Chronik

So kämpft die Salzburger Autobahnmeisterei gegen die Schneemassen

Haufenweise Neuschnee in Salzburg: Das Team der Straßenmeisterei ist rund um die Uhr im Einsatz. Ein Lokalaugenschein.

Der stürmische Wintereinbruch hält Salzburgs Gebirgsgaue im Griff. Zum Wochenende soll es einen weiteren Meter Neuschnee geben, es drohen Straßensperren. Rund um die Uhr im Einsatz steht auch das 18-köpfige Team der Autobahnmeisterei Flachau. Es fährt unentwegt mit seinen schweren Räumfahrzeugen, um die neuralgische Strecke zwischen Reit- und Tauerntunnel freizuhalten. Darunter befindet sich mit Tanja Forstner die einzige Frau in Österreich, die einen solch schweren Pflug steuert. Die 40-jährige Pongauerin hatte schon immer ein Faible für Schwerfahrzeuge, wie sie sagt. "Ich habe im September 2018 bei der Asfinag begonnen, zuvor war ich Lkw-Fahrerin auf Baustellen. Ich habe auch alle Führerscheine, außer den für Busse. Das tut mir im Nachhinein noch leid. Aber das Schneepflugfahren ist spannend, richtig aufregend."

"Neben der Schneeräumung müssen wir jeden Tag rund 200 Tonnen Salz streuen", erklärt Autobahnmeister Christian Kleewein. Parallel sei ebenfalls rund um die Uhr ein privater vierachsiger Allrad-Abschlepplaster in seinem Bereich unterwegs, um hängen gebliebene Lastwagen abzuschleppen. Denn immer wieder verursachten Lkw ohne Ketten zeitweise Totalsperren der Autobahn. Wobei es auch schon lebensgefährliche Situationen gegeben hat, wie sich Kleewein erinnert: "Vor einigen Jahren war ich gegen Mitternacht selbst mit dem Schneepflug auf der Autobahn unterwegs und habe bei 40 Zentimeter Neuschnee auf der Überholspur plötzlich einen Mann mit einer Rodel gesehen. Der Skandinavier hatte sich offensichtlich abseits der Rodelbahn in Flachauwinkl verirrt."

Dem kommenden Wochenende mit dem Urlauberschichtwechsel sieht der Autobahnmeister etwas besorgt entgegen. "Weil ein Meter Neuschnee erwartet wird, müssen wir am frühen Freitagnachmittag die Tauernautobahn im Bereich des Benzegg für etwa eineinhalb Stunden sperren, da Lawinen gesprengt werden müssen. Wir werden versuchen, den Zeitpunkt der Sperre und Sprengung mit der Verkehrssituation in Einklang zu bringen."

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