Chronik

So viel gepresst wie nie

Seit 20 Jahren ist die Obstpresse in Leogang in Betrieb. Heuer gab es einen Rekordandrang - dem wunderbaren Frühling sei Dank.

Früh zeichnete es sich ab: "Mitte August haben uns die Leute schon narrisch gemacht und gesagt, ihre Äpfel wären reif", erinnert sich Martin Mair schmunzelnd zurück. "So haben wir bereits am 25. August das erste Mal gepresst, rund zwei Wochen früher als üblich."

Der Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Leogang hat unter den 545 Mitgliedern ein 16-köpfiges Team, das seither beim Vereinssitz nahe des Bahnhofs regelmäßig frischen Saft herstellt. Heuer nicht ein bis zweimal, sondern meist drei Mal in der Woche, teils von 6.30 bis 21 Uhr (inklusive Vorbereitungen und Reinigungsarbeiten). "Wir schaffen mit unseren Maschinen rund 500 Liter in der Stunde, an guten Tagen insgesamt bis zu 5000 Liter", sagt Mair. Der Rekordandrang sei nur durch das eingespielte Team zu bewältigen, das alles ehrenamtlich mache. "Wir haben drei Partien, die sich abtauschen." Es sei dem Verein ein großes Anliegen, allen Anfragen gerecht zu werden. Mair: "Die Leute schauen heutzutage stark auf biologische Produkte, am liebsten ist ihnen das, was im eigenen Garten wächst."

Woran liegt's, dass die Bäume derart viele Früchte tragen? "Der Frühlingsfrost, da reicht ein kalter Tag, ist das gefährlichste für die Blüte. Den hat es in den vergangenen zwei eher schwachen Pressjahren gegeben, heuer ist er ausgeblieben. Es war ein toller, warmer Frühling." Der Sommer sei zwar zu trocken gewesen, das Obst früher reif geworden und daher auch viel abgefallen - "aber das hat bei der großen Menge nichts ausgemacht."

Die Anlage in Leogang ist eine der modernsten im Lande. Die Früchte werden gewaschen, in der Rätzmühle zerkleinert und in der Bandpresse gepresst. Dann wird der Saft zentrifugiert (Grobtrubstoffe entfernt) und in kurzer Zeit bei rund 80 Grad pasteurisiert. Die Abfüllung erfolgt in Einwegflaschen oder in die "Bag in Box" zu 5 oder 10 Litern. Der Saft ist mindestens zwei Jahre haltbar, selbst im geöffneten Zustand noch ca. drei Monate.

Mair hat noch einige Tipps parat: "Um eine gute Saftqualität und Ausbeute zu erreichen, sollte Folgendes berücksichtigt werden: das Obst nicht überreif ernten; Pressobst soll noch knackig sein; Obst nicht im gepflückten Zustand vor dem Pressen ablagern, erst nach Press-Terminzusage ernten (am Tag davor oder am selben Tag); das Obst sauber ernten; nach Möglichkeit mehrere Sorten mischen."

Es laufen die letzten Betriebstage der Obstpresse für heuer. Durch den frühen Beginn ist auch früher Schluss - fast alles ist bereits abgeerntet.

Aufgerufen am 19.11.2018 um 01:49 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/so-viel-gepresst-wie-nie-46879597

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