Chronik

Sommer in Salzburg: Kaum Hitzetage, so wenige Blitze wie noch nie

In der Stadt Salzburg gab es heuer nur halb so viele Tage über 30 Grad wie im Vorjahr. Generell blieb es kühler, wodurch sich weniger Gewitter bildeten.

Das Blitzortungssystem ALDIS registrierte heuer in Salzburg 3610 Entladungen – deutlich weniger als in den Vorjahren (Symbolbild). SN/robert ratzer
Das Blitzortungssystem ALDIS registrierte heuer in Salzburg 3610 Entladungen – deutlich weniger als in den Vorjahren (Symbolbild).

Keine nennenswerte Hitzewelle, immer wieder Kaltlufteinbrüche und regelmäßiger Niederschlag - der heurige Sommer war spürbar anders als jene der vergangenen Jahre. Oder mit anderen Worten: Der Sommer entsprach eher dem, was gemessen am Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 als "normal" gilt. Zwar endet der Sommer für die Wetterforscher erst mit Montag. Alexander Ohms von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) rechnet aber damit, dass der Sommer nach einem recht ausgeglichenen Juni und Juli sowie einem relativ warmen August rund ein Grad über dem langjährigen Mittel liegen wird. Zum Vergleich: 2019 waren es nach einem Rekord-Juni noch rund drei Grad.

Das zeigt sich auch bei den Hitzetagen über 30 Grad, von denen es mit jeweils zehn die meisten in der Stadt Salzburg und in St. Veit gab. Im langjährigen Mittel waren es in Salzburg neuneinhalb, in St. Veit sieben Tage. Im Vorjahr registrierte die ZAMG in Salzburg 22, in der Pongauer Marktgemeinde 26 heiße Tage. Selbst in Mariapfarr im Lungau, wo das Thermometer heuer nie 30 Grad oder mehr gezeigt hat, gab es 2019 noch acht Hitzetage. Der Rekordwert stammt aus dem Jahr 2015 mit 40 Tagen jenseits der 30 Grad, gemessen in der Stadt Salzburg.

Dafür, dass dem Sommer in den vergangenen Wochen immer wieder der Name abgesprochen wurde, hat Ohms eine einfache Erklärung: "Die Leute merken sich weniger ein 30-jähriges Mittel als die vergangenen Jahre." Denn der heurige Sommer war im Vergleich zu den vorigen nicht nur gemessen an der Temperatur, sondern auch am Niederschlag deutlich näher an dem, was als normal gilt. "Wenn man das Flächenmittel hernimmt, haben wir fast genau die Erwartungswerte des 30-jährigen Mittels."

Weniger heiße Tage, mehr Regen als im Vorjahr: Das haben auch die Freibäder zu spüren bekommen, zum Beispiel in der Stadt Salzburg. Roland Oberhauser, Leiter der städtischen Betriebe, spricht von einem "durchwachsenen Sommer mit ganz wenigen Badetagen". Gab es 2019 in den Monaten Juni bis August noch mehr als 180.000 Besucher, so waren es heuer rund 50.000 weniger. Wobei Oberhauser auch auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verweist: Es gelten Besucher-Obergrenzen, auf den Saisonkarten-Verkauf wurde verzichtet.

Was für Badegäste ärgerlich war, half dafür der Landwirtschaft, die in den vergangenen Jahren vor allem im Flachgau immer wieder unter längeren Dürreperioden gelitten hat. "Im vorigen Sommer haben 40 bis 50 Prozent des Niederschlags gefehlt", sagt Ohms. Er beobachtete dafür in den vergangenen Wochen trotz punktueller Unterschiede bei den Niederschlagsmengen "sattes Grün überall. Wir sind weit weg von Trockenschäden."

Die gemäßigteren Temperaturen haben auch dafür gesorgt, dass es die typische Wetterlage im Sommer mit Hitze und Gewittern an den Nachmittagen kaum gegeben hat. Dass die Luftmassen weniger energiegeladen waren, verdeutlicht auch die Statistik: "Heuer ist der blitzärmste Sommer seit Messbeginn 1992", sagt Ohms. Im laufenden Jahr registrierte das Blitzortungssystem ALDIS 3610 Entladungen im Bundesland Salzburg. Im Vorjahr waren es demnach 6417.

Zum Abschluss des meteorologischen Sommers kommt am Wochenende noch einmal eine Kaltfront. Am Sonntag sollen die Temperaturen nicht über 20 Grad steigen. Für die nächsten Monate sei zu erwarten, dass die Durchschnittstemperatur wieder deutlicher über dem langjährigen Mittel liege als im vergangenen Sommer, wobei aus heutiger Sicht ein "viel zu warmer Herbst unwahrscheinlich" sei, sagt Meteorologe Ohms.

Aufgerufen am 03.12.2020 um 03:26 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sommer-in-salzburg-kaum-hitzetage-so-wenige-blitze-wie-noch-nie-91963903

Salzburger Christkindlmarkt endgültig abgesagt

Salzburger Christkindlmarkt endgültig abgesagt

Bis zuletzt war unklar, ob der Salzburger Christkindlmarkt nun stattfindet oder nicht. Christkindlmarkt-Obmann Wolfgang Haider und Bürgermeister Harald Preuner einigten sich Ende November auf ein "Jein" zum …

Wifi setzt auf Solartechnik

Wifi setzt auf Solartechnik

Auf dem Dach des Wifi der Wirtschaftskammer Salzburg entsteht eine moderne Photovoltaikanlage. Sie kann in Zukunft auch für Schulungszwecke eingesetzt werden.

Kommentare

Schlagzeilen