Chronik

SN-Preistest: So viel kostet ein handgemachter Adventkranz

Ein Adventkranz um maximal 30 Euro? Die Salzburger Nachrichten haben sich bei Salzburger Gärtnern und Floristen umgesehen - und SN-Leserinnen und Leser haben Fotos von ihren Kränzen geschickt.

Ob im angesagten Vintage-Design, als Mooskranz mit zarten Rehfiguren aus Keramik oder klassisch in Rot und Tannengrün, mit bunten Kugeln oder traditionell mit Zapfen, Beeren und Nüssen: Bei den Adventkränzen ist alles erlaubt.

Handgebunden und dekoriert vom Floristen oder Gärtner sind sie in sehr schlichten Versionen ab etwa 25 Euro erhältlich - eine Preisgrenze nach oben gibt es nicht. Ein Großteil der Adventkränze wechselt für 40 bis 60 Euro den Besitzer, bei manchen darf es aber auch deutlich mehr sein.

"Seit einigen Jahren nehmen die Anfragen nach großen Adventkränzen für Geschäftslokale, Restaurants und Kirchen wieder zu", berichtet Pauline Trausnitz vom Verband der Salzburger Gärtner. Die überdimensionalen Kränze können dann schon bis zu 300 Euro kosten. Wer sparen will, muss das in erster Linie beim Dekor tun.

"Alleine für eine Masche benötigen wir fast einen Meter Band. Wenn man bedenkt, dass es vier Maschen sein sollten, und weiß, dass die Bänder je nach Qualität zwischen 70 Cent und rund vier Euro kosten, kann man sich ausrechnen, was alleine dafür zusammenkommt", schildert Martina Prötzner von der Baumschule Prötzner in Anif.

Bei ihr gibt es Adventkränze in allen Preislagen. Ein Kostenfaktor sind auch die Kerzen, die je nach Wunsch durchgefärbt oder färbig glasiert sein können. "Im Trend liegen heuer die Farben Altrosa und Rosa, aber auch Grautöne und Samt", verrät Martina Prötzner.

Ein Lokalaugenschein der "Salzburger Nachrichten" zeigt: Wer einen handgebundenen und vor allem frischen Adventkranz vom Floristen oder Gärtner möchte, der kommt mit einem Budget von 30 Euro aus. Bei Blumen Ruhnau in Hallein werden sogar noch günstigere Mini-Adventkränze um 10,00 Euro angeboten. "Unsere Mooskränze haben einen Durchmesser von 19 Zentimetern und sind als Grabschmuck, aber auch bei den Kleinen in der Puppenküche sehr beliebt", berichtet Therese Tschematschar.

Auch bei Blumen Lindner beim Salzburger Kommunalfriedhof, bei Helene Gloner von "Blumen Flores" in Tamsweg und in der Gärtnerei Tannenberger in Bischofshofen wurden die SN fündig. "Gerade heute habe ich einen um 25 Euro gebunden, aber der ist schon weg", berichtet Sandra Grill von der Gärtnerei Tannenberger. Bei "Die Blume" in Wals starten die Angebote bei rund 20 Euro. "Außer vier kleinen Kerzen ist dann aber nicht viel drauf", sagt "Die Blume"-Chefin Ursula Altendorfer. Damit will sie den Angeboten in Supermärkten und Diskontern Paroli bieten.

Denn sie sind eine harte Konkurrenz für die Gärtner und Floristen. Was viele Kunden nicht sehen: "Beim Diskonter erhält man ein schon Wochen vor dem ersten Advent maschinengefertigtes Produkt. Logistisch ließe sich das auch nicht anders lösen, da diese Adventkränze in Tschechien und Polen gefertigt werden", sagt Pauline Trausnitz.

Frisch bleibt der Adventkranz bei kühler Lagerung (etwa auf dem Balkon) und wenn er ab und zu mit Wasser besprüht wird.

Wer ohne Nadeln auskommen möchte, findet übrigens auch in Gärtnereien Alternativen wie mit Filzschnüren umwickelte Adventkränze. "Die kann man jedes Jahr wieder verwenden, man steckt nur frische Kerzen drauf", erklärt Martina Prötzner. Für sie persönlich gehört aber ein "richtiger" Nadelkranz zum Advent.

Der Adventkranz als zentrales Symbol der Vorweihnachtszeit hat sich in Österreich erst nach 1945 verbreitet. Er geht auf den norddeutschen evangelischen Theologen Johann Wichern (1808-1881) zurück. Traditionell ist er mit drei lila und einer rosa Kerze geschmückt. Die rosa Kerze wird am dritten Adventsonntag, dem "Gaudete" (Freuet euch), angezündet - daher auch das fröhliche Rosa im Vergleich zum besinnlichen Lila.

Die Adventkränze der SN-Leserinnen und Leser

Aufgerufen am 10.12.2018 um 12:45 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sn-preistest-so-viel-kostet-ein-handgemachter-adventkranz-61425184

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