Chronik

Skigebiet Gaißau-Hintersee: Insolvenzverfahren eröffnet

Der Ankündigung vom Freitag folgten am Montag Taten: Beim Landesgericht Salzburg wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Die Gaißauer Bergbahnen wollen sich entschulden. SN/chris hofer
Die Gaißauer Bergbahnen wollen sich entschulden.

Das österreichische Insolvenzrecht sieht vor, dass ein Unternehmen, dass nicht mehr liquide ist, nicht zwangsweise in Konkurs gehen muss. Eine Firma kann sich auch mit einem Insolvenzverfahren sanieren - falls die Gläubiger zustimmen.

Genau das streben die Gaißauer Bergbahnen an. Am Freitag erging die Ankündigung an die Medien, dass der chinesische Hauptgesellschafter Zhonghui Wang ein "Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung" einleiten will. Der Chinese hält 75 Prozent der Anteile.

Am Montag wurde das Verfahren am Landesgericht Salzburg eröffnet. Zum Masseverwalter wurde der Halleiner Rechtsanwalt Wolfgang Hochsteger bestellt. Bis dato sind 74 Gläubiger bekannt. Weitere Betroffene können bis zum 17. März ihre Forderungen anmelden.

Die Passiva (Schulden) der Gaißauer Bergbahnen betragen laut Kreditschutzverband 1870 rund 1,4 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Aktiva (Vermögen) in der höhe von rund 900.000 Euro - davon rund 404.000 Euro freies Vermögen.

Bei einem "Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung" wird den Gläubigern automatisch eine Quote von mindestens 20 Prozent innerhalb einer Frist von zwei Jahren angeboten. Sie bleiben also auf 80 Prozent ihrer Forderungen sitzen. Voraussetzung dafür ist, dass die Mehrheit der Gläubiger zustimmt.

Schlechte Wintersaisonen als Ursache

Die Verschuldung der Gaißauer Bergbahnen sei auf die schlechte Schneelage in den vergangenen drei Jahren zurückzuführen. Der Umsatz sei in den Saisonen 2013/14, 2014/15 und 2015/16 stark eingebrochen. Rechne man die heurige Saison mit ein, sei bereits zum vierten Mal das Weihnachtsgeschäft komplett weggefallen - dieses bilde einen Drittel des Jahresumsatzes.

Im Jahr 2014 lag der erzielte Umsatz bei 865.000 Euro, im Jahr 2015 bei 1,7 Millionen Euro.

Am 10. Februar findet die erste Gläubigerversammlung und Berichtstagsatzung am Landesgericht Salzburg statt. Die Prüfungs- und Sanierungsplantagsatzung erfolgt am 31. März.

Um den Betrieb des Skigebiets bis Ende März abzusichern, hat der chinesische Mehrheitseigentümer eine Kaution in der Höhe von 100.000 Euro hinterlegt. "Sollte das nicht ausreichen, hat er für den Bedarfsfall einen weiteren Betrag angekündigt", berichtet Insolvenzreferentin Elisabeth Eppich vom KSV1870.

Mitarbeiter bedanken sich bei den Grundeigentümern

Derzeit besteht das Stammpersonal der Gaissauer Bergbahn GmbH aus acht Mitarbeitern, dazu kommen zwei Angestellte und 24 Arbeiter, die saisonal im Skigebiet beschäftigt sind.

Die Mitarbeiter wandten sich über die sozialen Medien an die Grundeigentümer und bedanken sich für deren Entgegenkommen.



Quelle: SN

Aufgerufen am 22.09.2018 um 05:16 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/skigebiet-gaissau-hintersee-insolvenzverfahren-eroeffnet-525223

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