Chronik

Sportverein appelliert an Verantwortliche: "Das ist nicht vertretbar"

Ein Lehrer eines bereits geschlossenen Salzburger Gymnasiums ist während eines Fußballtrainings zusammengebrochen. Das Corona-Virus zieht auch im lokalen Sport immer weitere Kreise.

Derzeit dürfen nur Sportlerinnen und Sportler trainieren, die an Wettbewerben teilnehmen.  SN/sw/tgus/bart treuren
Derzeit dürfen nur Sportlerinnen und Sportler trainieren, die an Wettbewerben teilnehmen.

Der Obmann der TGUS, Johann Pichler, schüttelt den Kopf. "Es ist schon ein Wahnsinn, was derzeit abgeht." Pichler hat rund 1000 Mitglieder in seinem Verein, die unterschiedliche Sportarten ausüben. Der Großteil darf derzeit nicht trainieren beziehungsweise den Sport ausüben.

Sich widersprechende Aussagen gab es am vergangenen Wochenende zum sportlichen Lockdown. "Zuerst hieß es, dass nur Profisportler trainieren dürfen und wenig später, dass auch leistungsorientierte Sportler weiterhin ihre Trainings absolvieren dürfen", sagt der Obmann. Bei der TGUS sind das zirka 50 bis maximal 100 Personen, die mehr oder weniger regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen und nun in kleinen Gruppen ihrem Sport nachgehen. "Wir zwingen natürlich niemanden zum Trainieren. Das muss jeder für sich entscheiden.

In vielen Fällen sprechen wir natürlich auch mit den verantwortlichen Eltern. Die Fallzahlen sind derzeit einfach viel zu hoch, das darf man nicht auf die leichter Schulter nehmen. Wir desinfizieren auch regelmäßig unsere Hallen im Sportzentrum Mitte. Das sollten sie auch in anderen Bereichen wie Schulen oder Bussen viel öfter machen, um die Aerosole in der Luft zu bekämpfen", sagt der Obmann.

Pichler ist wütend und nimmt die Verantwortlichen in die Pflicht

Viel mehr ärgert Johann Pichler aber das Verhalten von einigen Personen mit einer großen Verantwortung. "Ein Lehrer von einem bereits geschlossenen Salzburger Gymnasium hat noch ein Fußballtraining geleitet und ist dabei zusammengebrochen. Wie sich herausstellte, hatte er das Corona-Virus. Das ist unverantwortlich. Das macht mich wütend", macht Pichler seinem Ärger Luft.

Er nimmt auch die Verantwortlichen von den Akademien von Red Bull in die Pflicht. "Sie schicken ein Nachwuchsteam vom Eishockey zu einem Turnier nach Tschechien und danach gibt es zahlreiche Corona-Fälle. Das wurde aber nicht kommuniziert und in den Schulen hat sich das Virus dann verbreitet. Sowas muss in Zukunft einfach besser funktionieren."

Vorgezogenes Duell mit Kuchl

Der erneute Lockdown zwingt auch andere Vereine, die Spielpläne zu ändern. So auch bei den Tischtennisspielern der zweiten Mannschaft des UTTC. "Sowohl Kuchl, als auch wir haben einen ungarischen Legionär. Daher wollen wir dieses Duell in der 2. Bundesliga auf den Freitag, 20. November, vorverlegen, da beide Vereine auch am Samstag und Sonntag Heimpartien haben", sagt UTTC-Obmann Günther Höllbacher. Es sei zwar noch nicht beschlossen, "aber ich bin sehr zuversichtlich, dass das klappen wird, weil es sowohl uns als auch Kuchl sehr hilft", erklärt Höllbacher.

Sämtliche Busverbindungen von Deutschland nach Österreich derzeit eingestellt

Die erste Mannschaft ist laut Aussagen des Obmanns nicht betroffen. "Wir haben unsere letzte Runde vor den Play-Offs am 29. November in Oberwart. Bis jetzt steht dieser Partie nichts im Wege." Allerdings müssen sich die beiden Legionäre Francisco Sanchi und Carlo Rossi eine neue Mitfahrgelegenheit von ihrem deutschen Trainingszentren suchen, denn sämtliche größere Busverbindungen von Deutschland nach Österreich sind vorübergehend eingestellt worden.

"Das sollte aber kein Problem darstellen, denn es gibt ja auch den Zug, mit dem sie fahren können. Wir werden ihnen auf jeden Fall die Covid-Tests finanzieren, damit sie nicht allzu lang in Quarantäne müssen, sollte das überhaupt nötig sein", sagt Höllbacher. Teamleader Koyo Kanamitsu ist derzeit in seiner Heimat Japan und wird dann laut des Obmanns direkt zum letzten Meisterschaftsspiel anreisen.

Aufgerufen am 24.11.2020 um 08:41 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/sportverein-appelliert-an-verantwortliche-das-ist-nicht-vertretbar-95255944

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