Chronik

Spielsüchtiger Pongauer ergaunerte bei Autohäusern 300.000 Euro

50-Jähriger wurde am Freitag am Salzburger Landesgericht neuerlich verurteilt.

 SN/apa

Ein 50-jähriger Österreicher, der mehrere Autohäuser um rund 300.000 Euro geschädigt haben soll, ist am Freitag von einem Schöffensenat am Landesgericht Salzburg wegen gewerbsmäßig schweren Betruges schuldig gesprochen worden. Der reumütig geständige Angeklagte erhielt eine Zusatzstrafe von einem Jahr unbedingt. Das Urteil nahm bedacht auf eine im September in Tirol verhängte rechtskräftige, fünfjährige Freiheitsstrafe wegen desselben Deliktes.

Das am Freitag gesprochene Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger ersuchte um Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Laut Anklage hat der zuletzt im Pongau wohnhafte, derzeit inhaftierte Beschuldigte im Zeitraum von Mai bis Oktober 2019 mehrere Personen zur Übergabe von insgesamt 297.000 Euro verleitet, indem ihnen vorgetäuscht habe, er könne ihnen günstige, hochwertige Fahrzeuge, darunter Gebrauchtwagen liefern. Mehrere Autohäuser, zwei im Salzburger Flachgau und eines in Kärnten, wurden geschädigt. Die eingehobenen Beträge habe der Angeklagte für sich selbst verwendet, erklärte der Staatsanwalt.

Als Motiv gab der 50-Jährige seine Spielsucht an. "Es tut mir sehr leid, dass ich das mit dem Spielen wieder gemacht habe. Das zieht sich wie ein roter Faden durchs Leben", sagte der Angeklagte und versprach eine Wiedergutmachung des Schadens. Er habe sich wegen seiner Spielsucht im Jahr 2016 in Therapie begeben, sei aber wieder rückfällig geworden, nachdem die Beziehung mit seiner Lebensgefährtin, die er damals in der Therapie kennengelernt habe, in die Brüche gegangen war. Seit Mai 2019 sei er fast jeden Tag ins Casino gegangen und habe im Schnitt zwischen 1500 und 15.000 bis 20.000 Euro verloren, schilderte der Mann.

Er gestand zudem ein, dass er seine Ex-Partnerin von Dezember 2019 und Jänner 2020 gestalkt hat. Deshalb wurde er heute auch wegen beharrlicher Verfolgung verurteilt.

Der Verteidiger erklärte, der Angeklagte habe mit dem Geld, das er für die Fahrzeuge erhalten habe, seine Spielsucht finanziert und das Geld in bayerischen Spielbanken verloren. "Er ist über 60 Mal im Casino gewesen." Zur Schadenswiedergutmachung habe man die Spielbanken in Bayern verklagt, die Verantwortlichen dort hätten schneller gegen den Mann vorgehen müssen. In Österreich habe sich der Beschuldigte schon vor Jahren sperren lassen.

Der mehrmals vorbestrafte Österreicher ist zuletzt im Juli 2020 wegen gewerbsmäßig schweren Betruges mit einem Schaden von ebenfalls rund 300.000 Euro zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde im September vom Oberlandesgericht Innsbruck jedoch um ein Jahr auf fünf Jahre herabgesetzt. Zusammen mit dem Verfahren in Salzburg hat er nun eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs Jahren ausgefasst.

Quelle: SN

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