Chronik

"Sonnige" Bilanz für die Festspiele Burg Golling

Trotz verfrühtem Ende ging die Festspielsaison in Golling äußerst erfolgreich zu Ende - Konstantes Hochsommerwetter und die neue "Poncho-Regelung" sorgten für starke Besucherzahlen.

Mit einem "mozärtlichen Sommernachtstraum" fiel am Dienstag der letzte Vorhang der heurigen Festspiele Burg Golling: Schauspieler Michael Schefts, Sopranistin Katrin Fuchs und Pianistin Elena Gertcheva gaben Sonette und Monologe von Shakespeare sowie Stücke und Briefe von Mozart zum Besten. Viele Lob erhielt Schefts im Anschluss von Kennern für seine Shakespeare-Monologe, dem Lachen und Schmunzeln nach zu urteilen begeisterte sich aber ein Großteil des Publikums noch viel mehr über seine gestenreiche Darbietung der mozart'schen "Briefkreationen".

Ursprünglich hätte der Auftritt von Daniel Serafin am 30. August das "Finale" sein sollen, gesundheitsbedingt fiel der Abend aber aus, ebenso wie das hochkarätige Ersatzprogramm in Gestalt von Serafins Vater, "Mister Wunderbar" Harald Serafin.

Gleich viel Besucher trotz einer Veranstaltung weniger

Auf die Besucherzahlen hatte das keinen Einfluss - die hatte schon das beständige Sommerwetter der vergangenen Wochen in die Höhe geschraubt: 490 zusätzliche Schönwetterkarten (die nur für Aufführungen im Burghof gelten, nicht für die weitaus kleineren Burgsaal) konnten verkaufte werden, insgesamt kamen 3100 Besucher zu den 16 Veranstaltungen - ungefähr gleich viel wie 2017 bei einer Veranstaltung weniger. "Wir mussten nur drei Mal in den Saal ausweichen, sonst konnten wir immer im Hof spielen. Vor allem bei den Veranstaltungen mit den großen Namen wie Peter Weck und Tobias Moretti hat uns das natürlich ein großes Besucherplus beschert", freut sich Festspielvorstand Hermann Döllerer.

"Poncho-Regelung" wirkte

Dazu beigetragen hat auch die neue Regelung, dass Festspielgäste einen Regenponcho mitbringen oder an der Kasse kaufen mussten, sodass nur bei wirklich extrem schlechtem Wetter in den Burgsaal gewechselt werden muss. "Alle hatten etwas mit für Ernstfall, das hat uns die Möglichkeit gegeben, mehr Veranstaltungen im Burghof durchzuführen. Und letztlich mussten wir die Ponchos nie ausprobieren." Eine Wetterneuerung gab es heuer allerdings: Am vergangenen Sonntag musste erstmals trotz trockenem Wetter in den Burgsaal gewechselt werden - es war schlichtweg zu kalt im Hof.

Auch zum 20-Jahre-Jubiläum 2019 wieder ein bunt gemischtes Programm

Das Programm unter dem Motto "Die Leichtigkeit der Kunst", zusammengestellt vom künstlerischen Leiter Philipp Preimesberger, war heuer wieder bunt gemischt: von zahlreichen Ensembles aus den Reihen der Wiener Philharmoniker über Lesungen großer Namen (Tobias Moretti, Peter Weck, Otto Schenk etc.) bis hin zu einer Art Kontrastprogramm in Gestalt von Klezmer-Musik oder das schrille "Musikkabarett" der Grooving Strings, um nur einige Beispiele zu nennen. Geht es nach Hermann Döllerer, soll die Mischung auch beim 20-Jahre-Jubiläum der Festspiele 2019 so bleiben, auch wenn er noch keine Details verraten will: "Ich lege Wert auf bunt gemischtes Programm, mit den Ensembles rund um die Philharmoniker, weil die haben sehr viele Liebhaber unter unseren Besuchern, heiteren, aber auch ernsteren Lesungen und Ausreißern wie den ,Grooving Strings'."

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