Chronik

So viele Schadensfälle in Salzburg wie seit 2002 nicht mehr

Im Vorjahr wurden mehr als 3200 Fälle an den Katastrophenfonds gemeldet. Besonders extrem war der November. Bislang haben 702 Geschädigte einen Antrag auf finanzielle Hilfe gestellt. Die Zahl könnte aber noch auf mehr als 1000 steigen.

Landesrat Josef Schwaiger in Bruck beim Lokalaugenschein nach dem Murenabgang.  SN/lmz/wautischer
Landesrat Josef Schwaiger in Bruck beim Lokalaugenschein nach dem Murenabgang.

2019 war ein Jahr der extremen Wetterereignisse. Das belegen die aktuellen Zahlen des Katastrophenfonds: Im Vorjahr wurden in Salzburg 3243 Schadensfälle an den Katastrophenfonds gemeldet. Allein im November waren es 702 - nach den Starkregenfällen und Murenabgängen. Selbst im Hochwasserjahr 2013 gab es "nur" 3175 Anträge auf finanzielle Hilfe. Landesrat Josef Schwaiger: "Mit den massiven Schneefällen im Jänner, Hochwasser und Muren im Sommer und den Starkregenereignissen im November ist 2019 bisher Spitzenreiter in der Bilanz."

Noch sind 2600 Anträge auf finanzielle Hilfe offen

"Der Katastrophenfonds garantiert rasche und wirkungsvolle sofortige Unterstützung bei Naturkatastrophen, wenn diese für die Betroffenen existenzbedrohend sind. Eine Elementarversicherung kann der Fonds jedoch nicht ersetzen", betont Schwaiger. Rund ein Fünftel der Vorjahres-Anträge konnten bereits erledigt werden. Von den knapp 2600 noch offenen Ansuchen betrifft mehr als die Hälfte Waldschäden. Der Rest entfällt auf Schäden nach Lawinen, Erdrutschen und Muren sowie Hochwasser. "Für die jetzt offenen Anträge aus dem Vorjahr werden 10,7 Mill. Euro an Beihilfen aus dem Katastrophenfonds ausbezahlt werden."

Schwere Schäden im Rauriser-, Großarl- und Gasteinertal

Betroffen von den Unwettern im November waren vor allem Gebiete entlang des Alpenhauptkamms. 508 der bisherigen 702 Anträge stammen aus dem Gasteinertal (78), dem Großarltal (79) und dem Raurisertal (88) sowie weiteren Gemeinden im Pinzgau (152) und im Lungau (88). Dabei geht es um Unterstützung zur Beseitigung von Schäden durch Vermurungen und Erdrutsche. Dazu kommen 194 Ansuchen aus dem Lungau auf Entschädigung nach Schneedruck.

Anträge können noch bis 17. Mai gestellt werden

Da aufgrund der Witterungsverhältnisse Schäden an landwirtschaftlichen Flächen oder im Gelände großteils noch nicht aufgearbeitet werden konnten oder Begutachtungen nicht mehr möglich waren, ist damit zu rechnen, dass diese Zahl noch weiter steigen wird. Anträge sind noch bis zum 17. Mai möglich. "Wir erwarten insgesamt bis zu 1000 Anträge. Das würde dann bedeuten, dass es an den Tagen vom 12. bis zum 18. November des Vorjahrs so viele Geschädigte gibt wie in einem annähernd "normalen Katastrophenjahr", erklärt Egon Leitner vom Referat Agrarwirtschaft, Bodenschutz und Almen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 02.12.2020 um 08:06 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/so-viele-schadensfaelle-in-salzburg-wie-seit-2002-nicht-mehr-83029348

Kommentare

Schlagzeilen