Chronik

So kämpfen die Pflegekräfte auf der Intensivstation

Belastend und körperlich sehr fordernd, das ist die Situation für Pflegekräfte auf den Covid-Stationen im Klinikum. Sie gewährten den PN etwas Einblick.

Es ist beinahe still dort, wo es um Leben und Tod geht. Im Zimmer der Intensivstation hört man vor allem ein monotones Piepsen und das rhythmische Pumpen der Beatmungsmaschine, mit der seit vielen Tagen Sauerstoff über die schwer geschädigte Lunge in den Körper der lebensbedrohlich kranken Patientin gebracht wird. Tag für Tag stehen die Pflegekräfte an ihrer Seite in der Covid-19-Intensivstation des Klinikums Schwarzach.

Sie arbeiten konzentriert und im Team zusammen, niemand läuft, alle gehen ruhig ihren Aufgaben nach. Eine Unmenge an Geräten und Kabeln hilft dem hoch spezialisierten Team bei der Beobachtung und Überwachung der Vitalwerte, sie zeigen surrend in farbigen Linien und Kurven die aktuelle Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung oder Sauerstoffsättigung im Blut an. Neun Perfusionsgeräte und eine Infusion unterstützen mit Medikamenten und Nahrung für die 50-Jährige.

Insgesamt betreuen täglich 16 diplomierte Pflegekräfte die zehn an Covid-19 erkrankten Patienten auf der Intensivstation.

Mehrfach muss die Patientin täglich gedreht werden. Dann steht ein Arzt beim Kopf der Patientin, überwacht den Beatmungsschlauch, und zwei Pflegekräfte packen gemeinsam vorsichtig an. "Durchschnittlich sind unsere Patienten hier zwischen 46 und 65 Jahre alt", sagt die leitende Stationsschwester Ingrid Radacher. Sie und alle anderen medizinischen Kräfte stehen derzeit unter besonderen Belastungen und sind seit gut fünf Wochen tagtäglich enorm gefordert. Jeder Tag schaut wieder anders aus. Unterstützt werden sie vom Pflegepersonal anderer Stationen, das freiwillig bei dieser fordernden Aufgabe anpackt und mithilft, diese Krise möglichst gut zu überstehen. "Wir haben manche operative Bereiche zusammengeführt, um die Covid-Patienten bestmöglich versorgen zu können", erklärt Ines Hartmann, die Pflegedirektorin des Klinikums, die sich freut, dass alle extrem flexibel zusammenhelfen. "Oft muss kurzfristig am Wochenende eingesprungen werden."

Dann gibt es noch eine weitere Station: Hier liegen derzeit gut 50 Patienten, die ebenfalls schwer an Covid-19 erkrankt sind, aber nicht an Beatmungsgeräte angeschlossen werden müssen. "Sie ist einfach unberechenbar, diese Krankheit", meint Brigitte Gappmayr, die diese Station leitet. Mehr als die Hälfte "ihrer" Patienten stammt aus Seniorenhäusern. Der Einzugsbereich für das Klinikum Schwarzach ist groß: Die intensiv zu betreuenden Patienten kommen nicht nur aus dem Pongau, sondern auch aus dem Pinzgau und dem Lungau.

Die Schutzbekleidung erschwert jede Bewegung, es ist einem schnell heiß unter Mänteln, Hauben, Brillen und Masken.

Ständig läutet das Telefon auf den Stationen, Partner, Eltern oder Kinder erkundigen sich nach der aktuellen gesundheitlichen Verfassung ihrer Angehörigen. Liebevoll und geduldig sprechen die Pflegekräfte auch mit ihnen. Die Angehörigen würden unter enormen Ängsten leiden, oft nicht schlafen können und bräuchten viel Zuspruch.

"Die Situation verschlechtert sich manchmal irrsinnig schnell", so Gappmayr, "und wenn wir jemanden verlieren, ist es schlimm", selbst für das mit dem Tod so häufig konfrontierte Personal. "Vor allem, wenn gleich zwei Menschen an einem Tag sterben, obwohl man alles gegeben hat." Besonders belastend sei es, wenn ein Patient plötzlich beatmet werden muss: "Wenn wir ihm das Telefon reichen, damit er sich von seinen Liebsten verabschiedet, weil er später in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt werden muss."

Nicht verstehen können die routinierten Pflegefachkräfte so manche Kritiken, Kommentare oder Meinungen in sozialen Netzwerken: "Ich schaue da gar nicht", betont Radacher, "das ist eine andere Welt da draußen."

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