmigte daher die Fortführung des laufenden Betriebs. Jetzt komme es auf das Wetter an. Im Skigebiet gibt es nämlich nur Naturschnee. Regen oder Tauwetter könnten noch einen Strich durch die Rechnung machen. Der Plan sei, bis 26. März geöffnet zu halten.

Derzeit gehen alle Rechnungen über den Schreibtisch von Masseverwalter Hochsteger. "Es ist so, dass ich jede Dieselrechnung, jede Versicherung, jeden Beleg kontrollieren und bewilligen muss, mit Vorauskassa", sagt Hochsteger.

Ein langwieriger, aber notwendiger Prozess. Denn das Vermögen der Schuldnerin, also der Gaißauer Bergbahn GmbH, dürfe nicht vermindert werden.

Daher hat Hochsteger auch bereits die Gratis-Skikarten für Senioren über 70 und Kinder bis zehn Jahre eingestellt.

Erst 18 Gläubiger haben sich gemeldet

Bis 17. März können die Gläubiger noch ihre Forderungen beim Landesgericht anmelden. Vor Beginn des Insolvenzverfahrens war die Rede von 74 Gläubigern und Schulden in der Höhe von 1,2 bis 1,4 Millionen Euro.

Bis dato haben sich aber erst 18 Gläubiger mit Forderungen von insgesamt 208.000 Euro gemeldet. Der Wiener Rechtsanwalt Arno Maschke, der die Gaißauer Bergbahn GmbH vertritt und vom chinesischen Haupteigentümer Zhonghui Wang beauftragt wurde, geht davon aus, dass der Schuldenstand bis Ende März noch auf über eine Million Euro ansteigen wird.

Ende März müssen die Gläubiger darüber abstimmen, ob sie die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent annehmen oder nicht. Wenn keine Mehrheit zustande kommt, muss die Gaißauer Bergbahn GmbH in Konkurs gehen. Das Unternehmen könnte dann von anderen Kapitalgebern übernommen werden. Im schlimmsten Fall müsse es Stück für Stück verkauft werden.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 09:04 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/skigebiet-gaissau-hintersee-betrieb-geht-weiter-384739

Schlagzeilen