Chronik

SN-Umfrage zum Coronavirus: Salzburger behalten einen kühlen Kopf

Beeinflusst die Ausbreitung des Coronavirus das Reiseverhalten der SN-Leser? Eine Umfrage zeigt: Die Salzburger sind verunsichert, bewahren aber Ruhe.

Wichtigste Vorsichtsmaßnahme: Hände laufend reinigen.  SN/robert ratzer
Wichtigste Vorsichtsmaßnahme: Hände laufend reinigen.

Wochenlang war das neuartige Coronavirus nur ein Thema in den Nachrichten. Es grassierte weit entfernt in einem anderen Teil der Welt. Es betraf einen nicht. Das hat sich in den vergangenen Tagen geändert.

Bei einer Umfrage auf der SN-Homepage am Sonntag zeigte sich, dass die meisten SN-Leser trotz der Ausbreitung des Virus kühlen Kopf bewahren. Auf die Frage, ob Corona das eigene Reiseverhalten beeinflusst, erklärten rund 30 Prozent der mehr als 2300 Teilnehmer, dass sie heuer nicht nach Italien oder andere betroffene Länder fahren wollen. Etwa die Hälfte will noch abwarten und die weitere Entwicklung beobachten. Mehr als ein Fünftel der Teilnehmer betont, man lasse sich nicht verrückt machen.

Ein ganz ähnliches Bild ergab eine repräsentative Umfrage (505 Befragte) in Deutschland im Auftrag von "Bild am Sonntag". Demnach will rund jeder dritte Deutsche wegen des neuartigen Coronavirus auf Auslandsreisen verzichten. 62 Prozent der Befragten verneinten die Frage. 17 Prozent gaben an, die Verbreitung des Coronavirus habe Auswirkungen auf ihren persönlichen Alltag. Etwas mehr als jeder Fünfte der Befragten (22 Prozent) erklärte, Angst vor einer Ansteckung zu haben. Ende Jänner hatte dieser Wert noch zwölf Prozent betragen.

Jede normale Grippewelle treffe mehr Menschen, heißt es. Damit konnte man sich beruhigen. Aber jetzt ist zu hören, dass es bei Atemmasken Lieferengpässe gibt. Man will Desinfektionsgel kaufen und erfährt, dass es erst in drei Tagen wieder reinkommt. Handelsketten versuchen ihre Kunden zu beruhigen, damit es nicht zu Hamsterkäufen kommt. Gottesdienstbesucher sollen sich nicht mehr die Hand zum Friedensgruß geben. Messen und Turniere werden abgesagt, es steht die Frage im Raum, ob die Olympischen Spiele in Tokio im Sommer stattfinden können.

Christian Drosten, Virologe und Institutsdirektor der Berliner Charité, wehrte sich in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" gegen "aufgeregte Debatten", hob aber hervor: "Es geht nicht um eine normale saisonale Grippe, sondern es geht um ein pandemisches Geschehen." Das habe es zum letzten Mal 1957 und 1968 gegeben. "Es wird schlimm werden."

Quelle: SN

Aufgerufen am 28.01.2021 um 04:09 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sn-umfrage-zum-coronavirus-salzburger-behalten-einen-kuehlen-kopf-84224854

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