Chronik

SPÖ lieferte in zwei Gemeinden die Sensation

Die SPÖ setzte sich in drei von fünf Stichwahlen am Sonntag durch. In "schwarzen" Gemeinden wie Mattsee und Straßwalchen eine Sensation.

In Mattsee ist die Sensation perfekt. Schon der erste Wahlgang hatte ein unerwartetes Ergebnis gebracht, bei dem ÖVP-Kandidat Herbert Mödlhammer nur um 1,6 Prozentpunkte vor SPÖ-Herausforderer Michael Schwarzmayr gelegen war.

Mattsee hat erstmals einen SPÖ-Bürgermeister

Bei der Stichwahl am vergangenen Sonntag triumphierte der 31-jährige Schwarzmayr mit 58,9 Prozent, Mödlhammer kam nur auf 41,1 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei sehr guten 74,2 Prozent. Erstmals in der Geschichte gibt es in Mattsee also einen SPÖ-Bürgermeister. "Ich habe zwar mit einem guten Ergebnis gerechnet, aber jetzt bin ich sprachlos. Das ist unglaublich", so Schwarzmayr unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Im Wahlkampf habe er fast alle Mattseer Haushalte besucht. "Ich habe mir die Probleme und Anliegen angehört, viele haben mir Glück gewünscht, aber gleichzeitig gesagt, ich sollte mir nicht zu viel erwarten." Doch es kam anders. Er will sich auch der kleinen Anliegen und Sorgen der Menschen annehmen, verspricht der Sparkassen-Mitarbeiter, der das Bürgermeisteramt in Vollzeit ausüben will. Die SPÖ konnte bei der Gemeindevertretungswahl die Mandate zwar von drei auf sechs ausbauen, ist aber bei insgesamt 19 Mandaten auf die anderen Fraktionen angewiesen. Darin sieht Schwarzmayr aber kein Problem: "Jede Partei will das Beste für Mattsee, man muss Kompromisse machen, Kommunikation ist alles."

Für Quereinsteiger Herbert Mödlhammer (55), für den auch Landeshauptmann und Bundeskanzler die Werbetrommel gerührt hatten, ist die Niederlage bitter, hat er doch seinen Job als Vertriebsmanager bereits aufgegeben. "Ich hatte ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Ich kann noch nicht sagen, was schiefgelaufen ist", so der erste Kommentar von Herbert Mödlhammer. In 14 Tagen sei es nicht mehr gelungen, die Wähler entsprechend zu mobilisieren.

Tanja Kreer (SPÖ) ist erste Ortschefin in Straßwalchen

In Straßwalchen herrschte bei der SPÖ am Sonntag Begeisterung. Gemeinderätin Tanja Kreer ließ mit 60 Prozent Vizebürgermeisterin Liselotte Winklhofer (LIS, 40 Prozent) keine Chance. Auch hier lag die Wahlbeteiligung bei hohen 70,2 Prozent. "Es tut ein bisschen weh, aber der Abstand zu Tanja Kreer war etwas zu groß, die SPÖ konnte mehr Wähler mobilisieren", so Winklhofer, die vor der Stichwahl noch ein Bündnis mit der ÖVP geschlossen hat, das auch nach der Wahl weiterbestehen werde.

Die neu gewählte Bürgermeisterin Tanja Kreer zeigte sich überwältigt: "Mit diesem deutlichen Ergebnis habe ich nicht gerechnet, aber ich bin angetreten, um Bürgermeisterin zu werden." Sie möchte frischen Wind in die Gemeindepolitik von Straßwalchen bringen. "Wir haben viele Projekte vor uns. Ich werde mit den anderen Fraktionen wie bisher gut zusammenarbeiten", gibt sie sich zuversichtlich, auch wenn sie sich Mehrheiten suchen muss.

Auch Oberndorf bleibt unter SPÖ-Führung

Den Bürgermeistersessel in Oberndorf halten die Sozialdemokraten weiterhin. Nachfolger von Peter Schröder wird Georg Djundja. Der 35-Jährige Gewerkschaftsangestellte, der im ersten Wahlgang nur 5,7 Prozentpunkte Vorsprung auf ÖVP-Kandidatin Sabine Mayrhofer (57) hatte, konnte diese bei der Stichwahl mit 55,5 Prozent letztlich doch auf Distanz halten. "Ich reiche allen politischen Gruppierungen die Hand zur Zusammenarbeit. Es geht nicht um Parteien-Hickhack, sondern um unsere gemeinsame Zukunft", so der neu gewählte SPÖ-Bürgermeister.

Sabine Mayrhofer hat mit einem Ergebnis in dieser Deutlichkeit nicht gerechnet. "Gehofft haben wir auf einen knappen Sieg." Ob sie weiter Vizebürgermeisterin bleibt, ließ sie offen. Ein weiteres Antreten bei der Bürgermeisterwahl 2024 schloss sie aber aus.

Aufgerufen am 22.09.2019 um 01:43 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/spoe-lieferte-in-zwei-gemeinden-die-sensation-67931233

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