Chronik

SN-Test auf dem Rupertikirtag: "Mama, der Geist hat einen Zopf"

Eine Fahrt mit der Geisterbahn gehört auf dem Rupertikirtag einfach dazu. Die SN spukten am Eröffnungstag im Totenkopfkostüm herum.

Was macht eigentlich einen guten Geist aus? Möglichst tiefe Augenringe? Leichenblasse Haut? Muss man beim Bewerbungsgespräch probeweise röcheln und heulen?

Alles kein Thema. "Mitbringen brauchen S' nur eine große Por tion Humor", sagt Seniorchef Wolfgang Ratkowski am Telefon. Der Geist ist eingestellt und soll sich am Mittwoch um 10 Uhr auf dem Kapitelplatz einfinden.

Die Geisterbahn steht direkt an der Domwand, auf dem Wagen wird eine leicht bekleidete Blondine von Teufeln mit dem Dreizack gepiesackt, ein Totenkopf, Schlangen, Ratten und eine Hexe leisten Gesellschaft.

Der Seniorchef ("I bin da Woif") ist 67 Jahre alt und war sein Leben lang Schausteller. Klarerweise übernimmt er die Einschulung des Möchtegern-Gespenstes - ausnahmsweise bei eingeschaltetem Licht.

Im Inneren der Geisterbahn ist eine Schiene in Serpentinen auf dem Holzboden verlegt, daneben sind leichte Abnützungsrillen zu sehen. "Die sind von den Wagerln, die haben Rollen aus Stahl. Wenn du nicht aufpasst, sind die Zehen blau", warnt Woif Ratkowski, und nicht zum letzten Mal. Einer echten Spukgestalt kann das natürlich egal sein, doch der Mensch aus Fleisch und Blut schwört sich, alle zehn Zehen heil nach Hause zu bringen.

Die Gänge sind mit schwarzen Plastikplanen abgetrennt, in jeder Kurve warten Figuren, die die Gäste das Fürchten lehren sollen. "Unsere Schwiegertochter Clari hat alle Zeichnungen gemalt", erzählt Woif stolz.

Und welche Aufgabe hat der Geist? "Du musst nur die Leute erschrecken, ganz einfach", sagt Markus Ratkowski, auf dessen Namen das Familienunternehmen mittlerweile läuft.

Fehlt nur noch das Kostüm. Es besteht aus einer langen schwarzen Kutte mit aufgenähten grauen Fransen, einem Paar Handschuhe mit aufgedruckten Knochen und einer Totenkopfmaske.

Bei der Anprobe zeigt sich: Die Haare haben leider keinen Platz. "Mama, der Geist hat einen Zopf", ruft Markus Ratkowski zur Belustigung der Zuschauer.

Den Feinschliff für die Spuk-technik übernimmt "Gigi", der eigentlich Patrick heißt und ein erfahrener Geist ist. "Wenn du ein paar Minuten in der Geisterbahn herinnen bist, dann gewöhnen sich deine Augen an die Dunkelheit, dann siehst da alles. Aber die Leute, die sehen gar nichts."

Was er gleich unter Beweis stellt, als die ersten Mädchen eine Fahrt mit der Geisterbahn wagen. Gigi schleicht sich von hinten an, fährt ein Stück mit dem Wagerl mit und versucht den Mädchen das Handy wegzunehmen - was mit schrillem Kreischen belohnt wird.

Die erste Feuerprobe für den Nachwuchsgeist rollt heran. Die Stahlrollen des Wagerls machen einen ohrenbetäubenden Lärm, die Figuren blinken und bewegen sich heftig. Bei den wagemutigen Gästen handelt es sich um ein älteres Ehepaar, sie klammert sich an seinen Arm. Da schlägt das schlechte Gewissen zu: Darf man ältere Leute so heftig erschrecken? Was, wenn sie Herzprobleme haben? Doch zum Nachdenken bleibt keine Zeit, das Wagerl rollt immer näher. Zwo, eins, Risiko, ein kräftiges "Buuuhhh", die Gäste schreien und zucken zusammen, einmal über den Arm der Dame streifen, das Wagerl rollt weiter.

Nach dem dritten und vierten Durchgang wird der Geist selbstsicher, steht einmal in dieser Kurve, dann in der nächsten. Bis die Geisterstunde vorbei ist und die Totenkopfmaske wieder abgelegt werden kann. Und die Zehen sind auch alle noch dran.

Aufgerufen am 20.10.2018 um 09:11 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sn-test-auf-dem-rupertikirtag-mama-der-geist-hat-einen-zopf-18042724

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