Chronik

So vergehen neun Wochen Ferien wie im Flug

So vergehen neun Wochen Ferien wie im FlugSchulferien, und die Eltern müssen arbeiten? Macht nichts: 365 Angebote umfasst allein die Feriendatenbank des Landes. Ein privater Verein schießt notfalls Kosten zu. Auch die Unternehmen kommen in die Gänge.

Das Angebot an institutioneller Ferienbetreuung (im Bild die Kinder-Uni zu Gast im Lehener Park) ist groß, aber manches sprengt ganz einfach das Familienbudget.  SN/sw/www.berg12.de
Das Angebot an institutioneller Ferienbetreuung (im Bild die Kinder-Uni zu Gast im Lehener Park) ist groß, aber manches sprengt ganz einfach das Familienbudget.

Es begann mit Excel-Listen, aber mit der Zeit wurden die zu lang und damit unübersichtlich. Seit dem Jahr 2012 hat das Land deshalb alle Sommerferienangebote auf der Feriendatenbank (www.salzburg.gv.at/ferienprogramme) zusammengefasst. Mit ein paar Klicks können sich Familien einen guten Überblick verschaffen und die heuer rund 365 aufgelisteten Angebote, heruntergebrochen nach Bezirk, Gemeinde, Datum, Alter oder Stichwort, filtern.

"Tendenziell wird das Angebot immer mehr und das ist gut so", sagt Corona Rettenbacher vom Forum Familie, das die Datenbank aus öffentlichen und privaten Angeboten, solchen aus Salzburg und Bayern, mitentwickelt hat. Die Zugriffszahlen bezeichnet Rettenbacher als hoch, wie viele letztlich über sie buchen, lasse sich aber nicht evaluieren, so die Familienberaterin.

Auch die betriebliche Kinderbetreuung wird Jahr für Jahr ein Stück ausgebaut. "Ich freue mich über jedes Unternehmen, das Vereinbarkeit zum Thema macht", sagt Rettenbacher, auch wenn sie in dem Bereich noch Luft nach oben spürt. Zwei, die heuer einen "Versuchsballon" starten, sind die Bosch-Gruppe in Hallein und die Porsche Holding in Schallmoos - mit jeweils 30 Kindern. Die Intention ist da wie dort, als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Gefreut hat man sich über die große Nachfrage. Es herrsche auf jeden Fall Interesse seitens der Eltern unter den Mitarbeitern, heißt es von der Porsche Holding. Der Autobauer setzt dafür die letzten zwei Ferienwochen an. Die Kinder erwartet eine Abenteuer-Woche mit Ausflügen an die Hänge des Gaisbergs, nach Hellbrunn oder an den Wolfgangsee. "Es waren vorab einige Fragen zu klären, insbesondere, was die Versicherung angeht", sagt Klaus Fetka, Porsche-Holding-Personalleiter Österreich. Über die Kosten hüllt er sich in Schweigen. Nur so viel: Die Beiträge für die Mitarbeiter fallen einkommensabhängig unterschiedlich hoch aus. "Damit wollen wir auch einer alleinerziehenden Teilzeitkraft die Teilnahme ermöglichen", sagt Fetka. Aber: Auch für Besserverdienende soll eine solche Ferienwoche mit maximal 100 bis 200 Euro zu Buche schlagen.

Bosch lässt die Kinderfreunde das Ruder übernehmen, die im August vier Wochen lang mit Spielgeräten zum Unternehmen anrücken. Für die Mitarbeiter ist das Angebot kostenlos.

"Es ist mühsam, überhaupt nicht billig, aber es wird zunehmend Standard", erzählt der Personalchef eines anderen Salzburger Unternehmens. Er hat die Erfahrung gemacht, dass man längere Vorlaufzeiten einplanen muss. Grundsätzlich sei das Interesse gegeben, sagt auch dieser Mann. Als es dann jedoch um eine verbindliche Anmeldung ging, blieben nicht mehr viele Kinder übrig. Für sie fand man andere Plätze, die firmeneigene Betreuung ist auf den nächsten Sommer verschoben. "Die Idee aber ist da und lässt uns nicht mehr los", sagt dieser Personalchef.

Die Fakten bestätigen die Einschätzung von Rettenbacher: Es gibt noch viel zu tun. Erst ein gutes Dutzend Unternehmen bietet aktuell in den Sommerferien Betreuung an.

Wer noch nicht fündig geworden ist, kann sich bei der Stadt als Anbieter der Stadtferien in fünf offenen Volksschulen erkundigen. Auf der Insel beziehungsweise im Kolpinghaus geht auch heuer wieder der Sommerspaß über die Bühne. Hier wird tage- oder wochenweise Betreuung zu annehmbaren Preisen geboten. "Heuer erstmals stellt die Stadt ein Tool online, in das Veranstalter eigenständig ihre Angebote eintragen können. Kommende Woche sind wir so weit", sagt Sabine Möseneder vom Info-Z.

Gerade weil die Kosten mitunter explodieren, sollten sich Eltern nicht scheuen, Förderungen in Anspruch zu nehmen. Die gibt es. Die Richtlinien sind über die Landes-Feriendatenbank zu erfragen und nicht an die soziale Situation der Familie gekoppelt.

Kostenübernahmen oder -beteiligungen übernimmt auch der Spendenverein "Kinder haben Zukunft". "Familien fragen ein Angebot nach, wir buchen Kontingente und erhalten ein paar davon frei", sagt Vorstand Alfred Pozetti, der parallel dazu immer auf der Suche nach Unterstützern ist. 2017 konnte sein Verein 52 Kindern und Jugendlichen zu einer sinnvollen Freizeitaktivität während des Sommers verhelfen. Die Anfragen würden steigen, sagt Pozetti: "Aber wir haben noch Spielraum."

Aufgerufen am 11.12.2018 um 07:33 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/so-vergehen-neun-wochen-ferien-wie-im-flug-29468296

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