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SN-Leser helfen: Starkes Mädchen Valentina braucht Unterstützung

Valentina Pfarrkirchner lebt seit ihrer Geburt mit Einschränkungen. Ihre Familie lässt nichts unversucht, das fünfjährige Mädchen zu fördern.

Nadine Pfarrkirchner mit ihrer fünfjährigen Tochter Valentina.  SN/heidi huber
Nadine Pfarrkirchner mit ihrer fünfjährigen Tochter Valentina.

Unterstützung für Familie Pfarrkirchner

Die Eltern der fünfjährigen Valentina sind darum bemüht, ihr Kind so gut wie möglich zu fördern. Für Therapien und Heilmittel sind immer wieder Ausgaben nötig, die Familie hat nun auch ein barrierefreies Heim für sich errichtet.

Um die Familie finanziell zu entlasten, bitten die SN um Spenden. Die Abwicklung erfolgt über die Caritas, das Geld kommt aber zu 100 Prozent der Familie zugute:
AT11 3500 0000 0004 1533
Kennwort: Für Valentina

Die fünfjährige Valentina ist eine Kämpferin. Wie andere Kinder in dem Alter will auch sie spielen, sich bewegen oder einfach "eine Gaudi haben", wie es Mutter Nadine Pfarrkirchner (32) formuliert. Aber Valentina fällt das nicht so leicht wie anderen Kindern. Sie ist in ihrer Bewegung stark eingeschränkt und kann bis heute nicht sprechen und nur kurz selbstständig sitzen. Verständigen kann sich die Mutter dennoch mit ihrer Tochter: "Wenn sie etwa trinken möchte, schnalzt sie mit der Zunge: So weiß ich, dass sie Durst hat", sagt Nadine Pfarrkirchner.

Als sie mit Valentina schwanger war, stellte sich bei einer Blutuntersuchung heraus, dass die Mutter eine Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV) durchgemacht hatte. "Man hat mir damals nicht sagen können, ob mein Kind dadurch einen Schaden davongetragen hatte."

Bis zur Geburt des Kindes verlief die Schwangerschaft normal. Allerdings musste Valentina dann per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt werden. "Ich hatte eine Schwangerschaftsvergiftung, die nicht erkannt worden war." Aber Untersuchungen hätten dann keine Spuren des Virus in Blut und Harn ergeben.

Nadine schildert, ihr sei bald aufgefallen, dass sich das Kind nicht wie andere entwickelt. "Ich habe gemerkt, dass Valentina nicht wirklich auf ihr Umfeld reagiert und generell wenig Interesse zeigt. Mir ist auch aufgefallen, dass sie einem nicht nachschaut."

Als Valentina sechs Monate alt war, wurde sie in die Sehschule geschickt. Es handle sich wohl um ein Problem mit den Augen, sagten die Ärzte. Tatsächlich wurde dort eine starke Kurzsichtigkeit von minus 11 Dioptrien festgestellt. Auch die körperlichen Probleme seien Ursache der Sehschwäche, hieß es damals. So kam Valentina zur Physiotherapie und zur Sehfrühförderung.

Tatsächlich hat Valentina aber viel tiefer liegende Probleme. Das CM-Virus hat bei ihr die Nervenbahnen geschädigt. Nadine Pfarrkirchner hatte sich schon früh gefragt, ob ihre Virusinfektion nicht doch etwas bei ihrem Kind bewirkt habe. "Als Mutter spürt man gewisse Dinge." Aber auch als Valentina an ihrem ersten Geburtstag noch nicht sitzen konnte, wurde der Mutter gesagt, dass das bei manchen Kindern einfach länger dauern könne.

Erst als Valentina zweieinhalb Jahre alt war - sie sprach nicht und hatte gerade erst sitzen gelernt -, ging die Mutter mit ihr auf Vermittlung einer Physiotherapeutin zu einer Entwicklungsdiagnostikerin. Die Ärztin bestätigte den Verdacht der Mutter. "Sie hat gesagt, dass das CMV die Ursache für die Beeinträchtigungen ist. In einer MRT-Untersuchung konnte man die geschädigten Nervenbahnen auch sehen."

Damals erfuhr Nadine Pfarrkirchner mit Sicherheit, dass sich ihre Tochter nicht wie andere Kinder entwickeln würde. Niederschmetternd sei die Diagnose für sie aber nicht gewesen, sagt sie. "Es war eher eine Erleichterung, endlich Klarheit zu haben. Denn wenn das Leben des Kindes schon von Anfang an von Therapien begleitet ist, ist dir ohnehin klar, dass etwas nicht stimmt."

Von Anfang an seien sie und ihr Mann sehr bemüht gewesen, Valentina so gut wie möglich zu fördern. "Wir sind beide so, dass wir sagen: Das ist die Situation, was machen wir jetzt daraus. Uns ist ein positiver Blick in die Zukunft wichtig."

Ursprünglich hatte Nadine Pfarrkirchner andere Pläne, wie es nach der Geburt ihrer Tochter weitergehen sollte. Die gelernte Tourismuskauffrau wollte bald wieder in ihren Beruf einsteigen. Doch es stellte sich rasch heraus, dass das nicht möglich sein würde. Sie habe das nie bedauert, sagt die Mutter. "Jetzt ist für mich die Förderung von Valentina wichtig. Der Rest wird sich ergeben. Und Valentina wird ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen sein." Für die Familie war bald klar, dass sie ihr Lebensumfeld für Valentina ändern muss. "Wir waren rund um die Geburt in das alte Haus der Großeltern meines Mannes gezogen. Es war zwar saniert, aber mit engen Gängen und steilen Stiegen alles andere als barrierefrei."

Für die Familie gab es die Gelegenheit, auf dem Grund der Eltern des Mannes einen Neubau zu errichten. "Mein Mann ist Maurer, die ganze Familie hat zusammengeholfen. Sonst hätten wir das finanziell nicht geschafft." Der Bau war auch finanziell verhältnismäßig aufwendig, weil für Valentina Einrichtungen nötig wurden, die gesunde Kinder nicht brauchen.

"Wir haben für Valentina ein Pflegezimmer eingerichtet. Wir mussten bei dem Bau ja auch an die Zukunft denken." So ließen sie dort etwa einen Deckenlifter einbauen: Die Fünfjährige wird ja von Mal zu Mal schwerer. Damit kann die Familie Valentina auch in die Badewanne heben. "Sie liebt das warme Wasser", sagt ihre Mutter. Valentina kann sich nicht selbst abstützen, aber mit den Hilfsmitteln ist das Baden für sie möglich.

Noch ist der Neubau des barrierefreien Heims mit einem Wohnbau-Konto belastet. Durch die vielen Eigenleistungen beim Neubau hofft die Familie, dass die monatlichen Belastungen durch den Kredit nicht zu hoch werden.

Denn darüber hinaus braucht Valentina immer wieder Hilfsmittel: Einen Reha-Buggy, einen Stehständer, mit dem sie ohne Hilfe der Mutter aufrecht stehen kann, oder einen NF-Walker, mit dem sie Gehbewegungen übt. Die Familie hat auch ein Therapiefahrrad. Zuletzt musste auch das Auto behindertengerecht umgebaut werden. Einige der Anschaffungen zahlt die Sozialversicherung, auch die Lebenshilfe übernimmt Therapiekosten.

Nur einen kleinen Teil zahlt die BVA-Versicherung des Vaters bei einer Therapie dazu, die Nadine Pfarrkirchner für ihre Tochter in der Slowakei organisiert hat. "Dort kommt Valentina in einen Anzug, der für die Raumfahrt konzipiert wurde." Mit dieser Therapie mache sie Fortschritte im Muskelaufbau, für die sie zu Hause ein Dreivierteljahr brauchten, sagt Nadine Pfarrkirchner. So viel Hightech hat seinen Preis: 3900 Euro kostet die Therapie, 390 davon werden von der BVA erstattet. Dazu kommen noch die Wohn- und Reisekosten für den zweiwöchigen Aufenthalt. Trotz der hohen Ausgaben möchte Nadine Pfarrkirchner nicht darauf verzichten: Zu Ostern plant sie wieder einen Therapieaufenthalt in der Slowakei.

Das Weihnachtsfest feiert die Familie im kleinen Kreis zu viert: Neben Valentina gibt es noch den dreijährigen Valerian. Der Bub ist völlig gesund, trotz ihrer Unterschiede würden sie sich sehr gut verstehen, sagt Mutter Nadine. "Sie sind ein Herz und ein Seele."

Aufgerufen am 22.01.2022 um 03:41 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sn-leser-helfen-sn-leser-helfen-starkes-maedchen-valentina-braucht-unterstuetzung-113142631

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