Chronik

Sommerfrische-Tour durch den schönen Flachgau

Die besten Tipps auf einer Reise bekommt man im Endeffekt doch immer von Einheimischen. Genau nach diesem Prinzip wollen wir mit der Sommerfrische Salzburger Land diese schöne Region Österreichs allen Besuchern - aber auch den dort lebenden Menschen - schmackhaft machen.

Unsere vorerst letzte Tour führt uns durch den schönen Flachgau. Vom Salzkammergut über das Seenland, das Alpenvorland und das Salzburger Becken gibt es hier zahlreiche tolle Schätze zu entdecken.

Wir beginnen unsere Erkundungstour in Strobl. Dort befindet sich die Werkstatt und der Verkaufsladen von Walter Ladner - einem leidenschaftlichen Drechsler.

Holz & Werkstatt

Es ist weder pathetisch noch peinlich, sondern einfach nur inspirierend und berührend, wenn Walter Ladner seine persönliche Geschichte erzählt: Nach über 30 Jahren als Angestellter in einer Bank kam die Krise, genauer gesagt, eine massive persönliche Sinn- und Lebenskrise, die ihn zu einem mutigen Schritt führte: Von heute auf morgen den ungeliebten Job kündigen - ins Blaue hinein, ohne Plan. Walter wollte wieder glücklich sein, sich selbst spüren und erinnerte sich an die Zeit bei seinem Großvater und an die Arbeit mit Holz. Das Drechseln war schon immer seine Leidenschaft. Heute betreibt er als selbständiger Kunsthandwerker seinen eigenen Laden im Zentrum von Strobl. Neben künstlerischen Objekten und Tischen sind es vor allem die fragilen und bewusst fehlerhaften Holzschalen, die ins Auge stechen. Das Zerrissene, das Unvollkommene sei sein Thema, sagt Walter, im Leben und in der Arbeit. Der Besuch im Atelier, das Plaudern mit Walter und das Zuschauen beim Drechseln sind wunderbar - ein Treffen für die Sinne und das Herz.

Nun geht es weiter nach Abersee an das wunderschöne Gut von Christine und Sepp Eisl.

Seegut Eisl - Schafmilch

Die Geschichte der beiden lässt sich auch gut als Märchen erzählen: Es waren einmal zwei neugierige, junge Leut' mit zwei ostfriesischen Milchschafen, die aus reiner Freude Schafmilchprodukte erzeugen wollten. Wissbegierig holte sich Sepp Wissen von Kollegen ein. Weil er aber immer mehr wissen wollte, machte er schließlich selbst eine Ausbildung zum Käsemacher und stellte den Erbhof von Kuh- auf Schafmilchproduktion um. Das war 1982. Heute umfasst der Familienbetrieb mit sieben Kindern rund 145 Schafe, die zwei Mal täglich gemolken werden. Das Besondere der Schafe ist, dass die gesamte Herde zur gleichen Zeit im Herbst trächtig ist. Ab Mitte / Ende November hören sie auf Milch zu geben und konzentrieren sich auf die Geburt der Lämmer. Mitte / Ende Februar beginnt dann wieder die große Milchproduktion. Im Frühling geben die Schafe noch am meisten, bis dann schlussendlich im November nur mehr einmal und schließlich gar nicht mehr gemolken wird. So ist die Schafmilch am Seegut Eisl ein saisonales Produkt - und was für eines! Mit einem Fettgehalt von 10 Prozent ist die Schafmilch sehr reichhaltig und liefert wertvolle Energie.

Christine tischt uns ein Schafmilchprodukt nach dem anderen auf und Sepp erzählt uns mit einem Strahlen in den Augen die Geschichte dazu: die pure, cremige Milch, Joghurt mit Frucht oder pur, Frischkäse je nach Saison mit Kräutern oder Gewürzen und seit Neuestem auch mit Honig und Nüssen ummantelt sowie feine Fruchtmolke. Die prämierten Produkte können nicht nur in ausgewählten Geschäften oder im hauseigenen Hofladen, sondern auch online oder beim 24h-Automat am Hof erworben werden. Am Seegut Eisl sind übrigens nicht nur Feinschmecker, sondern auch Camper willkommen. Auf den schönen Hofwiesen darf man seine Zelte direkt am Wolfgangsee aufschlagen!

Gestärkt und gut ausgerüstet mit Molke, Schafwurst und -käse machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Programmpunkt: eine Fahrt mit der Seilbahn und eine Wanderung zum Zwölferhorn.

Zwölferhorn. Seilbahn und Wanderung

Sie gehört ins Landschaftsbild von St. Gilgen wie die Festung zu Salzburg oder das Salz in die Suppe: Die nostalgische Zwölferhorn-Seilbahn mit ihren gelben und roten 4er-Gondeln, die sich seit 1957 geduldig Zahn um Zahn dreht und schon viele Familien aus Nah und auch ganz Fern auf die Bergstation geführt hat. Eine Mischung aus Museumsbesuch, noch einmal Kind sein und träumen kommt bei uns auf, als wir mit einer unglaublichen Fernsicht in Richtung Berg gondeln. Dort tummeln sich Einkehrer, Spaziergeher, Wanderer und Mountainbiker genauso wie eine Traube von Paragleitern, die auf ihr Startsignal warten, um über unser Köpfe hinweg ins Tal zu gleiten. Uns eröffnen sich verschiedene Wanderrouten mit Blick auf die Seen des Salzkammerguts und ein beeindruckendes Bergpanorama vom Watzmann bis zum Dachstein. Wir entscheiden uns für den Pillstein-Panorama Rundweg (Gehzeit: ca. 1 - 1,5 Stunden). Dieser führt uns über die Arnikahütte um den Pillstein und über den Gipfel wieder zurück zur Bergstation. Dort kommt uns die charmante Franzl´s Hütte genau richtig, wo wir uns mit feinstem hausgemachten Apfelstrudel und Häferlkaffee stärken um langsam mit der Zwölferhorn-Seilbahn wieder Richtung Tal zu schweben.

Übrigens gibt es für alle, die mit den Öffis von Salzburg nach St. Gilgen reisen einen feinen kostenlosen Audioguide des Salzburger Verkehrsverbunds, der die spannende Geschichte des Salzkammerguts erzählt.

Nicht weit von der Talstation der Zwölferhorn-Seilbahn entfernt, liegt die Schloss Fuschl Fischerei. Ein idealer Zwischenstopp für eine kleine, aber exzellente Stärkung.

Schloss Fuschl Fischerei

Auf der legendären Seeterrasse des Schloss Restaurants Fuschl war fangfrischer Fisch aus der hauseigenen Fischerei lange Zeit nur dem Adel vergönnt. Schon damals gab es die Fischermeister, die sich um den See, die Fische und einen funktionierenden und harmonischen Kreislauf zwischen Tieren, Wasser und Natur kümmerten. Seit über 23 Jahren macht Gerhard Langmaier nun diesen Job. Er ist der Fischermeister der Schlossfischerei, der, wie wir auf ersten Blick sehen, seinen Beruf jeden Tag aufs Neue liebt! Das charmante, wie aus einem Bilderbuch anmutende, Fischerhaus liegt direkt unten am See und lädt nicht nur zu einer puren, einfachen Fischerjause, sondern zum schlichten Verweilen und Sein ein. Der Direktverkauf bietet frische oder geräucherte Fische an. Als wir ankommen, räuchert der Fisch im Holzrauchofen vor sich hin und bereits fertig geräucherte, saftige Reinanken, Forellen und Lachsforellen warten regelrecht, gemeinsam mit einer Scheibe Brot, Senf und einem Bier zur Jause gereicht zu werden. "Wir reden besser draußen am See" sagt Gerhard und schon fahren wir gemeinsam mit ihm hinaus, um die Reinankennetze vom Morgen einzuholen. Sichtlich wohl fühlt sich der Fischermeister in seinem Revier und holt gekonnt die etwa drei Jahre alten Reinanken aus dem See, für die wir sofort allerhand Zubereitungsideen im Kopf haben. Wirklich ein unverfälschter, von wunderbarer Einfachheit umgebener Ort, wie es ihn sonst kaum noch gibt.

Der letzte Stopp unserer Sommerfrische-Tour durch den Flachgau führt uns an den schönen Wallersee. Dort hat sich der Salzburger Spitzenkoch Emanuel Weyringer mit seiner Frau Susanne direkt am See ein Refugium an kulinarischen Geschmackserlebnissen aufgebaut.

Bevor wir aber den Tag auf der wunderschönen Seeterrasse des Weyringer Wallersees ausklingen lassen, hüpfen wir noch in den erfrischenden See, denn gleich neben dem Restaurant ist auch ein Badeplatz.

Weyringer Wallersee

Emanuel und Susanne Weyringer stammen zwar aus Neumarkt am Wallersee, waren aber viele Jahre in der in- und ausländischen Spitzengastronomie unterwegs. Wie froh sind wir, dass sie gemeinsam wieder zurückgekehrt sind und ihre Ideen und Kenntnisse im nun gemeinsamen Restaurant verwirklichen. "Kunstvoll, leicht und intensiv, so lässt sich unsere Küche wohl am besten beschreiben," sagt Emanuel. Aus Wild- und Wiesenkräutern, Blumen, Blüten und Früchten verschmelzen die vielen internationalen Eindrücke zu ungewöhnlichen und aufregenden Kreationen. Gewürze, Eingelegtes, Eingekochtes und Getrocknetes steht ebenfalls hoch im Kurs. Jeden Monat stellt Emanuel drei außergewöhnliche Menüfolgen zusammen, deren Rezepturen er alle akribisch in seiner Küche aufbewahrt und mit Notizen versehen hat. Denn es kommt schon mal vor, dass ein Gast noch wieder kommt und um die exakt gleiche Geschmackskombination bittet. Eine Hauptrolle in Emanuels Küche spielen Früchte, denn eine Frucht ist eigentlich in jedem Gericht mit dabei.

Kalbsbries gebraten und gebacken auf Quinoa mit leicht säuerlicher Limonensauce zum Beispiel. Schaumiges Süppchen von der Aubergine, kombiniert mit der Frische von Erdbeeren, dazu ein gefülltes Basilikum-Nudi oder Zander aus dem Wallersee, zart auf der Haut gebraten, in feinem Dashisud mit Feige und Jasminreis. Die Speisekarte liest sich fast poetisch und dank Terrasse, die direkt am Ufer des Wallersees mit Blick auf den See liegt, wird ein Besuch bei den Weyringers zum Gedicht.

Mehr Tipps für eine feine Sommerfrische im Salzburger Land gibt es hier: www.sommerfrische-salzburgerland.at

Die Adressen

HOLZ & WERKSTATT

Dorfplatz, 5350 Strobl - T +43 6137 20701 - info@holzundwerkstatt.at - www.holzundwerkstatt.at

Öffnungszeiten: Mo. - Do. 17.00 bis 19.00 // Fr. 10.00 bis 12.00

SEEGUT EISL - SCHAFMILCH

Farchen 24, Abersee 5342 - T +43 6227 3234 - office@seegut-eisl.at - www.seegut-eisl.at

Öffnungszeiten: Der Automat hat 24h Betrieb, ansonsten am besten nach Voranmeldung

ZWÖLFERHORN. SEILBAHN UND WANDERUNG

Konrad-Lesiak-Platz 3, 5340 St. Gilgen - T +43 6227 2350 - seilbahn@12erhorn.at - www.12erhorn.at

Öffnungszeiten: Betriebszeiten Seilbahn im Sommer: Mai 9:00 -17:30 Uhr, Juni/Juli/August 9:00 -18:00 Uhr, September 9:00 -17:00 Uhr

SCHLOSS FUSCHL FISCHEREI

Schloßstraße 19, 5322 Hof bei Salzburg - T +43 6229 2253 1533 - www.schlossfuschlsalzburg.com/de/fischerei

Öffnungszeiten: Mo-Fr 8:00-18:00 & Sa. 8:00-12:00

WEYRINGER WALLERSEE

Fenning 7a, 5302 Henndorf am Wallersee - T +43 6214 61872 - office@weyringer-wallersee.at - www.weyringer-wallersee.at

Öffnungszeiten: Mittwoch - Montag: 12-14 Uhr und 18-22 Uhr

Quelle: SN

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