Chronik

SN-Check: In Schultüten versteckt sich viel Süßes

Bei den Schultüten ist der Handel wenig kreativ. Mehr als ein paar Süßigkeiten sind darin selten zu finden. Drei Schulanfängerinnen haben die Angebote für die SN getestet.

Am Montag starten 5559 Taferlklassler in Salzburg in ihr erstes Schuljahr. Eine Schultüte sollte da nicht fehlen. Ob mit Pferden, Schmetterlingen oder Bären bedruckt - in den Geschäften haben die Eltern bei der Motivwahl die Qual der Wahl. Und die Entscheidung sollte gut überlegt sein, denn laut Lara, Lena und Viktoria ist das Aussehen besonders wichtig.

Die drei Sechsjährigen sind für den ersten Schultag bestens gerüstet, ihre Schultüten liegen bereit. Für die SN haben die Mädchen drei Angebote unter die Lupe genommen - vom Diskonter, vom Supermarkt und von einer Schreibwarenkette. Das Motiv auf der Schultüte ist entscheidendWas die Schulanfängerinnen wollen, wissen sie genau: "Mir gefällt die mit den Schmetterlingen", ruft Lena begeistert und zeigt stolz auf den Schmetterlingssticker auf ihrem Arm. Auch Viktoria ist sich bei ihrer Wahl sicher: "Die mit den Pferden ist schön." Die Tüte mit den Bären und Enten kommt bei den Testerinnen weniger gut an. Ihre Mütter wissen auch wieso, das Motiv sei eher etwas für Kleinkinder. Lara hat bereits vor dem Test ihren Favoriten gefunden. Stolz präsentiert sie ihre blaue Schultüte, die sie gemeinsam mit ihrer Mama bemalt und mit bunten Perlen beklebt hat. Besonders stolz ist sie auf die glitzernden Sterne und das Feen-Motiv. Ihr Fazit: Selbst gebastelt ist immer noch am besten. Diskonter überzeugt mit QualitätZurück zu den gekauften Schultüten: Bei der Qualität überzeugt die Tüte aus der Schreibwarenkette mit dem Schmetterlingsmotiv: Der Karton ist stabil, die Öffnung mit einem Stoff verschlossen. Mit 12,99 Euro ist sie allerdings die teuerste. Überzeugen kann auch das Angebot aus dem Diskonter mit den Bären und Enten für 9,99 Euro. Die Schultüte ist zwar nur mit einem Netz verschlossen, der Karton übersteht aber einen intensiveren ersten Schultag. Anders bei der Auswahl aus dem Supermarkt. Mit 9,99 Euro kostet die Schultüte zwar gleich viel wie im Diskonter, der Karton ist aber dünner und hat schon nach kurzer Zeit ein Loch. Geld Sparen beim Last-Minute-KaufDer Schulanfang ist teuer. Österreichweit geben Eltern 250 Millionen Euro für Schulartikel aus. In Salzburg setzt der Handel insgesamt 18 Millionen Euro mit Heften, Stiften & Co um. Die Schultüte kurz vor dem Schulstart zu kaufen macht demnach Sinn, denn teilweise ist der Preis bereits reduziert. Beim Kauf im Diskonter kostete die Tüte statt 9,99 Euro nur mehr 6,99. Noch günstiger war es im Supermarkt: Hier wurde eine Woche vor dem ersten Schultag die Hälfte verlangt, nämlich 4,99 Euro. Einziges Risiko: Die Auswahl ist beim Last-Minute-Kauf stark eingeschränkt. Im schlimmsten Fall gehet man leer aus. Selbst befüllen kommt den Eltern übrigens teuer - eine leere Schultüte kostet im Schreibfachhandel je nach Größe zwischen 7,99 Euro und 9,99 Euro - was hinein kommt, bestimmen sie allerdings selbst.Inhalt: Wenig Nützliches für die SchuleLara, Lena und Viktoria sind vom Inhalt der fertigen Schultüten begeistert. Laras Mama ist beim Blick auf die Ausbeute skeptisch: "Da bekommt man schon beim Anschauen Karies." Kaubonbons, Zuckerwatte, Traubenzucker und Lutscher kullern aus den Tüten. Bei der Schmetterlingstüte gibt es zusätzlich eine Wasserspritzpistole und eine Plastikuhr. Die Freude über die Naschereien ist bei den Mädchen groß, eines müssen sie aber feststellen: Für die Schule ist nur der Stundenplan nützlich, der in der Diskontertüte versteckt ist. Selbst mit dem Schlüsselanhänger aus der gleichen Tüte können sie wenig anfangen, denn einen eigenen Haustürschlüssel haben die künftigen Volksschülerinnen noch nicht. Die Mütter können nur der Schultüte vom Diskonter etwas abgewinnen, da seien mit zwei Müsliriegel zumindest auch halbwegs gesunde Sachen drinnen.

Die Schultüten ihrer Kinder wollen sie mit Schulsachen befüllen. Ein Wecker soll Lara künftig das frühe Aufstehen erleichtern. Eine gute Nachricht gibt es für die Testerinnen: Auf Naschereien werden sie nicht verzichten müssen, denn die Mütter sind sich einig: Schokolade und Gummibären sind in Ordnung - mit Maß und Ziel.



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